20.02.2020 - 13:32 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Nach Brand in Ipflheim: Anzeige von Tierschützern

Die Aktion war zu erwarten: Die Tierschutzorganisation Peta hat eigenen Angaben zufolge Strafanzeige "gegen die Verantwortlichen" des Stallbrandes in Ipflheim erstattet. Peta macht das mit System.

Vollbrand, Totalschaden, 133 Tiere tot. So liest sich die Bilanz des Feuers in Ipflheim.
von Uli Piehler Kontakt Profil

In der Nacht auf Samstag, 15. Februar, ist ein verheerendes Feuer in einem Schweinestall bei Ipflheim (Gemeinde Ebermannsdorf) ausgebrochen. 133 Tiere kamen in den Flammen um. Zehn Feuerwehren mit rund 100 Einsatzkräften rückten an, um den Brand zu bekämpfen.

Verheerendes Feuer in Ipflheim

Ipflheim bei Ebermannsdorf

Nun stellt die Tierschutzorganisation Peta laut einer Presseerklärung vom Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft Amberg Strafanzeige "gegen die Verantwortlichen". Wörtlich heißt es in der Mitteilung: "Aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Schweine qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen."

„Jedes Tier, das bei einem Brand in einem Stall stirbt, wird grob fahrlässig getötet“, wird Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei Peta zitiert. Das Vorgehen ist nicht neu. Auch nach einem Brand in Bad Neualbenreuth im Januar hat die Organisation Strafanzeige gestellt.

Bad Neualbenreuth

Peta kritisierte in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen. Ein Schutz der Tiere sei dort "so gut wie nicht geregelt". Zudem würden in der Praxis meist selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung komme es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die die Rettung der Tiere verhindern. "Es ist noch zu ermitteln, ob dies auch beim aktuellen Einsatz der Fall war."

Im Fall Ipflheim ist der Brand offenbar recht spät bemerkt worden. Der Stall liegt etwa 200 Meter vom Ort entfernt. Die Einsatzkräfte wurden am Samstag gegen 6.30 Uhr alarmiert. Laut Kreisbrandrat Fredi Weiß muss es schon stundenlang gebrannt haben, eigentümlicherweise habe niemand die Flammen bemerkt. Allerdings liege der Stall auch etwa 200 Meter außerhalb der Ortschaft. Am Samstagmorgen seien kaum Arbeitnehmer unterwegs gewesen und es habe viel Nebel gegeben.

An der Vorgehensweise von Peta gibt es Kritik von Landwirten und Bürgermeistern. Im vergangenen Jahr habe die Organisation 23 Anzeigen bei ähnlichen Fällen erstattet, heißt es.

Kritik an der Vorgehensweise von Peta

Oberpfalz
Info:

Brandursache

Mittlerweile glaubt die Polizei die Brandursache gefunden zu haben. Die Ermittler gingen von einem "technischen Defekt in einer Elektroinstallation" aus, erklärte ein Sprecher am Dienstag auf Nachfrage. Mehrere Gutachter hätten die Brandruine in den vergangenen Tagen unter die Lupe genommen. Fremdverschulden könne ausgeschlossen werden. Bei dem Feuer in Ipflheim ist ersten Schätzungen zufolge ein Schaden von 800.000 bis 1.000.000 Euro entstanden.

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