Dietersberg bei Illschwang
04.12.2019 - 18:30 Uhr

Wasserwarte diskutieren über neue Versorgungstechnik

Von digitaler Technik bis zur Leck-Ortung: 46 Wasserwarte aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach diskutierten in Dietersberg über Neuerungen in der Versorgungstechnik.

Bei der Tagung (von links): Bürgermeister Dieter Dehling, Wasserwerk-Nachbarschaftsleiter Elmar Halk und der Wasserwart der Illschwang-Gruppe, Ernst Herbst (rechts), mit den Referenten. Bild: no
Bei der Tagung (von links): Bürgermeister Dieter Dehling, Wasserwerk-Nachbarschaftsleiter Elmar Halk und der Wasserwart der Illschwang-Gruppe, Ernst Herbst (rechts), mit den Referenten.

Zur zwölften Fortbildungs-Veranstaltung für diesen Kreis hatte Nachbarschaftsleiter Elmar Halk ins Gasthaus Michl eingeladen. Der Verbandsvorsitzende der Illschwang-Gruppe, Bürgermeister Dieter Dehling, und sein Wasserwart Ernst Herbst hatten das Treffen mit ausgerichtet.

Neue Filteranlage

Dehling stellte den Wasserzweckverband vor und würdigte den Einsatz der Wasserwarte zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung. Im Verbandsgebiet werden 220 000 Kubikmeter Wasser aus zwei Brunnen gefördert. Dort beschäftigt sind Ernst Herbst in einer Voll- und Peter Kölbel in einer Teilzeitstelle, sowie Josef Hollweck auf geringfügiger Basis. Herbst gab Einblicke in die technischen Details. Besonders stolz ist er auf eine neue Aktivkohlefilteranlage, die für rund 550 000 Euro am Hochbehälter in Pürschläg errichtet wurde. Diese war notwendig, um Pflanzenschutzmittel vollständig aus dem Rohwasser zu entfernen.

App dokumentiert Wartung

Michael Dobler vom Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach informierte über den Fragebogen "Organisation und Betrieb", den die Wasserversorgern ausfüllen müssen. Ein weiteres Thema hieß "Wasserzählerwechsel hygienisch sicher und fachgerecht". Die digitale Technik hält auch Einzug bei der Wasserversorgung. Dazu wurde die mobile Wartungssoftwaren "Tablano" vorgestellt. Nach Abschluss von Wartungsarbeiten wird der Vorgang automatisch archiviert. Die gesammelten Daten können später zur Auswertung oder Beweissicherung verwendet werden.

Die Firma Locatec hat sich auf punktgenaue Leck-Ortung bei undichten Wasserleitungen spezialisiert. Oliver Neukamm erklärte, welche Techniken bei unterschiedlichen Rohrmaterialien zum Einsatz kommen. Bei Leitungen aus Kunststoff sei eine Lokalisierung nur schwer möglich. Neukamm stellte mit seinem Partner Schütte auch eine eigens gebaute Maschine für die Neuverlegung von TrinkwasserHausanschlüssen vor. Den Abschluss bildete die Besichtigung der neuen Anlage bei Pürschläg.

Hintergrund:

Elmar Halk, der auch Wassermeister der Pettenhofener Gruppe ist, informierte über Aktuelles aus der Wasserwirtschaft. Vor allem befasste er sich mit Wasserverlusten: „Kostbares Trinkwasser darf nicht einfach durch defekte Rohre im Boden versickern.“ Es gebe neben der moralischen Verantwortung der Versorgungsbetriebe auch eine Verpflichtung gegenüber dem Gesetzgeber. „Aufgrund des Klimawandels brauchen wir ein dichtes Wasserleitungsnetz, um auch abgelegene Anschlussnehmer zuverlässig versorgen zu können“, sagte Halk.

Für diese Mammutaufgabe bräuchten die ländlichen Wasserversorger Finanzhilfe vom Freistaat Bayern. Zudem könne mit geringeren Wasserverlusten ein Beitrag zur Energiewende geleistet werden. „Die Kommunen und Zweckverbände brauchen Planungssicherheit für notwendige Investitionen“, ergänzte Halk. Er sprach auch die Gefahren an, die von Brauchwasseranlagen ausgehen. Das Sammeln von Regenwasser sei sinnvoll, aber die wenigsten Zisternenbetreiber wissen, dass eine Brauchwasseranlage gegenüber dem Gesundheitsamt und den Wasserversorgern meldepflichtig ist. Brauchwasserleitungen müssten strikt getrennt von der Hausinstallation verlegt werden, da es sonst bei Vermischung zu Verkeimungen kommen könne.

 
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