02.08.2020 - 14:39 Uhr
DieterskirchenOberpfalz

In der Volkssternwarte Dieterskirchen kehrt wieder Leben ein

In Dieterskirchen ist nach fast fünf Monaten wieder Sterne gucken möglich. Jeden Freitag ab 20 Uhr werden in der Sternwarte Gäste empfangen, die sich interessante Einblicke in das Universums erwarten.

Mit Mundschutz und entsprechendem Abstand und immer einzeln konnten die Gäste endlich wieder durch die Teleskope die Weite des Weltraums erforschen.
von Udo WeißProfil

Mit den Planeten Jupiter, Saturn und Mars und dem sogenannten "Sommerdreieck" bot der Nachthimmel am vergangenen Freitag interessante Ausblicke. Der ideale Tag zur Wiedereröffnung der Volkssternwarte Dieterskirchen. Seit dem 14. März waren Sternwarte und Planetarium geschlossen. "Ein Jammer!", wie es der Vorsitzende Johann Köppl formulierte.

Gute Bilanz bis 14. März

Bis zum Lockdown interessierten sich in den sechs Jahren seit der Einweihung 18 000 Besucher und 90 Schulklassen für das Universum. "Auch in diesem Jahr ist es sehr gut angelaufen", so Johann Köppl, der die Sternwarte mit viel Herzblut betreibt, "450 Besucher waren hier, davon 136 Kinder. Zwei Seniorengruppen, zwei Realschulklassen aus Weiden und zwei Kindergeburtstage wurden gefeiert. Das war die Bilanz bis zum 14. März."

Zehn pro Abend

"Jetzt geht's endlich wieder los", freute sich auch das engagierte Team des Vereins "Sternenfreunde" mit 208 Mitgliedern, das Führungen anbietet. Wie vor Corona auch werden wieder jeden Freitag ab 20 Uhr Besucher empfangen und mit interessanten Vorträgen im Planetarium und im Vortragsraum sowie durch den Blick in das große Teleskop mit faszinierenden Erkenntnissen in die Astronomie eingeführt. Allerdings mit massiven Einschränkungen. Pro Abend dürfen nur zehn Personen nach Anmeldung bei Wolfgang Horn auf das Gelände, so auch am Tag der Wiedereröffnung. Im Vortragsraum müssen die Gäste, wenn sie nicht zu einer Familie gehören, 1,50 Meter Abstand halten. Die Zahl der aufgestellten Stühle hat sich deutlich reduziert.

Der gute Start ins Jahr 2020

Dieterskirchen

Dort zeigte Köppl in seinem Referat "Das geschrumpfte Universum" die Dimensionen des beobachtbaren Universums auf. Auf dem Weg zum Planetarium, wo die Regel "drei Stühle Abstand" gilt, herrscht Maskenpflicht. Mirjam Schlinke, ein Mitglied des Vereins, zeigte im Planetarium den aktuellen Sternenhimmel und anschließend den Film "Alien's Life", bei dem es um die Exoplaneten ging und die Bedingungen, wie sich darauf Leben entwickeln könnte. Auch hier ist, wie im gesamten Haus, jede Türe geöffnet, um schnellen Luftaustausch zu gewährleisten.

"Laurentiustränen"

Durch die Teleskope, deren Okulare nach jedem Besucher zu desinfizieren sind, beobachteten die Gäste bei Einbruch der Dämmerung Doppelsterne, den Kugelsternhaufen M 13, planetarische Nebel sowie die etwa 2,8 Millionen Lichtjahre entfernte Nachbargalaxie (Andromedagalaxie). "Der August ist der Sternmonat. Vom 11. auf 12. August sind die astronomischen Bedingungen für die Entstehung von Sternschnuppen (Persiden) gut", sagte Köppl. Er wies darauf hin, dass Sternschnuppen im Volksmund "Laurentiustränen" genannt werden. Sie sind meist um den Namenstag dieses Heiligen am 10. August zu sehen.

Der Besuch des Planetariums war durch den zu haltenden Abstand reduziert. Familien durften natürlich beieinander sitzen.
Auch das große Teleskop kam zum Einsatz.
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