15.06.2022 - 13:42 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Experten warnen vor Unfallgefahren bei der Arbeit an Sturmholz im Wald

"Lasst Profis ran oder die Maschinen!" Diese Devise geben die Ämter für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (ALEF) angesichts steigender Unfallzahlen bei der Waldarbeit aus. Der Klimawandel ist daran nicht ganz unschuldig.

von Rudi GruberProfil

Der Gewittersturm „Emmerlinde“ hat an vielen Stellen Schneisen der Verwüstung in den Wäldern hinterlassen. Besonders betroffen ist ein Streifen in der Gemeinde Edelsfeld in Richtung Vilseck. Ähnliche Ereignisse gab es hier bereits vor einigen Jahren. Der Klimawandel tut das Seine dazu, dass sich die Zeitabstände zwischen derart einschneidenden Naturereignissen verkürzen. Johann Renner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg-Neumarkt, sein Kollege Sven Grünert und David Karl von der Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach erklärten an einer Schadensstelle im Wald, was wichtig ist, wenn es ans Aufräumen geht.

Die Aufarbeitung von Hölzern, die in Stürmen gefallen sind, ist besonders gefährlich. Wenn Stämme chaotisch übereinanderliegen oder zwischen anderen Stümpfen eingeklemmt sind, entstehen oft schwer einzuschätzende Spannungen. Sie können sich plötzlich lösen, wenn an den Stämmen gearbeitet wird – mit nicht vorhersehbaren Reaktionen des Holzes. Dann drohen schwere oder gar tödliche Unfälle. Deshalb sind Profis gefragt mit dem Einsatz eines Harvesters, raten die Vertreter der Ämter und der Forstbetriebsgemeinschaft.

Bei 24 tödlichen Unfällen in bayerischen Wäldern im Jahr 2019, denen 2020 weitere 21 folgten, war jeweils die Oberpfalz ein Schwerpunkt. 2021 zeigte sich mit 16 tödlichen Unfällen im Freistaat zwar ein rückläufiger Trend, doch der könnte heuer wieder nach oben drehen. Bis Anfang März kamen bereits fünf Menschen bei Unfällen im Wald ums Leben. Neben den Gesichtspunkten der Arbeitssicherheit ist aber auch noch der Waldschutz ein besonderer Aspekt, gab die Expertenrunde zu bedenken. Das Sturmholz bietet dem Fichtenborkenkäfer einen idealen Brutraum. Auch das spreche für eine zügige Aufarbeitung und einen Maschineneinsatz mit einem Harvester.

 
 

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