Nach seinen Worten seien dazu eine Reihe von Beschlüssen und Entscheidungen getroffen worden, wenngleich nicht alles realisiert werden konnte, was er auf die hohe Auslastung von Ingenieurbüros und Firmen zurückführte. Rund 50 Bürger nahmen an der Bürgersammlung im Sitzungssaal des Rathauses teil. Der Bürgermeister informierte ausführlich über das kommunale Geschehen.
Zum vom Gemeinderat beschlossenen Abriss der Alten Schule räumte er ein, dass hier Stillstand eingetreten sei. Er kündigte an, dass im kommenden Jahr etwas geschehen werde. Der Ratshauschef bedauere, dass mit dem Abriss des ehemaligen Schulgebäudes der Obst- und Gartenbauverein kein Vereinsheim mehr habe. 70 000 Euro seien für die Planung der Schulhaussanierung "in den Sand gesetzt" worden.
"Nicht gewünscht"
Zur Neugestaltung des Umfeldes der "Obstecke" als Kirchplatzterrassen wurde der Gemeinderat bereits über die Vorplanung des Architekturbüros Kuchenreuther (Marktredwitz) umfassend informiert. In dem Entwurf können jederzeit noch eventuelle Änderungen vorgenommen werden - darunter der Erhalt des Kellergewölbes, was allerdings von der Oberbaudirektion als "nicht gewünscht" bezeichnet worden sei.
Nicht anfreunden vermochte sich das Gemeindeoberhaupt mit der Errichtung einer Doppelgarage als behindertengerechte WC-Anlage, die mit 195 000 Euro veranschlagt ist. Die Gesamtkosten der Neugestaltung schlagen mit knapp 1,2 Millionen Euro zu Buche. Hierzu hat die Regierung der Oberpfalz eine Förderung von 90 Prozent und damit rund einer Million Euro in Aussicht gestellt.
Bei den geplanten Kanal- und Straßensanierungsmaßnahmen sei eine Verzögerung eingetreten. Ursächlich sei insbesondere die Erkrankung eines Mitarbeiters des mit den Planungen beauftragten Ingenieur-Büros. "Im kommenden Jahr soll es weitergehen", sagte der Bürgermeister.
Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen wertete der Rathauschef im Hinblick auf die Stromkosten als sehr positiv, nachdem im Vorjahr rund 18 000 Euro eingespart werden konnten. Auch wenn der Verlauf der energetischen Sanierung der Fichtelnaabtalschule als "nicht optimal" bewertet wurde, umso erfreulicher seien die finanziellen Aspekte.
Zu den veranschlagten Investitionskosten von 1,4 Millionen Euro wurden Fördermittel von 1,2 Millionen Euro bewilligt. Wie Bürgermeister Kratzer ankündigte, sind in Zukunft an der schulischen Einrichtung weitere Maßnahmen geplant. Angestrebt wird dabei auch das "Digitale Klassenzimmer", für das Gemeindeoberhaupt "eine zukunftsweisende Investition". Nachdem die bei der energetischen Sanierung eingebaute Öl- anstelle einer Pelletheizung in der Vergangenheit für Diskussion gesorgt hatte, verwies der Rathauschef darauf, dass für Spitzenzeiten der Einbau einer Öl- und ansonsten eine Pelletheizung vorgesehen war. Nach seinen Worten habe dies für die Kommune jedoch keine finanziellen Nachteile. Eine erneute Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Heizungsanlage schlägt nach Aussage des Bürgermeisters mit circa 8000 Euro zu Buche. Er bezweifle, dass der Kostenaufwand gerechtfertigt sei.
Algenproblem
Die vorgesehene Umgestaltung des Naturbades Selingau sei nach den Worten des Bürgermeisters ein weiteres Großprojekt. Er erinnerte an das diesjährige Algenproblem: Entnommene Proben hätten ergeben, dass die Wasserqualität in Ordnung sei. Der in Erwägung gezogene Einsatz von Wasserbelüftern zur Algenbekämpfung wurde aus Wirtschaftlichkeits- und Haftungsgründen zu den Akten gelegt.
Nach einer Empfehlung des Wasserwirtschaftsamtes Weiden sollte daher zur Algenbekämpfung ein Granulat eingesetzt werden. Die Kosten hierfür bezifferte das Gemeindeoberhaupt auf etwa 5000 Euro. Im kommenden Jahr sind Maßnahmen am Kioskgebäude mit Außenanlagen vorgesehen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf etwa 90 000 Euro.
In seinem eineinhalbstündigen Rückblick blieb nicht unerwähnt, dass der Kommune keine Stabilisierungshilfe gewährt wurde. Nach seinen Worten werde diese dringend für Investitionen benötigt. In diesem Zusammenhang verwies der Rathauschef auf das beschlossene Investitionsprogramm bis 2022 mit einem Kostenvolumen von etwa 5 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Kommune beläuft sich auf etwa 1,7 Millionen Euro. Nach den Worten des Bürgermeisters wurde der Investitionsplan von der Regierung der Oberpfalz positiv bewertet.
Die finanzielle Situation der Kommune erläuterte Bürgermeister Manfred Kratzer mit einem Streifzug durch den Haushalt. Demnach beläuft sich der Gesamtetat nach der Verabschiedung des 1. Nachtragshaushaltes auf 5,18 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 2,28 Millionen Euro, der Vermögensetat schließt mit 2,9 Millionen Euro.
Ordentliche Tilgung
In seinem Blick in den Haushalt wurden die wichtigsten Einnahmen, wie die Einkommensteuerbeteiligung und Schlüsselzuweisung sowie die Ausgaben, darunter die Kreisumlage und die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft, aufgeschlüsselt. Die ursprünglich vorgesehene Kreditaufnahme von 190 000 Euro werde nicht in Anspruch genommen.
Durch eine ordentliche Tilgung reduziere sich der Schuldenstand zum Jahresende auf 937 802 Euro und entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung auf etwa 737 Euro. Das Gemeindeoberhaupt hob hervor, dass seit 2013 der Schuldenstand kontinuierlich abgebaut worden sei.
Blick in die Statistik
Als „goldene Neun“ bezeichnete der Rathauschef die Ziffer in seinem Blick in die Statistik: So waren neun Geburten zu verzeichnen und ebenso viele Eheschließungen, gegenüber drei im Vorjahr. „Man traut sich wieder“, resümierte der Redner. Rückläufig waren auch die Sterbefälle von 17 im Vorjahr auf die „goldene Neun“. Die Zahl der Einwohner ist mit 1280 gegenüber dem vergangenen Jahr nahezu konstant geblieben. Die Schülerzahl an der Mittelschule betrug 89, 4 weniger als im Vorjahr. Die Grundschule besuchen 190 Buben und Mädchen.
In seinem Streifzug durch die Statistik durfte die Arbeitslosenzahl nicht fehlen. Demnach sind 20 Männer und 10 Frauen erwerbslos. Aufgelistet wurden auch die Anzahl von Gemeinderatssitzungen und Ausschüssen sowie die jeweils gefassten Beschlüsse.
Als erfreut wertete der Bürgermeister, dass die Polizei die Gemeinde Ebnath als „sehr sicher“ einstuft: Registriert wurden insgesamt 26 Straftaten, die sich meist auf häusliche Gewalt bezogen.













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