Den Gedanken, einen eigenen Verein zu gründen, hatten die Burschen im Dorf bereits Anfang der 1920er Jahre. Mit dem damaligen Schönseer Stadtpfarrer Josef Angele wurde dieses Vorhaben im Dezember 1929 Wirklichkeit. Mit dem zuvor geäußerten Wunsch des Geistlichen, dass sich die Dietersdorfer dem bestehenden Burschenverein Schönsee anschließen, konnten sie sich nicht anfreunden.
"33 Burschen von Dietersdorf, Weberhäuser, Friedrichshäng und Lindau waren in der Ring'schen Wirtschaft versammelt", schreibt Josef Baier in der Festschrift anlässlich des 50-jährigen Jubiläums im Jahr 1979 zur Erinnerung an die Gründungsversammlung. Dr. Teresa Guggenmoos erwähnt dazu in der Chronik der Stadt Schönsee, dass "vor allem die jungen Leute aus dem bäuerlichen Bereich" zum Engagement "angesprochen waren". Die Gründer belegten dies mit der Entscheidung für den Namen des Vereins: "Katholische Jungbauernschaft Dietersdorf und Umgebung". Ihre Bodenständigkeit und die Heimatverbundenheit wollten sie mit dem Leitgedanken "Heimatliebe - Frohsinn - Berufstüchtigkeit - Religion" untermauern. Als geistlicher Beirat gehörte der Stadtpfarrer zur ersten Vorstandschaft, Gutsverwalter Albert Erdinger stand an der Spitze des Vereins und Kooperator Friedrich Kreuzer zum Ehrenmitglied bestimmt.
Neuer Vereinsname
Erster großer Auftritt der Mitglieder war wenige Monate später, an Christi Himmelfahrt 1930, bei der Teilnahme am Diözesan-Burschentag in Straubing. Auf Vorschlag des Präses erfolgte am 21. Juni desselben Jahres eine Umwandlung des Vereinsnamens: "Jungbauernschaft" wurde durch "Burschenverein" ersetzt. Von der Aktivität in dieser Zeit berichten unter anderem Chronikeinträge über eine Wanderversammlung im Gasthof Gerstmeier in Friedrichshäng, auf der auch der damalige Pfarrer "von der Plöß" anwesend war. Über den schwachen Besuch einer solchen Veranstaltung in Lindau ist als Grund die Teilnahme vieler Mitglieder "an der Hopfenernte als Hopferzupfer in der Holledau" erwähnt.
Gesellschaftlich stand das Laienspiel im Vereinsleben ganz oben, wofür ein Raum beim "Bräu", unten im Winkl, als Theatersaal mit vereinten Kräften hergerichtet wurde. Die Beschaffung einer eigenen Vereinsfahne war nicht leicht. Spendenaufrufe, "sogar an Dietersdorfer die ins Amerika gegangen waren", so der Chronist, blieben nicht ungehört. So wurde mit einem großen Fest unter Teilnahme vieler auswärtigen Vereine am 5. Juli 1931 die Fahnenweihe gefeiert.
Ein besonderes Anliegen war für die Burschen das Aufstellen des Maibaums. In der Chronik wird von der ersten Maifeier 1930 berichtet, bei der der Bum vom Forstamt gekauft wurde und der Vorstand Ross und Wagen zum Transport stellte. Im Jahr 1970 begleitete das Aufstellen des Maibaums "ein heftiges Schneetreiben". Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs gab es im Januar 1948 unter Stadtpfarrer Alois Treml wieder ein Aufleben des Vereinsgeschehens mit der Neuaufnahme von 51 Burschen. Versammlungen mit Referaten über die Heimat, Politik und Wirtschaft standen auf dem Programm. Dominiert haben die Veranstaltungsthemen die Fragen "Was muss ich als Bauer wissen?"
Als größtes Fest in der jüngeren Vereinsgeschichte wurde das 50-jährige Gründungsfest mit der Weihe einer neuen Fahne im Juli 1979 gefeiert. Im Ortsgeschehen war der Burschenverein bei verschiedensten Veranstaltungen eingebunden. Das Maibaumaufstellen und das Johannisfeuer standen fest im Jahresprogramm. Während des vergangenen Jahrzehnts kam der Vereinsmotor allerdings ins Stottern.
Alles vorbereitet
Umso größer war die Freude im Ort, vor allem unter den älteren Bewohnern, die sich in jungen Jahren beim Burschenverein engagiert hatten, dass im vergangenen Jahr wieder Leben in diese Gemeinschaft kam. Deshalb feiern nicht nur die Burschen - inzwischen gehören zum Verein auch Mädchen - sondern alle Dietersdörfer das 90-jährige Gründungsfest am kommenden Wochenende. Die Vereinsangehörigen um Vorsitzenden Andreas Bauer haben alles vorbereitet und freuen sich schon jetzt auf die Gäste über Dietersdorf und das Schönseer Land hinaus
Festprogramm
Freitag, 19. Juli:20.30 Uhr Musikabend mit DJ Michael B.
Samstag, 20. Juli:19 Uhr Einlass ins Festzelt, 20 Uhr Bieranstich, ab 20.30 Uhr Unterhaltungsabend mit der Partyband "Power".
Sonntag, 21. Juli: 9. 15 Uhr Kirchenzug, 9.30 Uhr Festgottesdienst, 11 Uhr Frühschoppen mit der Grenzland-Blaskapelle, 12 Uhr Möglichkeit zum Mittagessen, 14 Uhr musikalischer Nachmittag mit der Grenzland-Blaskapelle.














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