17.11.2019 - 16:17 Uhr
EbnathOberpfalz

Warnung vor rechter Gewalt

Die Grausamkeit zweier Weltkriege prägt den Volkstrauertag in Ebnath und Grünlas. Ein weiteres wichtiges Thema ist die dringende Warnung vor rechten Umtrieben.

Am Kriegerdenkmal in Ebnath erinnerte Bürgermeister Manfred Kratzer an die Schrecken beiden Weltkriege.
von Autor SOJProfil
Am Kriegerdenkmal in Grünlas erinnerte Bürgermeister Manfred Kratzer an die beiden Weltkriege.

Zur Gedenkfeier am Volkstrauertag trafen sich am Samstag die Fahnenabordnungen der Vereine zum Kirchenzug. Die Gläubigen besuchten zunächst den von Aushilfspfarrer Dr.Thankgood Okoroafor zelebrierten und vom Kirchenchor umrahmten Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Ägidius. Anschließend bewegte sich der Trauerzug, angeführt von der Fichtelgebirgskapelle Ebnath unter Leitung von Johannes Prechtl, zum Kriegerdenkmal.

Nachdem die Gemeinde und die Krieger- und Soldatenkameradschaft Kränze niedergelegt hatten, wurde der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege gedacht. Bürgermeister Manfred Kratzer erinnerte an die Opfer und das Leid. „Auch wenn wir uns glücklich schätzen sollten, in den vielen Jahren seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges von Elend , Tod und Grausamkeiten verschont worden zu sein, ist das Geschwür des Neides, der Hetze und der Niedertracht immer noch am Leben.“, so der Bürgermeister.

Er erinnerte an einen Ausspruch des Bundespräsidenten vom September dieses Jahres, der sagte: „Angesichts des wachsenden Zulaufs zu Rechtspopulisten wollen wir in Erinnerung an den Nationalsozialismus und dessen Gräueltaten nicht nachlassen. Die eigene deutsche Geschichte und die Gegenwart derjenigen, die wählen gehen, sind nicht mehr genügend verknüpft“. Und der Bürgermeister weiter: „Wenn Meinungsfreiheit, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft nicht mehr Teil unseres Lebens sind, verschwindet die Menschlichkeit, das höchste Gut, dass wir alle besitzen“. Kratzer dankte abschließend allen, die sich um die Pflege der Ehrenmale kümmern sowie den Mitgliedern der Krieger- und Soldatenkameradschaft, die diese Gedenkfeier unterstützen.

Der Vorsitzende des Krieger- und Soldatenkameradschaft, Manfred Riedl, erinnerte in seiner Rede an das viele Leid in den beiden Weltkriegen. Er warnte aber auch vor rechter Gewalt: „Gerade heute, wo rechte Kräfte die dunklen Seiten der deutschen Geschichte nur allzu gerne relativieren wollen, ist es wichtig, sich zu erinnern. Nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten. Er dankte Bürgermeister Manfred Kratzer und den Gemeinderäten, den Fahnenabordnungen der Vereine und den Gläubigen für die würdevolle Mitfeier der Gedenkstunde. Sein Dank galt ferner Aushilfspfarrer Okoroafor und dem Kirchenchor für die Gestaltung des Gottesdienstes, der Feuerwehr Ebnath für die Absperrung während der Veranstaltung sowie der Fichtelgebirgskapelle für die musikalische Umrahmung.

Während das Lied vom "guten Kameraden" erklang, senkten sich zum Gedenken an die Toten und Vermissten die Fahnen. Zuvor hatten auch die Grünlaser ihren Volkstrauertag zelebriert.

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