04.03.2020 - 10:34 Uhr
EbermannsdorfOberpfalz

Wahlkampf mit harten Bandagen in Ebermannsdorf

Um den Bürgermeisterstuhl in der Gemeinde Ebermannsdorf wird mit harten Bandagen gekämpft. Bei einer Veranstaltung der CSL mit Bürgermeisterkandidat Johann Vornlocher an der Spitze schlugen die Wogen hoch.

Volle Hütte bei der Wahlkampfveranstaltung des Ebermannsdorfer Bürgermeister-Kandidaten Johann Vornlocher (am Rednerpult) im Pfarrsaal der Gemeinde.
von Gerd SpiesProfil

Johann Vornlocher, Ex-CSU-Gemeinderat, der jetzt mit Hilfe der Freien Wähler und der SPD Bürgermeister werden will, wertet angebliche Aussagen von CSU-Mandatsträgern gegen seine Person als diskriminierend und beleidigend. Er selbst wirft der Gegenpartei vor, bewusst Falschaussagen zu verbreiten.

Der Pfarrsaal der Bruder-Konrad-Kirche platzte aus allen Nähten, so groß war das Interesse an der gemeinsamen Wahlveranstaltung der von Vornlocher gegründeten CSL (Christlich-Sozial-Liberal), den Freien Wählern und der SPD Ebermannsdorf. Zentrales Thema waren angebliche Gerüchte, die CSU-Mandatsträger und ihr Bürgermeister-Kandidat Erich Meidinger während des Wahlkampfs in der Bevölkerung gestreut hätten. Viele Gerüchte drehten sich dabei um die sogenannte Neue Mitte, manche aber auch um die Person Vornlocher.

„Ehrlich miteinander reden!“ – Unter diesem Motto wollte der Bürgermeister-Kandidat am vergangenen Sonntagabend einige Punkte klarstellen, vor allem zu den Plänen über die Neue Mitte, aber auch zu seiner eigenen Person. „Ihr könnt´s doch nicht einen Pittersberger wählen“, soll angeblich bei Wahlkampf-Besuchen von CSU-Mandatsträgern „an der Haustüre“ gefallen sein. Vornlocher, der in Pittersberg wohnt, sieht darin eine „Beleidigung aller Bürger aus Pittersberg“ und den Versuch, die Bürger der Ortsteile um Ebermannsdorf als „Stimmvieh“ zu missbrauchen.

Das geplante Ortszentrum von Ebermannsdorf stand natürlich im Mittelpunkt der Ausführungen. Die Gründe aus dem Rathaus, warum sich der Penny-Markt hier doch nicht ansiedle, wies Vornlocher als bewusste Falschinformationen zurück. Tatsächlich sei die zu geringe Bevölkerungszahl der Gemeinde sowie das Kaufverhalten der Bürger, Dinge des täglichen Bedarfs nicht am Wohnort, sondern eher in Arbeitsplatznähe zu kaufen, für den Rückzug ausschlaggebend gewesen. Vornlocher gab auch ein klares Bekenntnis zu einem Versorgungshaus mit Arztpraxis ab, fordert aber die Errichtung des Gebäudes unter der Regie der Gemeinde.

Die Erweiterung des Kindergartens sollte aus wirtschaftlichen Gründen als Anbau am bestehenden Gebäude und nicht durch ein eigenes Gebäude in der Neuen Mitte erfolgen. „Durch die Erweiterung am bestehenden Standort werden Doppelstrukturen verhindert“, erklärte Vornlocher. Außerdem würde bei dem Bürgerhaus in der Neuen Mitte für einen dritten Gebäudekomplex kein Bedarf bestehen. Das Ergebnis einer von der Gemeinde gemachten Befragung, wonach 75 Prozent der Befragten sich für die Neue Mitte ausgesprochen hätten, sei irreführend. 50 zurückgegebenen Fragebögen seien einfach eine viel zu geringe Zahl für verlässliche Aussagen, so Vornlocher.

Die CSU Ebermannsdorf wollte diese Vorwürfe natürlich nicht unkommentiert lassen. Listenmandatsträger Andreas Denk von der CSU bezog im Namen seiner Partei zu den Aussagen von Bürgermeister-Kandidat Vornlocher in einem Schreiben an die AZ Stellung. Die CSU kritisierte vor allem die Tatsache, dass Vornlocher „seinen gesamten Vortrag auf Behauptungen aufgestellt habe, was angeblich an der Haustür erzählt und ihm zugetragen worden sei.“ Die sei kein Stil, bedauerte Denk. Auf die dezidierten Vorschläge der CSU zum Beispiel beim Thema Bürgerhaus oder Kindergarten gehe Vornlocher gar nicht ein. Als besonders bedauerliche Polemik empfinde die CSU die Ausführungen zur Bewertung der Umfrage und der Wortwahl „Stimmvieh aus Pittersberg“. Allein die Tatsache, dass das Amt des Zweiten Bürgermeisters aktuell von einem Pittersberger Bürger bekleidet wird, zeige, dass „die CSU Ebermannsdorf-Pittersberg seit jeher mit vielen Menschen aus den Ortsteilen ihren Beitrag zur Gemeindepolitik leistet“. Die CSU wünsche sich, so Denk in dem Schreiben, dass der Kandidat von CSL, den Freien Wählern und der SPD schnell wieder zur Sacharbeit zurückkehre.

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