29.03.2019 - 16:38 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Ebermannsdorfs Neue Mitte im Startloch

Es ist ruhig geworden nach vielen hitzigen Debatten um Ebermannsdorfs Neue Mitte. Inzwischen ist die Fläche, auf der der neue Ortskern entstehen soll, gerodet. Momentan sucht die Gemeinde nach einem Hochbauarchitekten.

„Hier entsteht das Herz unserer Gemeinde“, verkündet schon seit einiger Zeit ein Schild auf dem freien Gelände unterhalb der Ebermannsdorfer Schule (oranger Komplex im Hintergrund): Hier entsteht die Neue Mitte – das Ortszentrum, das Ebermannsdorf bislang nicht hat.
von Heike Unger Kontakt Profil

Der Wald, den etliche Bürger erhalten sehen wollten, ist inzwischen verschwunden. Das, erklärt Bürgermeister Josef Gilch, habe einen naturschutzrechtlichen Hintergrund: Solche Baumfällarbeiten dürften wegen des Vogelschutzes nur bis Ende Februar erledigt werden. Nachdem der Bebauungsplan für die Neue Mitte inzwischen rechtskräftig ist, will die Gemeinde jetzt zügig an die Umsetzung gehen. Schließlich wollten auch die beteiligten Investoren möglichst schnell beginnen.

Architekt gesucht

Momentan ist die Gemeinde "auf der Suche nach einem Hochbauarchitekten", erklärt Gilch. Im Mai soll diese Aufgabe vergeben werden. Ebermannsdorf will zwei der Gebäude, die im neuen Ortszentrum entstehen sollen, selbst errichten - ein Verwaltungsgebäude und ein Bürgerhaus. Letzteres "bauen wir selber", sagt Gilch, während sich beim Bürgerhaus der Gemeinderat noch nicht schlüssig sei, ob er dieses über eine sogenannte "Public Private Partnership" (Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit einem Unternehmen) verwirklichen will. In diesem Fall würde eine Firma den Bau hinstellen, in den sich die Gemeinde später einmietet. Gilch hat für diese beiden Gebäude einen Baubeginn im nächsten Jahr ins Auge gefasst.

Die Investoren, die den ebenfalls geplanten Markthof mit einem Penny-Markt erstellen möchten, wollen sogar schon im Herbst loslegen. Mit ihnen laufen laut Gilch derzeit letzte Vertragsverhandlungen. Beim weiteren Bestandteil der Neuen Mitte, dem Komplex, in dem hauptsächlich Wohnungen vorgesehen sind, sei man gerade im Auswahlverfahren "wer das machen soll", berichtet Gilch. Das Interesse sei groß, die Gemeinde habe erst gar nicht auf die Suche gehen müssen, Interessenten hätten sich von selbst gemeldet.

Was die Gemeinde angeht, so hat sie ihre eignen Pläne ein wenig verändert: Sie will nun im künftigen Bürgerhaus auch eine dreigruppige Kinderkrippe unterbringen, die in den ersten Architekten-Entwürfen noch nicht vorgesehen war. Dies sei eine Reaktion auf die Platznot im Kindergarten, begründet Gilch die Neuerung: Die Kita sei derzeit proppenvoll, so dass schon eine Gruppe in die Bewegungshalle ausgelagert werden musste. Die neue, dreigruppige Krippe wird im ersten Stock des Bürgerhauses untergebracht: Durch die Hanglage ergebe sich ein ebenerdiger Zugang zum Spielbereich, der dann quasi die Verbindung zum Kindergarten bilde.

Keine dritte Etage

Durch die Krippe ginge allerdings Platz im Bürgerhaus verloren, der für die Verwaltung vorgesehen war, merkt der Bürgermeister an. Deshalb habe der Gemeinderat eine Aufstockung um eine weitere Etage in Erwägung gezogen. Am Ende habe eine große Mehrheit der Räte gegen die dreistöckige Variante entschieden. Stattdessen soll die Gemeindeverwaltung nun in ein eigenes Gebäude einziehen, das ursprünglich als Wohn- und Geschäftshaus vorgesehen war. Hier ist auch noch Platz für eine Arztpraxis und einen kleinen Geschäftsraum.Weitere Infos im Internet www.onetz.de/themen/neue- mitte-ebermannsdorf

Um den Wald am Rande des Baugebiets für die Neue Mitte hatte es hitzigen Streit gegeben: Viele Bürger hätten ihn gerne erhalten gesehen. Inzwischen sind die Bäume gefällt.
Im Blickpunkt:

Das Bürgerhaus

Im Bürgerhaus der Neuen Mitte finden neben den Krippenkindern auch die Vereine ein neues Zuhause, die derzeit in Räumen der Schule logieren. Bürgermeister Josef Gilch erklärt: „Als das Domcom saniert wurde, sind Klassenzimmer frei geworden“, die die Gemeinde Vereinen zur Verfügung gestellt habe – unter dem Vorbehalt, dass daran nichts verändert werden darf.

Das habe sich als richtig erweisen, meint Gilch. Denn jetzt braucht die Schule diese Räume wieder selbst, „nachdem die Mittagsbetreuung der Hit ist“: Jeder zweite Schüler besuche sie, momentan würden dort 45 Kinder versorgt. Also machen die Vereine Platz für sie.

Volkshochschule, Babykrabbelgruppe, Yoga und Blasmusik bekommen neue Räume im Bürgerhaus. Das soll außerdem auch ein Senioricom werden – der Name der Seniorenbegegnungsstätte ist dem bestehenden Domcom angeglichen. Senioren im gleichen Haus wie die Krabbelgruppe: Diese Verbindung gefällt dem Bürgermeister besonders gut, weil sie „die Generationen vereint“ in einem „Bürgerhaus, das wirklich lebt“.

Die Gemeinde ist hier selbst Bauherr. Weil derzeit Förderungen für Krippen und auch für Seniorenbegegnung sehr groß seien, „werden wir günstig wegkommen“, freut sich Gilch. „Nächstes Jahre soll der Bau beginnen“, bezugsfertig seien die Gemeinde-Bauten dann wohl im Herbst 2021/Frühjahr 2022. Der Supermarkt werde schneller fertig, vermutet Gilch – „vielleicht schon im Frühar 2021“.

Neue Mitte Ebermannsdorf im Onetz

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