18.01.2021 - 10:40 Uhr
Diebis bei EbermannsdorfOberpfalz

Neue Deckstation schafft Perspektiven für Haflingerzucht in der Region

Der Edelbluthaflinger und Prachthengst N-Power ist der ganze Stolz der Deckstation der Familie Stecher in Diebis. Der Zucht- und Ausbildungsbetrieb schafft neue Perspektiven für die ganze Region.

von Adele SchützProfil

Als sie 2015 das ehemalige Schulgrundstück in Diebis bei Ebermannsdorf kaufte, hat die Familie Stecher den Grundstein für die Realisierung ihres Traums von einem eigenen Aufzucht- und Ausbildungsbetrieb für Edelbluthaflinger gelegt. Inzwischen haben hier mehr als 30 Edelbluthaflinger und einige ausgewählte Warmblütler ein Zuhause gefunden. 80 Prozent der Tiere sind unter drei Jahren.

Die Passion für die Pferdezucht wurde Hermann Stecher von seinem Vater, dem Oberpfälzer Pferdeidealisten Bernhard Stecher aus Schnaittenbach, in die Wiege gelegt. Schon in den 1970er-Jahren machte er sich als ausgezeichneter Züchter mit Deckhengsten aus ausgesuchten Haflinger- und Warmblutlinien weit über die Region hinaus einen Namen. Aus unterschiedlichen Gründen sah sich Hermann Stecher nach dem frühen Tod seines Vaters allerdings gezwungen, den elterlichen Zuchtbetrieb in Schnaittenbach aufzugeben. Gleichzeitig traf er die Entscheidung, sich seiner Leidenschaft, der Pferdezucht, andernorts ausschließlich als Hobby zu widmen.

Artgerechte Haltung

In Diebis betreibt Stecher seit 2015 den Zucht- und Ausbildungsbetrieb für Edelbluthaflinger und ausgewählte Warmblütler. Bestärkt wurde er in seinem Vorhaben, als er Haflinger für seine Töchter als Reitpferde suchte und feststellen musste, dass die Haflingerzucht in der gesamten Region stark rückläufig ist. Gründe erkannte er zum einen in den spärlichen Möglichkeiten einer artgerechten Jungpferdeaufzucht, speziell für Hengste, und zum anderen in den wenigen Präsentationsmöglichkeiten für Züchter in der Oberpfalz.

Innerhalb von fünf Jahren gelang es ihm und seiner Frau Susanne, eine moderne Reitanlage mit optimalen Trainingsbedingungen aufzubauen. „Wir legen größten Wert darauf, dass unsere Pferde artgerecht im Herdenverband gehalten werden und einen ganzjährigen Auslauf auf unseren weitläufigen Koppeln am Hof haben“, sagt Stecher.

Der elegante Körperbau, die flüssige Gangart in Galopp und Trab sowie der sanftmütige Charakter und das gefügige Naturell des Zuchthengstes N-Power fiel dem Vorstand der Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath am Buchberg um Lorenz Gebert, Robert Zimmermann und Georg Bauer sofort bei ihrem Besuch des Stecher-Hofs ins Auge. Sie waren zur internen Eröffnung der Deckstation in Diebis angereist.

Einklang aus Stute, Hengst und Fohlen

Gebert und seine Vorstandskollegen signalisierten Hermann Stecher in der Haflingerzucht jegliche Unterstützung. Gründe für die Zusage gibt es laut Gebert genug. „Oberstes Ziel und Zweck des Vereins ist laut Satzung die Förderung der Haflingerzucht.“. Nach seinen Aussagen kann Zucht nur im Einklang von Zuchtstute, Deckhengst und Fohlen gelingen.

Die Einrichtung einer Deckstation mit prächtigen Deckhengst schafft laut Gebert die Basis für Haflingerzüchter der Umgebung. "Eine Deckstation bietet für die Züchter neben der örtlichen Nähe ein wichtiges Auswahlkriterium - je nach Deckhengst für die jeweilige Zuchtlinie." Stecher solle nun im Verein eine Funktion übernehmen, um bei den Mitgliedern und Züchtern an Bekanntheit, Akzeptanz und Wohlwollen zu gewinnen. „Denn nur überzeugte Haflingermitglieder machen die Deckstation, den Deckhengst und den Besitzer auch in der weiteren Umgebung und bei entfernteren Züchtern publik und hoffähig. Das wiederum trägt dazu bei, dass die Deckstation zum Aushängeschild für den Verein wird“, sagt Gebert.

Aktuell zählt der Verein 212 Mitglieder, davon 148 aktive Züchter und 64 passive Mitglieder. Sie stammen aus der gesamten Oberpfalz, aus Niederbayern und Franken.

1957 brachte Dorfschmied Alois Birner die Rasse in die Region

Kemnath am Buchberg

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