28.02.2021 - 16:36 Uhr
EbnathOberpfalz

Mahnmale gegen den Krieg

Ein Blick auf die Kriegerdenkmäler in Ebnath und Marktredwitz lohnt sich. Sie haben viel zu erzählen.

von Autor SOJProfil

Die Tradition, zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt Kriegerdenkmäler zu errichten, reicht Jahrhunderte zurück. Meist wurde dabei anfangs Feldherren oder höheren Offizieren gedacht. Kriegerdenkmäler im heutigen Sinne, bei denen überwiegend an die einfachen Soldaten erinnert wird, entstanden nach der Französischen Revolution (1789-1799). Während des Ersten Koalitionskrieges in Frankreich wurde am 23. August 1793 die sogenannte "Levée en masse" (deutsch Massenaushebung), eine Urform der Wehrpflicht, eingeführt, die nun die gesetzlich verankerte Bereitstellung von Soldaten ermöglichte.

In Deutschland fanden Kriegerdenkmäler nach den Befreiungskriegen (1813-1815) enorme Bedeutung. Der Ausgang eines Krieges - ob Sieg oder Niederlage - spiegelt sich meist auch in den Denkmälern wider. Das Ebnather Kriegerdenkmal zeigt einen sterbenden Soldaten, der mit seinem linken Arm ein Kreuz hält und zum Himmel blickt.

Das Kriegerdenkmal zum gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg (1870-1871) stellt in Marktredwitz einen bayerischen Soldaten dar, der in der linken Hand die Landesfahne hält, während die rechte griffbereit am Degen zu sehen ist. Dieses Denkmal wurde erst 38 Jahre nach dem Sieg, am 6. September 1909, eingeweiht. Das Marktredwitzer Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges stellt hingegen einen kauernden, nackten Soldaten dar, der mit der rechten Hand das Schwert auf den Boden legt und resignierend nach unten blickt.

Während die beiden Marktredwitzer Denkmäler noch heute an dem Ort ihrer Enthüllung stehen, stand das Kriegerdenkmal in Ebnath zunächst auf dem Friedhof an der oberen Mauer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kriegerdenkmal unterhalb der Siegeseiche von 1871 beim Marktplatz gesetzt. Des Weiteren wurde die Inschrift des Kriegerdenkmals neu gestaltet: Nun wurde die Inschrift um die Namen der Gefallenen der Jahre von 1939 bis 1945 ergänzt; rechts beziehungsweise links des Denkmals wurde eine Tafel mit den Namen der Vermissten des Zweiten Weltkrieges aufgestellt.

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Während Kriegerdenkmäler heutzutage Mahnmal gegen jegliche Art von Krieg sind, dienten sie früher oft propagandistischen Zwecken, indem die Lebenden das Opfer der Gefallenen als Vorbild ansehen sollten. So wurde insbesondere im Ersten und Zweiten Weltkrieg vom „Heldentod fürs Vaterland“ gesprochen, zumeist ein reiner Euphemismus für die brutale Realität des Krieges. Kriegerdenkmäler sollen nach wie vor Identität und ein Gemeinschaftsgefühl stiften und man ist es den vielen Millionen Opfern, die in den Kriegen für eine so sinnlose Sache ihr Leben lassen mussten, schuldig, ihnen nicht nur am Volkstrauertag zu gedenken.

 

 

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