12.08.2019 - 12:10 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Ebermannsdorf krempelt Ärmel hoch

„Es geht um die Heimat. Heimat braucht Menschen und Zusammenhalt - dann hat Heimat Vorfahrt“, so Steffen Schneider (Amt für Ländliche Entwicklung). So sehen das die Menschen in Ebermannsdorf: Sie nehmen sich Zeit, um sich zu informieren.

Bei der Infoveranstaltung im Domcom, Redner Steffen Schneider erklärt den Anwohnern des Alten Dorfs, wie das Programm funktioniert, was zu beachten ist etc
von Christine Wendl - wecProfil

Zur Auftaktveranstaltung der umfassenden Dorferneuerung nahmen sich zahlreiche unmittelbare Anwohner des "alten Dorfes", aber auch interessierte Bürger Zeit. Sie folgten der Einladung zur Aufklärung über das Programm durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) im Domcom.

Geplante Umgestaltung

Die Sachbearbeiter, Steffen Schneider und Armin Friedrich, gaben umfangreiche Informationen rund um die geplante Umgestaltung der bereits mit dem Gemeindeentwicklungskonzept beantragten Bereiche im Dorf. Bürgermeister Josef Gilch freute sich über die zahlreichen Gästen und deren Interesse - und darüber, dass "erfreulicherweise das ganze Dorf Ebermannsdorf in dem Programm ,Umfassende Dorferneuerung berücksichtigt ist: "Das ist wie ein Sechser im Lotto für den Ort", schwärmte er. "Ich bin froh, dass es gelungen ist, so schnell ins Programm zu kommen. Alle Anstrengungen der letzten Jahre tragen jetzt Früchte", so Gilch.

Per Power-Point-Präsentation ging Schneider auf die verschiedenen Themen ein, die bei der Umgestaltung - vor allem des historischen Dorfkerns - zu beachten seien. Es gebe unterschiedliche Zuständigkeiten, auf der einen Seite die Gemeinde, andererseits eine Teilnehmergemeinschaft, die sich ausschließlich aus Bewohnern zusammensetzt. Ziel der Dorferneuerung sei, die Lebensqualität im Ort zu steigern, aber auch die Entwicklung zu fördern.

Früher sprach man vom sogenannten "Donut"-Effekt, als die Dörfer aus der Mitte heraus rundherum gewachsen waren und irgendwann das ursprüngliche Zentrum verödet war, so Schneider. Wenn ein Dorf wächst, müsse man versuchen, den Dorfcharakter zu bewahren und achtzugeben, dass die Dörfer nicht ineinander wachsen. Auch gelte es, Natur und Artenvielfalt zu erhalten - und damit seien nicht nur die viel besprochenen Bienen gemeint.

Voraussetzung für die Dorferneuerung sei das aktive Mitwirken der Bevölkerung. Das ALE unterstütze und berate lediglich, Ideen müssten von Eigentümern und Bewohnern kommen. Die Beratungsleistung durch ALE-Fachleute sei kostenlos. Bevor jedoch verändert werden kann, muss es Menschen geben, die gerne daran mitwirken wollen und sich in einer Arbeitsgruppe (AG) zusammentun. Diese wird im November bei einem zweitägigen Seminar durch die Schule für Land- und Dorfentwicklung weiter informiert.

In Liste eintragen

Das Seminar ist gratis für alle, die teilnehmen wollen und sich bis spätestens Anfang November in die Liste, die im Rathaus aufliegt, eingetragen haben. Es geht um die Bestandsaufnahme sowie darum, eine Stärken-/Schwächen-Analyse aufzustellen, Ziele zu definieren und Maßnahmen zu schaffen. Prioritäten werden gesetzt und danach geht es an die Information der Bevölkerung.

Dörflicher Charakter

Erst dann folgen die Umsetzung im Dorferneuerungskonzept und die näheren Planungen. Steffen Schneider erläuterte noch die Rechte und Pflichten der Teilnehmergemeinschaft, der automatisch alle Eigentümer der im Verfahrensgebiet angesiedelten Flurstücke angehören. Er informierte über den Rahmen der Fördermöglichkeiten, die nicht nur im öffentlichen, sondern auch im nicht-öffentlichen Bereich in Anspruch genommen werden können, sofern die förderfähigen Voraussetzungen erfüllt werden. Insgesamt soll bei der Dorferneuerung der dörfliche Charakter erhalten bleiben und verstärkt werden. Eine nachhaltige Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse sind eine gute Voraussetzung.

Zu Fragen rund um das Projekt stehen die ALE-Berater jederzeit mit Rat und Tat kostenlos zur Seite.

Luftbild (im Mai 2017 aus dem Hubschrauber gemacht) des "Alten Dorfs" - das ursprüngliche Ebermannsdorf. Links am Bildrand das Schloss (mit der Johanneskirche), unterhalb der Wiese (linke Straßenseite) ist das Feuerwehrhaus und die Dorfeinfahrt von Schafhof kommend.

Aktuell und Wissenswert

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