Gottesdienste: Osternacht erst nach der Ausgangssperre

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Kürzere Gottesdienste, keine Prozessionen, verlegte Termine: Die Osterfeiern in den katholischen Kirchen werden an die Pandemie-Situation angepasst. Der Verzicht auf Präsenz-Gottesdienste ist vom Tisch.

Gesperrte Bänke und Abstandsregeln: Die Corona-Vorschriften gelten auch in den Gottesdiensten zu Ostern. Nach einigen Diskussionen bleiben Präsenzgottesdienste zulässig.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Nach den Gesprächen der Kirchen mit der Staatsregierung ist seit Mittwochabend klar: Präsenzgottesdienste zu Ostern sind zulässig. Ein Schreiben des Generalvikars der Diözese an die Pfarreien bekräftigt dies. Die geltenden Infektionsschutzmaßnahmen bleiben der Rahmen. Den hatten sich die Pfarreien ohnehin gesteckt, bevor die für die Religionsgemeinschaften überraschende Bitte aus Berlin und München zum Verzicht kam.

"Wir haben ohnehin abgespeckt geplant", sagte Dekan Alois Kaufmann (Oberviechtach-Neunburg) den Oberpfalz-Medien. "Die Gottesdienste werden kürzer als sonst." Volksgesang ist ohnehin nicht erlaubt, es werde weniger Lesungen geben. Die Abstands- und Hygieneregeln, an die sich die Gemeinden ohnehin seit Monaten halten, sind selbstverständlich. Die im Landkreis geltende Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens führt zu Terminverschiebungen.

Zwei Feiern angesetzt

In Oberviechtach beispielsweise wird die Feier der Osternacht am Karsamstag bereits um 20 Uhr beginnen. Eine zweite Osternachts-Feier ist für den Ostersonntag um 6 Uhr angesetzt, als Alternative und Ergänzung. "Damit alle Leute, die teilnehmen wollen, das auch können." Die Zahl der Ministranten am Altar wird auch deutlich kleiner sein als sonst bei großen Festgottesdiensten. Maximal zwei bis drei", sagte Kaufmann.

Auch Dekan Michael Hoch (Nabburg, Pfarrei Dürnsricht-Wolfring) hat die Oster-Gottesdienste bereits vor der Diskussion um einen Verzicht in angepasster Form geplant. Die Palmsonntags- oder Kreuzwegprozessionen fallen weg. Da wären die Abstandsregeln schwer zu kontrollieren, sagte Hoch. Die Anstands- und Hygieneregeln seien "seit Monaten" eingeübt. Das "Gebet durch die Nacht" vor Karfreitag wäre ohnehin ausgefallen. Die Feier der Osternacht hat auch Hoch so geplant, dass die Ausgangssperre eingehalten werden kann. "Die Leute können sowieso immer selbst entscheiden, ob sie in den Gottesdienst kommen oder nicht", sagte Hoch, "es besteht ja kein Zwang." Gute Argumente gebe es für und auch gegen einen Besuch. Das Osterdatum in diesem Jahr erlaubt, trotz Verlegung eine Soll-Bestimmung für die Osternacht einzuhalten: Sie soll nämlich nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang gefeiert werden. Auch in Schwandorf werden die Gottesdienst-Umfänge und Zeiten angepasst. So wird die Osternacht am Sonntag eine Stunde später ab 6 Uhr gefeiert.

Entscheidung noch offen

Die evangelischen Gemeinden entscheiden selbst über Präsenzgottesdienste, das letzte Wort hat der Kirchenvorstand. "Ich hoffe, dass wir Gottesdienste anbieten können", sagte die Schwarzenfelder Pfarrerin Heidi Gentzwein. Der Vorstand tagt erst an diesem Freitagabend.

Überrascht von Forderung der Politik

Nabburg

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.