17.12.2020 - 15:56 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

Ein Geschenk von Herzen: Stammzellenspende zu Weihnachten

Schon vor einiger Zeit ließ sich Andreas Eckert als potenzieller Stammzellenspender registrieren. Nach neun Jahren ist es nun so weit: Der Dießfurter kann helfen und macht so einem Unbekannten ein besonderes Weihnachtsgeschenk.

Andreas Eckert spendet seine Stammzellen kurz vor Weihnachten an eine ihm unbekannte Person.
von Jürgen MaschingProfil

Alles begann mit einer Blutspende am 1. Dezember vor neun Jahren. In der Bundeswehrkaserne Hammelburg ließ sich Berufssoldat Andreas Eckert bei der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) gleich noch als potenzieller Stammzellenspender registrieren, um Leukämie-Kranken zu helfen. Der Dießfurter dachte dann viele Jahre nicht mehr an diese Aktion, bis es am 22. Juni 2020 plötzlich zu einer ersten Kontaktaufnahme vonseiten der AKB kam. „Man sagte mir, ich käme eventuell als Spender in Betracht“, erinnert sich Eckert. Danach ging alles recht schnell. Untersuchungen standen auf dem Programm. „Am 21. August 2020 bekam ich dann die Nachricht vom Transplantationszentrum des Patienten: Ich bin für die Spende geeignet“, berichtet er weiter. Doch zu der geplanten Voruntersuchung in Gauting bei München bei der AKB und zum geplanten Spende-Termin am 22. September kam es nicht. „Anfang September kam ein Anruf. Ungeplante Verschiebung der Spende auf ein bis zwei Monate, da es dem Patienten nicht möglich war, die erforderliche Behandlung zu diesem Zeitpunkt zu überstehen“, erzählt der Berufssoldat.

Doch schließlich konnte ein neuer Termin vereinbart werden: Der 30. November sollte es sein. Bei der Voruntersuchung gab es "sehr ausführliche Gespräche, Ganzkörpercheck, um mögliche Risiken zu minimieren, sowie Medikamente und falls erforderlich Schmerzmittel für die Mobilisierungsphase wurden mitgegeben“.

Stammzellenspende für kleinen Weidener Gian Paolo aus Bruderliebe

Weiden in der Oberpfalz

„Die letzten Tage war ich dann schon etwas nervös“, erinnert sich der Dießfurter. „Und dann ging es einen Tag vor der Spende nach München“. Beginn war um 8 Uhr. „Es dauert im Normalfall zwischen zwei und fünf Stunden, so hatte man mir gesagt.“ In Eckerts Fall waren es dann fünf Stunden. „Die angeforderte Menge war zum Einen sehr hoch und zudem war die Fließgeschwindigkeit meines Blutes eher langsamer“, erklärt er. Möglich wäre aber auch ein kleiner Eingriff zur Punktierung des Beckenkammes gewesen, um dort direkt Knochenmark zu entnehmen, für den Fall, dass die Stammzellen im Blut zu wenig gewesen wären. Nach den fünf Stunden ruhte sich Eckert erst einmal aus und fuhr danach mit dem Zug wieder nach Hause.

„Ich habe keinerlei Details über den Patienten erhalten, keine Info über Nationalität, Alter und Geschlecht“, bedauert der Stammzellenspender. Grundsätzlich sei aber zwei Jahre nach der Spende eine direkte Kontaktaufnahme untereinander möglich, sofern beide Betroffenen dies vorab gewünscht hätten. Bis dahin könnten allerdings anonymisierte Briefe verschickt werden. „Ich habe angegeben, dass wir gerne Kontakt haben können. Hab' auch einen anonymen Brief geschrieben“, sagt Eckert. „Ich würde es jederzeit wieder machen.“

Service:

Registrierung als Stammzellenspender

  • Auf der Homepage der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (www.akb.de) kann man sich kostenlos als Stammzellenspender registrieren.
  • Voraussetzung: Der potenzielle Spender muss zwischen 17 und 45 Jahre alt sowie gesund sein.

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