Der Übergang von Horst Seehofer auf Markus Söder war ein langwieriger, die CSU extrem fordernder Prozess. Geordnet daran war am Ende nur, dass sich Seehofer in das Unvermeidliche gefügt hat. So sehr er an der Eignung des ehrgeizigen Söder für höchste Partei- und Staatsämter auch gezweifelt hat, er musste doch einsehen, dass eine größer werdende Mehrheit in der CSU seine Bedenken nicht teilte.
Dass er mit seiner Starrköpfigkeit seine großen Verdienste um die CSU trübte und Mitverantwortung für die jüngsten Wahlschlappen trug, ist eine tragische Pointe. Der Mann, der alles richtig machen wollte, ist - wie so viele Spitzenpolitiker - letztlich Opfer des eigenes Egos geworden.
Mit dem Wechsel an der Parteispitze ist für die CSU aber noch längst nicht alles gut. Vor Söder stehen gewaltige Herausforderungen. Im bürgerlichen und rechts-konservativen Lager haben sich mit den Freien Wählern und der AfD zwei Parteien etabliert, die sich mit der lange erfolgreichen "Mia-san-mia"-Rhetorik nicht so einfach verdrängen lassen.
Und von links drängen mit Vehemenz die Grünen in die Mitte, die es geschafft haben, das Lebensgefühl vieler (Neu-)Bürger in Bayern zu repräsentieren und mit frischen Köpfen und Ideen Aufbruchstimmung zu erzeugen. In dieser Gemengelage muss die Söder-CSU ihren Weg finden.
Für eine erste Bilanz kommt die Europawahl im Mai zu früh. Söders Zeitplan sieht eine inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung bis zum nächsten Parteitag im Oktober vor. Endgültig abgerechnet wird bei der Landtagswahl 2023. Dann wird sich zeigen, ob Söder eine eigene Ära begründet und die CSU in eine gute Zukunft geführt hat.













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