10.07.2020 - 17:51 Uhr
EbnathOberpfalz

In der "Au der Seligen"

Der Ebnather Historiker Tobias Damberger weiß Wissenswertes über das alte Hammergut Selingau. Das angrenzende Naturbad ist zurzeit sozusagen wieder in aller Munde.

Eine Postkarte von der Selingau aus dem Jahre 1903.
von Autor SOJProfil

Das Hammergut Selingau wurde bereits 1491 durch den sogenannten "Hammerbrief" gegründet. Früher bezeichnete man die Selingau auch als "Au der Seligen".

Im Jahr 1824 erwarb Johann Friedrich Sand, aus einer wohlhabenden Wunsiedler Familie stammend, das Hammergut für 8800 Gulden von den bisherigen Besitzern Johann und Franziska Pöhlmann. Es blieb bis 1905 in der Familie Sand, bevor es Carl Sand an die Österreicherin Rosa Beyer für 29 000 Mark verkaufte. Die Foto-Ansichtskarte der Selingau (Bild oben) stammt aus dem Jahr 1903 und wurde von Agnis Sand, der Schwester Carl Sands, verfasst. Über das angrenzende Naturbad, das augenblicklich den Abschluss seiner Renovierung erwartet, weiß Bürgermeister Wolfgang Söllner einiges zu berichten. Das Ebnather Naturbad Selingau begleitet das Dorfleben schon seit Generationen. Den Erzählungen nach nutzen bereits lange vor dem Zweiten Weltkrieg vor allem Kinder eine Ausbuchtung der Gregnitz als eine Art Badeweiher. Karl Ziegler, der damalige Besitzer der Gaststätte Selingau, ließ die Gregnitz dann an der gewohnten Badestelle andämmen. Erste Umkleiden aus Holz entstanden. Im Jahr 1956 wurde mit Hilfe der in der Region stationierten US-Truppen das heute bekannte Schwimmbecken errichtet. Bereits in den Jahren 1980 bis 1982 wurden größere Modernisierungsmaßnahmen durch die Gemeinde durchgeführt.

Im Jahr 2020 fanden nun wieder umfangreiche Arbeiten am Naturbad statt. Die Sanierungsarbeiten sind zwischenzeitlich fast abgeschlossen. So wurden unter anderem das Dach, das Pflaster vor dem Gebäude und die Sanitäranlagen erneuert. Das Kiosk wurde neu gestaltet. Durch die Dachverlängerung wurde für die Besucher eine überdachte Sitzgelegenheit geschaffen, für die Bewirtung der Gäste steht demnächst eine neue Küche zur Verfügung. Den ausführenden Handwerksfirmen und den vielen freiwilligen Helfern dankt der Bürgermeister ausdrücklich. Ein Förderverein (wir berichteten) soll künftig weitere Investitionen wie zum Beispiel das Anbringen von Wasserspielen für Kinder im Bereich des jetzigen Kinderbeckens mitfinanzieren. Auch weitere Arbeiten im Wasserbecken (Pflaster) oder an der Einzäunung sind für die Zukunft geplant.

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