12.10.2020 - 16:43 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Kommentar: Hunger ist ein täglicher Skandal

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Kriege, Krisen und die Corona-Pandemie bedrohen die Fortschritte im Kampf gegen den Hunger. Die Weltgemeinschaft muss deshalb ihre Hilfe ausbauen. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Ein Arzt misst den Armumfang eines unterernährten Mädchens im Aslam Health Center im Jemen. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Krieg im Jemen als die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Menschen hungern, weil sie arm sind, weil ihre Lebensgrundlagen durch Naturkatastrophen oder durch Kriege zerstört werden. Dabei gibt es ausreichend Essen auf der Welt. Für alle. Die Nahrung ist nur ungleich verteilt - oder sie verdirbt. Gut ein Drittel der globalen Ernte geht verloren.Hunger ist ein täglicher Skandal. Hunger ist eine Schande für diejenigen, die Abhilfe schaffen könnten. Trotz aller Anstrengungen der vergangenen Jahre weisen laut der Analyse der "Welthungerhilfe" 14 Länder höhere Hungerwerte auf als im Jahr 2012. Darunter sind unter anderem Kenia, Madagaskar, Venezuela, Mosambik, Syrien und Jemen.

Das Ziel der Weltgemeinschaft, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden, rückt damit in weite Ferne. Sie muss nachbessern und jenen 37 Ländern helfen, welche es bis dahin nicht schaffen werden. Die Corona-Pandemie hat allen vor Augen geführt, dass in der "Einen Welt" alle aufeinander angewiesen sind. Doch die Anti-Corona-Maßnahmen führen dazu, dass die Armut wächst und der Hunger zunimmt. Es gilt, ärmeren Ländern nicht nur mit einer Impfallianz zu helfen, sondern auch mit einer Anti-Hunger-Allianz. Mit Geld allein ist es aber nicht getan. Wir brauchen auch ein Umdenken, wie wir Nahrung produzieren und diese exportieren. Denn allzu oft zerstören Lebensmittel-Exporte andernorts kleinbäuerliche Produktionssysteme und damit Lebensgrundlagen.

Krieg lässt Menschen hungern

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