15.03.2019 - 19:40 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Ebermannsdorf: Kanalbau ab Montag

Die Ersatz-Bushaltestellen stehen schon seit ein paar Tagen am Erzweg. Ab Montag werden sie gebraucht: In Ebermannsdorf beginnt die zweite große Kanalerneuerung. Und die sorgt dafür, dass die Ortsdurchfahrt gesperrt ist.

Am Freitag konnte man hier noch problemlos durchfahren, ab Montag ist das nicht mehr möglich: Die Ebermannsdorfer Ortsdurchfahrt wird gesperrt, weil hier ein neuer Hauptkanal verlegt wird.
von Heike Unger Kontakt Profil

Bürgermeister Josef Gilch hat in seinem Büro gleich mehrere Großprojekte ständig vor Augen. An der Wand hängen zwei große Pläne, die die Hauptstraße mit dem künftigen Ortszentrum (Neue Mitte) sowie den Bereich zwischen oberer Ortseinfahrt und Kindergarten zeigen. Sie illustrieren den schon längst überfälligen Bau neuer Kanäle im Bereich der Ortsdurchfahrt (Hauptstraße) und der Schule, die Parkplätze und die neue Druckerhöhungsstation (Trinkwasserversorgung) am Domcom sowie die geplante Neue Mitte.

Ebermannsdorf hat zur Entwässerung zwei Hauptschlagadern, wie Gilch erklärt. Die eine, im Bereich der Bergstraße, sei vor rund zehn Jahren ertüchtigt worden. Jetzt endlich stehe auch die zweite an - im Bereich der Hauptstraße. Hier gibt es einen Haupt- und zwei weitere parallel zur Ortsdurchfahrt verlaufende Kanalstränge, die schon bis zu 50 Jahre auf dem Buckel haben. "Hier ist noch nie was gemacht worden", sagt Gilch. Das Dorf sei mit den Jahrzehnten stark gewachsen, die Kanäle aber seien "klein geblieben".

Am Erzweg stehen die Bus-Ersatzhaltestellen.

Löcher, Schäden, Brüche

Der Zahn der Zeit hat auch an ihnen genagt: Löcher, Schäden, Brüche lassen Wasser eindringen und, was noch schlimmer ist, Abwasser austreten. Zu allem Übel verlaufen Teile der Kanäle durch Privatgrund - ohne einfache Zugriffsmöglichkeit, etwa durch Schächte, im Fall der Fälle. Noch ein Problem gibt es: Die Druckwassererhöhungsstation für die Trinkwasserversorgung "steht am falschen Platz, nämlich zu hoch", erklärt Gilch. Damals sei dies aber der einzig verfügbare Standort gewesen. Weil die Gemeinde für die Neue Mitte Grund kaufen konnte, kann die Station jetzt einen besseren, deutlich tiefer gelegenen Platz bekommen. Damit, sagt Gilch, "ist dann auch endlich der Brandschutz gewährleistet". Der alte Standort hätte nämlich durchaus Probleme bescheren können, wenn die Feuerwehr Löschwasser aus dem Hydranten saugt. Mit dem Kanalbau wird auch gleich die ebenfalls zu kleine Wasserleitung den Erfordernissen angepasst.

Bürger müssen zahlen

Der erste Abschnitt (Fertigstellung bis Weihnachten) ist mit rund zwei Millionen Euro kalkuliert. Kosten, die über eine Gebührenerhöhung auf die Ebermannsdorfer umgelegt werden. Beim Wasser kommen auf die Bürger zwei Beitragsbescheide zu, der erste noch heuer, der zweite nach Fertigstellung. Das, so betont der Bürgermeister ausdrücklich, habe der Gemeinderat so beschlossen - und zwar einstimmig.

Kein Bestandsplan

In einem zweiten Bauabschnitt wird schließlich auch zwischen Domcom und Kindergarten eine neue Entwässerung gebaut. Das Viertel hier wurde einst einfach an einen viel zu kleinen Kanal angeschlossen. Der Bau der Neuen Mitte ermögliche nun endlich den schon lange nötigen Entlastungskanal. Etwa eine Million Euro sind dafür kalkuliert. Derzeit läuft die Detailplanung, Bau-Beginn soll im Herbst sein, Fertigstellung im Frühsommer 2020. Vorausgesetzt, es gibt keine Überraschungen, denn in Sachen Kanal sei nie "ein Bestandsplan gemacht worden". Deshalb sei man in jüngster Zeit öfter einmal auf Leitungen gestoßen, von denen man nichts gewusst habe. Und die zum Teil auch "aus dem Nichts" kommen oder dort enden.

Am Montag, 18. März, geht's los - mit dem ersten Kanalbauabschnitt im Bereich der Hauptstraße. Die Firma Englhard (Ammerthal) hat den Auftrag bekommen. Die Kanalarbeiten laufen bis Ende des Jahres. Genauso lang wird auch die Ortsdurchfahrt gesperrt sein.

Im Blickpunkt:

Ortsdurchfahrt gesperrt

Wegen des Kanalbaus in der Hauptstraße ist die Ebermannsdorfer Ortsdurchfahrt ab Montag, 18. März, gesperrt. Der Schwerverkehr wird sehr weiträumig umgeleitet, über Leidersdorf und Diebis nach Schafhof. Autos und andere Fahrzeuge (maximal sieben Tonnen) können die Theuerner Straße als Ausweichstrecke nutzen. Auch der Linienbusverkehr ist betroffen: Die drei Haltestellen entlang der Hauptstraße werden, wie Bürgermeister Josef Gilch angesichts kursierender Gerüchte ausdrücklich betont, „nicht abgerissen“. Aber sie können in der Bauzeit (bis Ende des Jahres) von den Bussen nicht angesteuert werden. Deshalb hat der Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) am Erzweg Ersatz-Haltestellen eingerichtet.

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