10.09.2020 - 10:49 Uhr
Döllnitz bei LeuchtenbergOberpfalz

Ein Dorf feiert Schulhauseinweihung

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Groß war die Freude im Jahr 1965, als in der damaligen Gemeinde Döllnitz das mittlerweile dritte Schulhaus eingeweiht wurde. Die Erinnerungen an diese Zeit sind bei vielen Döllnitzern noch wach.

Die erste, zweite und dritte Klasse, die Unterklasse (Februar 1961) mit der damaligen Lehrerin Ingrid Merkl (links stehend) im alten Schulhaus, heute Schützenheim.
von Sieglinde SchärtlProfil

Unter Bürgermeister Adolf Rieder wurde in der damaligen Gemeinde Döllnitz ein neues Schulhaus geplant, das dritte mittlerweile in dem Dorf. 1961 wurde der erste Plan dafür vom Bürgermeister und seinen Gemeinderäten abgesegnet, 1964 ein Tekturplan nachgereicht, 1965 ging die feierliche Einweihung über die Bühne. Die Feier fand im Schulhaus statt, gekocht wurde in der neuen Schulküche.

Den Plan hatte damals Architekt Hugo Steininger, Sohn des Kunstmalers Ludwig Steininger aus Vohenstrauß, entworfen und vorgestellt. Nach diesem Plan wurde ein Schulhaus mit drei Klassenzimmern, einer Schulküche, einer offen Turnhalle mit Umkleideräumen und ein Lehrerwohnhaus gebaut. Lehrer Peter Anzer, der schon im alten Schulhaus unterrichtete und die Schulleitung inne hatte, war der erste Lehrer, der mit seiner Familie in das neue Lehrerwohnhaus einziehen konnte.

Heute ein Antiquitätengeschäft

Vier Jahre war hier die Bauzeit. Damals wurden in sehr vielen ehemaligen Gemeinden Schulhäuser gebaut, aber nach nur einigen Jahren der Nutzung wieder geschlossen. Die Schüler gingen dann nach Leuchtenberg und Vohenstrauß in die Grund- und Hauptschule (heute Mittelschule). Das Döllnitzer Schulhaus wurde anschließend an das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Irchenrieth für einige Jahre vermietet. Danach stand es zum Verkauf. Familie Schösser kaufte das ganze Areal. Heute befindet sich in den Schulräumen ein Antiquitätengeschäft. Damit alle Gegenstände Platz fanden, wurde die offene Turnhalle geschlossen.

Das Lehrerwohnhaus wurde auch zum Wohnhaus. Das allererste Schulhaus in Döllnitz, so der Eintrag von 1840 vom Staatsarchiv Amberg: „Ehemaliges Schulhaus und Mesnerhaus, Wohnhaus, Stadl, Stall und Schulgarten seit undenklichen Zeiten Schule,“ und es ist unmittelbar neben der Kirche und ging 1878 in Privatbesitz über. In den 30er Jahren wurde es aufgestockt. 1928 wurde das zweite Schulhaus in Döllnitz erweitert und eingeweiht. Es dient heute als Vereinsheim für die Schützen, Feuerwehr, Soldaten- und Reservistenkameradschaft und Frauengruppe und auch als Feuerwehrhaus.

Immer mehr Schüler in Döllnitz

1927 wurde der Beschluss gefasst, das Schulhaus (heutiges Schützenheim) zu erweitern. „Die Schulgemeinde mit 80 Kindern, hoffend dass es in Zukunft 100 werden, und das mit nur einer Lehrkraft, Lehrer Schmied.“ Die damaligen Verantwortlichen erkannten, dass dies auf Dauer ein unhaltbarer Zustand sei. So wurde im Sommer 1927 einstimmig beschlossen, an dem am Schulhaus anliegenden Schulstadel einen zweiten Lehrsaal im ersten Stock auszubauen. Bezirksbaumeister Windschiegl Vohenstrauß lieferte die Pläne und Baumeister Donat Ach von Vohenstrauß begann mit dem Umbau.

Auch am bisherigen Lehrsaal wie überhaupt im ganzen übrigen Schulhaus wurden verschiedene Umbauten und Änderungen vorgenommen. Denn es war auch eine neue Wohnung für die zweite Lehrkraft nötig. Nach Fertigstellung des zweiten Schulsaales im Oktober 1928 fand Schmied lobende Worte an die Gemeinde, Bezirksamt und Regierung, die sich für sie Schulsache so bereitwillig eingesetzt hat. Er richtete noch einen frischen Appell an die neue Lehrkraft zu treuem, festen Zusammenarbeiten. Bei der Einweihungsfeier sprach Babette Gieler von Tanzmühle am Eingang des Hauses ein Weihegedicht. Bürgermeister Gieler hatte zuvor die Festgäste willkommen geheißen. Den Weiheakt nahm Katechet Expositus Hofmann vorgenommen und stellte „in feinen Linien das Verhältnis von Elternhaus, Schule und Kirche heraus und dabei den hohen Wert der Schule.“

In Döllnitz klappt der Lieferservice wie in früheren Zeiten

Döllnitz bei Leuchtenberg
Festessen für 70 Personen:

Auszug aus den Rezeptheft der damaligen Köchin

  • Rehbraten: das zerstückelte Reh enthäuten, mit Mischung von Salz, Pfeffer, gem. Nelken, zerdrückte Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Zwiebeln, „Allerlei Fleischgewürz“ und Zitronen fest einreiben, in Lösung von Essig und Wasser legen, wenn nicht noch Zeit zum Einlegen, dann mit Zitronensaft beträufeln oder auch einreiben, mit der Mischung in Pfannen legen, mit Speckscheiben belegen, und mit Butter braten, wenn braun, dann mit saueren Rahm und Essiglösung aufgießen, welche heiß gehalten wird, nachgießen, bis Fleisch weich ist. Dann herausnehmen, die Soße in einen Topf gießen, aufkochen lassen, dann 5-6 Esslöffel und 4-5 Würfel Jägersoße in Wasser einrühren in die Soße, aufkochen, wenn noch Rahm da ist noch dazu und mit sauerem Rotwein verfeinern.
  • Leberknödel: 4 Pfund Butter nur schaumig rühren, nicht zergehen, 40 Eier, 4-5 Pfund Leber, so 4-6 Pfund Semmelbrösel, würzen mit in Butter gedünstete Petersilie und Zwiebel, Salz, Pfeffer, Piment, Muskatnuss, Majoran ein paar Suppenwürfel auflösen und dazu leichten Teig bereiten, bis zum Einlegen kühl stellen, in zwei Töpfe einlegen, kurz aufkochen, zugedeckt abstellen. Die Suppe mit Porree-Petersilie, 6 gelbe Rüben und 5 Tomaten kochen mit Salz und Suppenwürfel abschmecken und Maggi, Meerrettich: Semmelbrösel mit süssen Rahm oder Dosenmilch einweichen mit Apfel mischen, Salz, Zucker, Zitronen oder Essig abschmecken, viel Meerrettich.
  • Semmelknödel: 30 kleine Semmeln geschnitten mit gut lauwarmer Milch einweichen, 2 Pfund Butter in Sahne gerührt, 30-40 Eier, Salz, kleingehackte Petersilie, wenn der Teig zu weich ist, kann man mit Semmelbrösel nachhelfen.

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