Ebnath
22.05.2019 - 12:19 Uhr

Säulen der Blasmusik

Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath ist eine Hausnummer. Ihr Frühjahrskonzert wird von den Fans immer sehnsüchtig erwartet. Und die Erwartungen werden nie enttäuscht.

Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath unter Leitung von Johannes Prechtl (rechts) gab ein beeindruckendes Konzert im Pfarrgemeindehaus. Bild: soj
Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath unter Leitung von Johannes Prechtl (rechts) gab ein beeindruckendes Konzert im Pfarrgemeindehaus.
Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath unter Leitung von Johannes Prechtl (links) gab ein beeindruckendes Konzert im Pfarrgemeindehaus. Bild: soj
Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath unter Leitung von Johannes Prechtl (links) gab ein beeindruckendes Konzert im Pfarrgemeindehaus.

Das kulturelle Leben in der Gemeinde aktiv mitzugestalten, liegt den Verantwortlichen der Fichtelgebirgskapelle sehr am Herzen. Das Frühjahrskonzert war wieder ein musikalischer Hochgenuss und ein kulturelles Highlight, so die Stimmen aus dem Publikum. Durch das Programm führten auf charmante Art und Weise und dem nötigen Witz Tanja Ritter und Sebastian Wolf. Pfarrer Pater Anish war ebenfalls begeistert. Die Kirchenmusik der Fichtelgebirgskapelle ist ein fester Bestandteil in der Pfarrgemeinde.

Musikalischer Auftakt des Konzerts war das Stück "Marcia Festosa" von Georg Stich – einem waschechten Ebnather. Gefolgt von einem Straßenmarsch von Siegfried Rundel aus dem Jahre 1989 mit dem schön klingenden Namen „ In Harmonie vereint“. Die "Egerländer Perle" von Hans Kaszner brachte die Leichtigkeit einer böhmischen Polka zum Ausdruck.

"Rosalie", ein Walzer-Klassiker von Frantisek Mahas in einer Bearbeitung von Franz Bummerl aus den 70er Jahren, war geprägt von wechselnden Solostimmen im Trio, Flügel- und Tenorhörnern. Ein erster Höhepunkt des Abends war der "Marsch der Bayern". Als bayerische Antwort auf den Marsch „Dem Land Tirol die Treue“ präsentierte die Fichtelgebirgskapelle diesen Marsch seinem Publikum zum ersten Mal. Dass die Kapelle auch singen kann, bewies sie nicht zuletzt bei diesem Stück.

„Als ich beim Amtsantritt als 4. Präsident des Bayerischen Musikrates 2008 erfuhr, dass wir mit aller Leidenschaft nicht nur weltweit den unterschiedlichsten Partituren nachjagen, sondern anlässlich solcher „Party-Touren auch Erkennungsmelodien unserer Nachbarn drauf haben, machte mich das unruhig: Wir spielen (und singen) den Tiroler Marsch, haben aber selbst nichts Vergleichbares? Das sollte und durfte nicht so bleiben“, so Musikratspräsident Dr. Thomas Goppel.

Dies war der Anlass, den „Marsch der Bayern“ von Professor Josef Zilch komponieren, von Franz Haidu arrangieren und von Dr. Thomas Goppel texten zu lassen. Franzl Bummerl verdanken wir über 700 Kompositionen. Aus seiner Feder stammend wurde die "Festwirt-Polka" aufgespielt. Anschließend die Polka „Ein Denkmal für die Blasmusik“ von Michael Kuhn, ursprünglich für die Scherzachtaler Blasmusik geschrieben. Ein weiterer Höhepunkt des Abends bildete das Solostück "Bohemian Lovers" mit den Solisten Moritz Ponader an der Trompete und Sebastian König am Tenorhorn. Es war ein wahres Liebesgeflüster. Das Publikum belohnte die beiden Solisten mit großem Applaus.

Der "Klarinettenmuckl", als Solostück für Klarinette, bei dem Tanja Ritter und Michael Ponader mit einer Leichtigkeit ihre Finger über die Klarinetten fliegen ließen, war atemberaubend und wurde ebenso mit langen Applaus belohnt.

Der Konzertmarsch „Gruß an Eger“ wurde von Georg Stich komponiert. Stich wurde am 1. Januar 1958 in Ebnath geboren und wanderte bereits mit vier Jahren ins Allgäu aus. Nach seinen Studien am damaligen Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg und an der Musikhochschule München unterrichtete er in der Musikschule der Unterallgäuer Kreisstadt Mindelheim und dirigierte dort auch die Jugend- und Stadtkapelle. Seit 1994 lebte er als freischaffender Komponist und Arrangeur in Memmingen, wo er am 17.11 2017 knapp 6 Wochen vor seinem 60. Geburtstag an den Folgen einer Herzattacke verstarb. Selbstverständlich hat die Fichtelgbirgskapelle Ebnath von Georg Stich noch weitere seiner Stück in ihrem Repertoire. Nach der Polka “Ohne Liebe geht es nicht” wurde den Besuchern mit dem Walzer "Böhmischer Wind" von Ernst Mosch ein wahrer Klassiker in die Ohren geflüstert.

Am 15. Mai dieses Jahres jährte sich Moschs Todestag zum 20. Mal. Sein Geist weht immer noch in der Blasmusikszene und war auch im darauffolgenden Stück "Sehnsuchtspolka" zu spüren.

Auch das jüngste Mitglied der Kapelle, Simon Glaser, bekam die Gelegenheit, sein Können am Schlagzeug mit dem "Lieblingstrommler-Marsch" als Solist zu beweisen. Gekonnt und immer wieder von Applaus des Publikums begleitet, trommelte er sich souverän durch dieses Stück.

Danach folgte die Polka "Ein halbes Jahrhundert". Das Stück von Very Rickenbacher ist mittlerweile eines der zahlreichen Highlights bei Konzerten der Rigi-Spatzen, die zu den besten Schweizer Blaskapellen zählen. Und danach brannte allen das Herz für eine „Marie“ mit dem Stück “Trara, es brennt”. Den offiziellen Abschluss des Programms bildete der Walzer "Abendgedanken" von Franz Watz.

Als Zugaben wurden der Marsch "Gruß an Böhmen" und "Berglandkinder" gespielt.

Den finalen Abschluss, bildeten traditionell bei Blasmusik-Konzerten das Spielen des Bayernlieds und der Nationalhymne. Am Ende bedankten sich Tanja Ritter und Sebastian Wolf bei ihrem Kapellmeister Johannes Prechtl für die Probenarbeit und das Gelingen des Konzertes, bei allen, die im Vorfeld und an diesem Abend für das Konzert mitgeholfen haben. Ein großer Dank galt auch all jenen, die die Fichtelgebirgskapelle das ganze Jahr über auf verschiedenste Art und Weise unterstützten - und letztendlich dem Publikum für den großen Applaus.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.