Dass im Ort eine große Baumaßnahme läuft, merken unter anderem die Verkehrsteilnehmer: Die Ebermannsdorfer Ortsdurchfahrt ist bereits seit geraumer Zeit wegen der Erneuerung des zentralen Ortskanals gesperrt. Dieses Vorhaben steht schon seit langem auf der Warteliste der Gemeinde. Tatsächlich hätte es bereits vor mindestens 30 Jahren erledigt werden müssen. In den vergangenen Jahren standen aber immer wichtigere Kanalbaumaßnahmen noch weiter oben auf der Liste: Die Kanalisation in Diebis, die Kanalerneuerung in Pittersberg und zuletzt der Kanal in der Bergstraße.
Hauptkanal ist ausgewechselt
Im vergangenen Jahr nun wurde der Auftrag für den neuen Kanal in der Hauptstraße erteilt. Seit März werden nun die Kanalisation und die Wasserleitungen erneuert sowie eine Wasserdruck-Erhöhungsstation gebaut. Der Haupt-Abwasserkanal ist inzwischen komplett ausgewechselt. Eine neue 60er-Leitung aus Schleuderbeton ersetzt die bisherige, dünnere.
Bürgermeister Josef Gilch zeigte sich bei einem Ortstermin mit dem Ablauf des Projekts sehr zufrieden. Bislang sei alles reibungslos gelaufen, auch beim Verkehr gebe es keine Probleme. Dies sei dem trockenen Wetter, aber auch dem Ingenieurbüro Seuß und der Baufirma Englhard geschuldet. Dorfbewohner und Anlieger nähmen die umfangreichen Bauarbeiten, den damit einhergehenden Lärm und die notwendigen Umleitungen klaglos hin.
Das Projekt in Zahlen
Die Firma Englhard wechselt Kanal- und Wasserleitungen in der Hauptstraße aus
Rund 350 Meter Kanal (DN 600 Stahlbeton) und 150 Meter Kanal (DN 300 Steinzeug) werden verlegt; Anzahl der Schächte: 19
Wasserleitung: Rund 500 Meter DN 200 PVC PN 10, rund 600 Meter DN 150 PVC PN 10, rund 60 Meter DN 100 PVC PN 10; Auftragssumme: 1 450 000 Euro.
Bau einer neuen Druckerhöhungsanlage, Firma Wilo Emu Auftragssumme: 260 210 Euro.
Kuriose Funde
Aktuell wird der Kanal in der Waldstraße ausgetauscht. Bei den Grabungen dazu gab es des Öfteren Überraschungen: Es wurden kuriose Leitungen sowie Rohre in seltsamen Dimensionen und Anordnungen gefunden, "die wir noch nie im Leben gesehen haben", wie Gilch berichtete. "Das wird sich nun ändern", betonte er: "Künftig werden hier geordnet und zukunftsgerichtet Kanäle und Leitungen in vernünftigen Dimensionen liegen und damit eine korrekte Ver- und Entsorgung sichergestellt sein." Ende Juni werde die Waldstraße wahrscheinlich wieder befahrbar sein.
So geht's weiter
Bauleiter Christian Höfler informierte über die weitere Planung: Als nächstes werden die Anschlüsse in die Seitenstraßen von oben nach unten erneuert. Parallel dazu wird die zweite alte, östlich der Hauptstraße liegende Leitung außer Betrieb genommen. Leitungen, die im Moment noch quer durch Privatgrundstücke verlaufen, werden auf öffentlichen Grund verlegt. Dann werden die neuen Hausanschlüsse für den Bereich westlich der Hauptstraße bis zu den jeweiligen Grundstücksgrenzen geschaffen. Erst dann kann der alte, desolate dritte Kanal außer Betrieb genommen werden.
Im unteren Eck der Neuen Mitte entsteht die neue Druckerhöhungsanlage, ein Gebäude von der Größe einer Fertiggarage mit Satteldach. Sie sorgt dann auch in der oberen Bebauung für einen ordentlichen Wasserdruck. Zudem ist dann laut Höfler endlich auch der Brandschutz in diesem Bereich gewährleistet. Weitere Kanalarbeiten folgen in diesem Gebiet. Von der Schule bis zum Kindergarten wird im Moment noch alles über die Jägerstraße abgeleitet. Ein Zustand, der unbedingt geändert werden müsse, sagte Bürgermeister Josef Gilch. Zum Zeitpunkt der Bebauung war eine andere Lösung wohl nicht möglich, da sich der Schulberg noch in Privatbesitz befand. Hier entsteht nun ein Entlastungskanal, der über die Neue Mitte direkt in die Hauptstraße und die dortige neue Kanalisation abgeleitet wird.















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