29.04.2019 - 17:39 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

Wieder jede Menge Dreck am Dießfurter Weiher

Immer wieder sorgt Müll am Dießfurter Weiher für Ärger. Scherben, Hundekot und abgebrannte Feuerstellen verderben das Badevergnügen. Der Fischereiverband Oberpfalz, Pächter der Gewässer, will jetzt stärker kontrollieren.

Was ist das denn? Der Vizepräsident des Oberpfälzer Fischereiverbandes, Reiner Wolfrath, der Obmann der Fischereiaufseher, Bernhard Würf, Hauptmeister Jan Grimm und Hauptkommissar Erwin Ackermann (von links) begutachten den Schaden: Unbekannte haben ein Holzgeländer zerlegt und als Feuerholz missbraucht.
von Stefan NeidlProfil

"Wir wollen nicht die friedlichen Badegäste stören, sondern unvernünftige Leute abschrecken, die glauben, alles tun zu dürfen." Das stellt Reiner Wolfrath klar, der Vizepräsident des Fischereiverbandes Oberpfalz. Der Verein ist seit sechs Jahren Pächter des kleinen und des mittleren Dießfurter Weihers. Jetzt will er verstärkt Kontrollen am Gewässer vornehmen. "Wir wollen das Gespräch suchen und die Leute aufklären. Wenn es geboten ist, werden wir auch die Polizei hinzuziehen", kündigt Wolfrath an. Dies sei bitter nötig.

Bernhard Würf gehört zu den 22 Fischereiaufsehern im Landkreis: "Wir gehen aktuell alle zwei Wochen herum, und es ist schlimm, was man so findet." Glasscherben, Bierstöpsel, Schnapsflaschen und Holzsplitter gehörten zu den häufigsten Fundsachen. Dabei ist die Badesaison noch nicht mal gestartet. Wenn die Besucher wieder barfuß laufen, könnten schlimme Verletzungen entstehen. Nach der Betriebsaufgabe des Pächters Pressath läge es eigentlich am Eigentümer, den Bayerischen Staatsforsten, sich um die Zustände an den Weihern zu kümmern. Der Fischereiverband habe das Gewässer nur gepachtet.

Nicht das einzige Ärgernis für die Wasserfreunde. Würf geht gerne am Gelände mit seinem Hund spazieren, darum weiß er Bescheid: "Was in Wassernähe an Hundekot herumliegt, ist nicht zu fassen." Er appelliert an alle Tierliebhaber, die Hinterlassenschaften ihrer Liebsten mitzunehmen: "Da ist doch wirklich nichts dabei."

Enzo Löchel aus Weiden hat 2018 beschlossen, eine Aufräumaktion ins Leben zu rufen.

Besonders die vielen Feuerstellen stechen ins Auge. "Auf der gesamten Breite der Liegefläche des mittleren Weihers finden sich abgebrannte Feuerstellen. Da sollen die Menschen in ein paar Wochen eigentlich wieder die Sonne genießen. Wer will sich schon in die Asche legen?" In den Rückständen sind deutlich geschmolzene Plastikflaschen, Bierstöpsel, aber auch Glasscherben erkennbar. Besonders dreist: Die Holzgeländer, die Parkplatz und Liegefläche trennen sollten, sind teilweise abgerissen und als Feuerholz verwendet worden.

Polizeihauptkommissar Erwin Ackermann und Polizeihauptmeister Jan Grimm haben gegen die offenen Feuer keine Handhabe: "Solange ein Abstand von 100 Metern zu Wäldern und 5 Meter zu festen Stoffen eingehalten wird, können wir nur nach dem Rechten sehen und müssen wieder abrücken." "Gerade mit der herrschenden Trockenheit sollten Schritte unternommen werden", meint Wolfrath. Der Wind könnte Funken bis in den Wald tragen.

Leere Verpackungen liegen oft herum. "Anhand der Beschriftung wissen wir, dass viele Amerikaner unter den Umweltverschmutzern sind", sagt Würf. Er schätzt das Verhältnis von deutschem zu US-Müll auf je die Hälfte. "Die Militärpolizei ist an einem guten Verhältnis zu den Einheimischen interessiert und kontrolliert den Weiher regelmäßig."

Vielen sei noch gar nicht bewusst, dass die Weiher vom Fischereiverband gepachtet sind. Wolfrath erklärt: "Fischbestände bauen sich nur langsam auf. Darum sieht man bisher auch noch kaum Fischer am Freizeitsee Dießfurt." Selbst wenn die Angler eines Tages den See befischen, glaubt Wolfrath an eine friedliche Co-Existenz mit den Badegästen.

Der Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Schnaittenbach, Rudolf Zwicknagl, stimmt Wolfrath zu. Er weiß: 95 Prozent aller Gäste verhielten sich vorbildlich. Der Rest verderbt aber allen den Spaß. Zwicknagl appelliert an alle Besucher, ihren Abfall wieder mitzunehmen. Zur Problematik mit dem offenen Feuer hat er eine andere Auffassung als die Polizei in Eschenbach: "Nach unserer Ansicht benötigen Menschen für ein Lagerfeuer eine Genehmigung des Eigentümers, also der Bayerischen Staatsforsten. Diese haben wir niemandem erteilt. Insofern könnte die Polizei die Feuer unterbinden." Seine Behörde plant dennoch die Aufstellung von Schildern, um noch einmal auf das Verbot von offenen Feuern hinzuweisen. "Wir haben alle das selbe Ziel: einen sauberen Weiher zu erhalten." Über die Methode werde man sich schon einig.

Das Müllproblem am Dießfurter Weiher ist schon lange ein Ärgernis. Im August 2018 gab es eine große Aufräumaktion, welche die Bevölkerung sensibilisieren sollte. Lange hat der Effekt offensichtlich nicht vorgehalten.

Aufräumaktion am Dießfurter Weiher

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