08.04.2019 - 15:27 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Evangelische Kirchengemeinde Edelsfeld in Sachsen unterwegs

Die Herrnhuter Losungen sind Menschen auf der ganzen Welt ein Begriff. An den Ursprungsort dieser geistlichen Impulse für jeden Tag begaben sich jetzt Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Edelsfeld.

Die Edelsfelder Kirchengemeinde vor dem Gebäude mit dem Kirchensaal in Herrnhut.
von Rudi GruberProfil

Herausgegeben werden die Losungen seit 1731 von der Evangelischen Brüder-Unität, auch die Herrnhuter Brüdergemeine genannt. Dabei handelt es sich um ein Andachtsbuch, das für jeden Tag des Jahres zwei Bibelverse enthält. Eine Stelle aus dem Alten Testament wird ausgelost und dann eine thematisch passende Entsprechung aus dem Neuen Testament ausgewählt. Ergänzt werden die beiden Texte durch einen Liedvers oder ein Gebet.

Lange Zeit war das Zinzendorfschloss Berthelsdorf in der malerischen Oberlausitz das geistliche und administrative Zentrum der Herrnhuter Brüdergemeine. Seit den 1970er-Jahren verfiel es. Ein Freundeskreis restaurierte ab 2001 dieses Denkmal, wo bis 1913 die Losungen gezogen wurden. Die sogenannte "Losungstür" kam während der Arbeiten wieder zum Vorschein.

Nach einer Übernachtung besuchten die Edelsfelder einige Stätten der Gemeine. Besonders liegt ihr der Kirchensaal am Herzen. Er ist ihr wichtigster Versammlungsraum. Die weiße Farbe der Wände und Bänke symbolisiert Reinheit, Freude und Erlösung. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts saßen Frauen und Männer dort getrennt. Noch heute heißt die linke Seite Schwesternseite und die rechte Brüderseite. Dies spiegelt sich auch auf dem Friedhof wider.

Herrnhut gilt auch als der Ursprung der Weihnachtssterne. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der zusammensetzbare Stern erfunden. Mindestens 25 Zacken muss er haben. Inzwischen gibt es ihn ein- oder zweifarbig. Von seiner Fertigung machten sich die Besucher ein Bild. Den Nachmittag verbrachte die Gruppe im Grenzstädtchen Görlitz. Die Neiße trennt es in eine deutsche und eine polnische Seite, aber in den Zeiten der Europäischen Union ist das kein problematischer Grenzübergang mehr.

Zum Abschluss der Reise wartete der Gottesdienst am Sonntag Judika in der Dresdener Frauenkirche. Ein anschließender Spaziergang zum Zwinger, zur Semperoper und zur Elbchaussee rundeten den Wochenendausflug ab.

Die Losungskärtchen aus früherer Zeit

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