04.07.2021 - 14:15 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Ehemaliger Ebermannsdorfer Bürgermeister Josef Gilch offiziell verabschiedet: Tosender Applaus und viel Wehmut

Auf insgesamt 18 Jahre im Dienst der Gemeinde Ebermannsdorf kann Josef Gilch zurückblicken. Die ersten sechs davon war er als Gemeinderat tätig. Danach wählten ihn die Bürger zum Ersten Bürgermeister. Nun wird er offiziell verabschiedet.

Bürgermeister Erich Meidinger (links) überreicht bei der offiziellen Verabschiedung an Josef Gilch und Conny Gilch einen Birnbaum namens Conference und einen Reisegutschein.
von Christine Wendl - wecProfil

Dem ehemaligen Ebermannsdorfer Bürgermeister Josef Gilch war es nach eigenen Angaben nicht leicht gefallen, im vergangenen Jahr nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Doch die Erkenntnis, dem eigenen Anspruch an das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gerecht werden zu können, veranlasste ihn dazu. Sein Nachfolger Erich Meidinger blickte bei der offiziellen Verabschiedung in der Mehrzweckhalle auf Gilchs lange Zeit im Dienst für die Gemeinde zurück.

Meidinger würdigte, dass Gilch nach seiner Wahl 2008 stets die konsequente Weiterentwicklung der Industriegebiete und die Ausweisung neuer Baugebiete im Fokus gehabt habe. In der Folge seien zahlreiche Arbeitsplätze entstanden, hätten sich immer mehr junge Familien angesiedelt, sei die Einwohnerzahl gestiegen. Ein Augenmerk Gilchs habe den Kinder gegolten. Krippen seien entstanden, der Kindergarten habe seine Betreuungszeiten ausgedehnt und sei erweitert worden. Auch die Grundschule sei in Gilchs Ära saniert worden.

Wie Meidinger erklärte, habe Gilch der Infrastruktur große Bedeutung beigemessen. "Als Tiefbauingenieur hat Bürgermeister Josef Gilch sein Fachwissen bei zahlreichen Baumaßnahmen eingebracht", betonte Meidinger. Gilch sei bei all dem immer auf Augenhöhe mit seinen Mitarbeitern geblieben. Meidingers Dank galt Gilchs auch Ehefrau Conny. Er überreichte ihnen unter viel Applaus einen Birnbaum für den Garten, der an diesen Abschied erinnern solle, sowie einen Reisegutschein.

Zahlreiche Redner schlossen sich den Dankesworten an, darunter für die drei gemeindlichen Feuerwehren Roland Kolbeck, der Gilch für seine tatkräftige Unterstützung der Einsatzkräfte als Erinnerung ein gerahmtes Strahlrohr übergab. Christine Schormüller erinnerte an Gilchs Initiative, eine Heimatpflegerin zu installieren, mit der zusammen er den Historischen Verein gegründet und sich intensiv um die Restaurierung der alten Schlosskirche St. Johannes gekümmert habe. Mit Tränen in den Augen dankte sie ihm "für die Chance, sich weiterzuentwickeln, für den unermüdlichen Einsatz, die sprudelnden Ideen und die Tatkraft".

Manfred Schormüller als Vertreter der Köhler würdigte Gilchs Engagement und Herzblut, das er seit 25 Jahren in die Geschichte Ebermannsdorfs stecke – 15 Jahre Historischer Verein und 10 Jahre Köhlerverein, so erklärte Schormüller schmunzelnd die Summe an Jahren.

Schulleiterin Heidrun Leitz nannte Bürgermeister Josef Gilch einfach immer präsent, ob bei Schulfest oder mit den Kindern am Köhlerplatz, ob mit einer Überraschungstorte im Lehrerzimmer oder wenn es darum gegangen sei, die eine oder andere Anschaffung zu genehmigen. "Nur dank der aktuellen Technologie, der Medienkompetenz und der digitalen Ausstattung konnten wir die harte Zeit der Pandemie mit den Kindern gut stemmen, sagte sie.

Auch die Spielvereinigung SpVgg nahm Abschied von einem Unterstützer. Andreas Schmid und Altbürgermeister Albert Gruber gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sie den Ruheständler Gilch künftig mehr am Fußballplatz sehen werden. Zum Üben überreichten sie ihm einen Fußball.

Zu guter Letzt erklomm Josef Gilch selbst das Podium. Er hätte sich nach zwölf Jahren im Amt des Bürgermeisters lieber anders von den Bürgern verabschiedet, meinte er auf die Pandemie anspielend. Gesundheitliche Gründe hätten ihn zum Aufhören gezwungen, denn: „Entweder Bürgermeister mit Leib und Seele – oder man lässt es bleiben.“ Dank galt neben seiner Frau allen Mitarbeitern, den Vereinen, Firmen und Gruppierungen. Ein vielsagender Blick ging in Richtung der aktuellen Gemeinderäte, als er sich bedankte für deren „Meinung zur Neuen Mitte“. Er freue sich schon, wenn die Neuplanung der Öffentlichkeit vorgestellt werde. Der Feuerwehr gab einen Tipp „als Rentner“: „Schafhof wäre ein idealer Standort für das neue Feuerwehrhaus – optimal an der A6 und der B85 gelegen.“ Gilch schloss mit den Worten „Ich bin stolz, Euch 18 Jahre gedient zu haben.“

Ebermannsdorfer lassen ihren Bürgermeister Josef Gilch hochleben

Ebermannsdorf
Auch die Köhler verabschieden sich vom Bürgermeister, der ihre Gruppe samt Köhlerplatz und Wiederaufleben der Köhlertradition ins Leben gerufen hat. Rechts Josef Gilch, daneben Manfred Schormüller
Auch die Pittersberger Vereinsvertreter danken ihrem Bürgermeister im Ruhestand für alles, was er für sie getan hat und wünschen ihm und seiner Ehefrau Conny alles Gute.

"Als Tiefbauingenieur hat Bürgermeister Josef Gilch sein Fachwissen bei zahlreichen Baumaßnahmen eingebracht."

Erich Meidinger, Bürgermeister von Ebermannsdorf

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