Photovoltaik als wichtiger Baustein der Energiewende

Für Arnold Kimmerl ist die Energie von Fotovoltaikanlagen ein wichtiger Teil des erneuerbaren Energienkonzepts. Auch wenn diese auf Freiflächen errichtet werden.

Bürgermeister Christian Ziegler freute sich, Arnold Kimmerl (rechts) als Referenten in der Schulturnhalle in Dürnsricht begrüßen zu können.
von Heinrich Niebauer (NIB)Profil

Die Diskussion über den Sinn von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen ist kontrovers. Auch in der Gemeinde Fensterbach liegen Anträge für die Errichtung solcher Anlagen vor und über sie wurde schon mehrfach im Gemeinderat diskutiert. Bürgermeister Christian Ziegler freute sich deshalb Arnold Kimmerl in der Schulturnhalle in Dürnsricht zum Thema "Photovoltaik und Bürgerenergie-Genossenschaften" begrüßen zu können.

Ein Blick in die Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz

Nabburg

Der Altbürgermeister von Pfreimd und ehemalige stellvertretende Landrat war als Aufsichtsratsvorsitzender der Bürgerenergie mittlere Oberpfalz (Bemo) nach Dürnsricht gekommen, um über das Thema Photovoltaik zu referieren. Unter den Zuhörern waren auch zahlreiche Mitglieder des Gemeinderats, die zahlreiche Fragen zu diesem Themenkomplex hatten, gilt es doch in nächster Zeit sich darüber einig zu werden ob die Gemeinde die Erweiterung bestehender und die Ausweisung weiterer Flächen von bis zu 25 Hektar will.

Gut abwägen

Für Kimmerl sind die Photovoltaikanlagen ein wichtiger Baustein hin zu regenerativen Energien. Vor allem nachdem die Windkraft durch die 10-H-Regelung an Bedeutung verloren hat. Dabei sprach er sich auch für Freiflächenanlagen aus, da allein mit Anlagen auf den Dächern nicht genügend Energie erzeugt werden könne. Er gab aber zu Bedenken, dass derzeit eine „Goldgräberstimmung“ bei der Errichtung neuer Freiflächenanlagen herrsche. Die Gemeinden, zu deren Pflichtaufgaben die Versorgung mit elektrischer Energie gehört, haben abzuwägen, welche Flächen dafür geeignet sind und ob und wie viele Flächen sie dafür ausweisen. Man könne aber nicht nach der Prämisse verfahren: „Ich bin nicht gegen erneuerbare Energien aber nicht bei mir!“.

Für die Photovoltaik sprechen die niedrigen Erzeugungskosten von etwa 3 bis 4 Cent je Kilwatt und anders als bei der Atomkraft, der problemlose Rückbau der Anlagen am Ende der Laufzeit. Kimmerl betonte aber auch den biologischen Nutzen. Die Flächen werden aus der intensiven Bewirtschaftung genommen, weder gedüngt noch mit Spritzmitteln behandelt. So siedeln sich nach wenigen Jahren wieder heimische Pflanzen- und Tierarten auf dem Gelände an. "Die Photovoltaikanlagen erzeugen etwa neun bis zehn Mal mehr Energie als bei der Herstellung aufgewendet werden muss", erklärte Kimmerl.

"Power to Gas"

Auf Nachfrage was den sei, wenn keine Sonne scheint und auch kein Wind gehe, erklärte Kimmerl, dass weder Windkraft noch Sonnenenergie geeignet seien, die Grundlast abzusichern. Es gäbe aber auch hier neben bewährten Arten wie Gaskraftwerke oder Wasserkraft bereits vielversprechende Ansätze. Kimmerl erwähnte unter anderem das Verfahren „Power to Gas“, bei dem aus überschüssiger Sonnen- oder Windenergie Wasserstoff erzeugt werde.

Am Ende der Veranstaltung dankte Bürgermeister Christian Ziegler dem Referenten für die umfassenden Ausführungen und die Antworten auf die zahlreichen Fragen. Die Gemeinde müsse es sich wohl überlegen, wenn sie neue Flächen ausweise, stellte Ziegler fest, denn man lege sich für mindestens 20 bis 25 Jahre fest.

Hintergrund:

Aufnahmestopp

Die Bürgerenergiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz (Bemo) hat sich laut Arnold Kimmerl als gemeinnützige Genossenschaft bereits vor zehn Jahren zum Ziel gesetzt, die erneuerbaren Energien zu nutzen und die Erträge regional zu erwirtschaften. Rund 390 Mitglieder zählen derzeit dazu. Der Aufbau der Genossenschaften gebe jedem Bürger die Gelegenheit, sich aktiv an den Projekten zu beteiligen. Derzeit betreibt die Bemo sowohl Solar- als auch Windkraftanlagen. Aktuell habe man einen Aufnahmestopp, erklärte Kimmerl auf Nachfrage. Erst wenn wieder ein neues Projekt anstehe, werde man wieder Anteile verkaufen.

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