Nach Unwetter: Kamele knöcheltief im Wasser

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Gewitter, Wassermassen, Unwetter - das geht auch in Amberg-Sulzbach nicht spurlos an den Gebäuden, Orten und Menschen vorüber. Besonders hart hat es Pferde- und Kamel-Besitzer Alfons Heindl aus Eberhardsbühl (Gemeinde Edelsfeld) erwischt.

Eine ziemlich nasse Angelegenheit. Dort, wo sich die Kamele von Alfons und Uschi Heindl normal herumtreiben, haben Wassermassen für eine Überschwemmung gesorgt.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Ein Blick auf Facebook zeigt das Ausmaß des Unwetters vom Samstag. Ein Nutzer hat Bilder online gestellt und Großalbershof als Ort verlinkt. Zu sehen sind mehrere Fotos vom Hochwasser in dem Ort. Bei einem Auto sind die Reifen kaum mehr zu sehen, weil es von brauner Brühe umgeben ist. Der Erlbach im Sulzbach-Rosenberger Bürgerpark ist bis an den Rand des Bachbetts gefüllt. Das Rosenberger Wehr ist nach dem Starkregen mit Unrat verstopft.

Auch Alfons Heindl aus Eberhardsbühl ist vom Unwetter nicht verschont geblieben. Er und Uschi Heindl besitzen 20 Rinder, sechs Pferde und fünf Kamele - alles Weidehaltung. Sie bieten unter anderem Reit- und Kameltouren an, Leiterwagenfahrten mit Hochlandrindern, sind auf Mittelaltermärkten unterwegs und haben auch Quads und Jeeps im Bestand.

Wasser anderthalb Meter hoch

Am Wochenende gab's eine Überschwemmung. Bestimmt zwei seiner sechs Hektar Land hat es erwischt, schätzt Heindl. Das Wasser sei bis zu eineinhalb Meter hoch gewesen und habe vor allem das Stallgebäude und das Futter in Mitleidenschaft gezogen. Durchnässt und weggeschwemmt sei all das Material geworden: 30 Heuballen (einer schlägt alleine mit 40 bis 50 Euro an Kosten zu Buche) und 200 Tonnen Sand muss Heindl ersetzen. Im Zaun würden Stroh und Äste hängen, zum Teil sei er niedergerissen worden. Das Wasser habe auch das Nebengebäude geflutet. Zwei Fohlen und Kamele mussten die Heindls woanders hin ins Trockene bringen.

Für die Überschwemmung macht der 57-Jährige eine klare Ursache aus: Den neuen Wassertunnel der Bahn. "Der alte Tunnel ist vor zwei Jahren verkleinert worden. Ich habe darauf hingewiesen, dass er das Wasser nicht schafft", erklärt der 57-Jährige. Ein Gutachter habe aber entgegnet, dass dem nicht so sei. Heindl machte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien allerdings deutlich, dass er innerhalb eines Jahres drei Überschwemmungen zu beklagen gehabt habe. Das Land habe er vor fünf Jahren erworben. Vor dem Umbau habe es keine Probleme mit Überschwemmungen gegeben. Vergleichbare Fälle aus der Vergangenheit kennt Heindl auch nicht. Er wisse nur, dass 1963 der Tunnel verstopft gewesen sei und es damals auf dem Areal große Wassermassen gegeben habe. "Mittlerweile staut es sich bei uns aber zurück."

Keine rosige Perspektive

Alles in allem bilanziert Heindl: "Das macht nicht wirklich Spaß. Wir waren beim letzten Mal schon beim Rechtsanwalt und hatten eine Menge Arbeit." Nachdem die Überschwemmungen seit einigen Monaten gehäuft vorkommen, spricht der Tier-Besitzer von einer Perspektive, die alles andere als rosig sei.

Zumal Heindl nicht nur den Sachschaden zu beklagen habe, sondern auch noch mit fehlenden Einnahmen zu kämpfen habe. Normalerweise generieren er und Uschi Heindl beispielsweise Geld mit den Kamelen auf den Mittelaltermärkten. Wegen Corona flossen diese Einnahmen aber auch nicht. "Es ist ja alles als Hobby losgegangen. Eigentlich können wir nicht davon leben", macht Heindl klar. Hinzu kommen die nun immer wieder auftretenden Überschwemmungen.

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Amberg

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