09.11.2020 - 11:16 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Senioren bewundern Ebermannsdorfer Johanniskirche: "Ein Juwel des Ortes"

Insgesamt vier Jahre, von 2016 bis 2020, hat die Restaurierung der Johanniskirche in Ebermannsdorf gedauert. Dass sich der Aufwand gelohnt hat, davon überzeugen sich die Senioren bei einer Besichtigungstour im Ort.

Den schön restaurierten Hochaltar in der Ebermannsdorfer Johanniskirche erläutert Heimatpflegerin Christine Schormüler. Sie bezeichnet das geschichtsträchtige Gotteshaus als Kulturdenkmal.
von Autor GMProfil

Die älteren Menschen erhielten bei dem Rundgang eingehende Informationen über die Maßnahme. Die Kirchenstiftung am Gemeindesitz hat sich demnach dabei mit gut 1,4 Millionen Euro an Kosten beteiligt. Kirchenpfleger Josef Beer mit seinem Team, aber auch Pfarrer Herbert Grosser und Heimatpflegerin Christine Schormüller hätten sich zugunsten dieses Schmuckstücks der Ortschaft Enormes geleistet und viele Organisations- und Arbeitsstunden eingebracht, zeigten sich die Senioren überzeugt. Mit freiwilligen Einsätzen engagierte sich auch der Historische Verein von Ebermannsdorf mit Vorsitzendem Josef Gilch an der Spitze, denke man nur an das von Spezialisten mit Akribie in den Urzustand wieder hergestellte Altarbild.

Christine Schormüller erläuterte bei der Besichtigung die Kirchengeschichte sowie die einzelnen Restaurierungsphasen. "Ebermannsdorf kann wirklich stolz auf dieses geschichtliche Juwel sein", betonte Seniorenbeauftragter Michael Götz. Auch die Gemeinde habe hier einen großen Beitrag geleistet. Offiziell fertig gestellt sei die Kirche seit diesem Herbst. Die Weihefeier müsse allerdings wegen der Corona-Beschränkungen und in Abstimmung mit dem Bistum noch ein wenig warten, informierte Schormüller.

Die Heimatpflegerin begrüßte die älteren Bürger. Viele Denkmalschutzregeln hätten bei den Arbeiten berücksichtigt werden müssen, weil öffentliche Gelder in die Sanierung eingeflossen seien, sagte sie. Obwohl eine alte Kirche habe das Gotteshaus neue, moderne Kirchenstühle samt Ambo erhalten, was die Denkmalschutzbehörde sogar gefordert habe.

Als zusätzliche Einrichtung für die relativ kleine Kirche wurde laut Schormüller eine moderne, automatische Belüftungsanlage eingebaut. Sensoren messen die Luftfeuchtigkeit, die im Innern trotz der alten Mauern 60 bis 65 Prozent nicht übersteigen soll – und das unabhängig von der Jahreszeit. Die feuchte Luft wird nach oben aus dem Gebäude hinausgeführt, trockene von außen eingeleitet. Das gute Klima im Kirchlein war für die Besucher tatsächlich fühlbar, wie sie bekundeten.

Die geschichtsträchtigen Kirchenfenster, die alle aus dem Jahr 1921 stammen, wurden bei der Restaurierung akribisch gereinigt und ebenso aufwendig restauriert. "Scheint bei einfallender Sonne Licht von außen in die Kirche, ist das eine Augenweide", hob Schormüller hervor. Der nun wieder prächtige Hauptaltar inklusive dem gemalten himmelblauen Vorhang, den zwei Engel zur Seite schieben, sei vom Kunstbegriff her ein "göttliches Schauspiel", erklärte Josef Gilch vom Historischen Verein. Das restaurierte Altarbild selbst zeigt die Taufe Jesu durch den Apostel Johannes am Jordan sowie darunter Darstellungen aus der Zeit des alten Testaments.

"Was liegt näher, als wenn die Kirche zum Beispiel für kleinere, familiäre Anlässe wie Hochzeiten und Taufen, aber auch für Konzerte zur Verfügung steht?", fragte Schormüller abschließend. Darüber wollen die Kirchenverwaltung zusammen mit den Geistlichen Herbert Grosser und Josef Beer in Bälde befinden.

Bronzeplakette der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an Ebermannsdorfer Kirche angebracht

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