21.07.2021 - 16:42 Uhr
EdelsfeldOberpfalz

Gewerbesteuer in Edelsfeld bis jetzt schon 20 Prozent über Soll

Ein „konservativ aufgestelltes Zahlenwerk“ sieht Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl im Haushalt der Gemeinde Edelsfeld für 2021. Die Gewerbesteuer birgt Potenzial für eine positive Überraschung.

Das Leichenhaus auf dem Edelsfelder Friedhof ist in die Jahre gekommen. Den für heuer angedachten Neubau verschiebt die Gemeinde nun auf 2022.
von Redaktion ONETZProfil

Mit einem Gesamtvolumen von 7 743 500 Euro und einer Zuführung zum Vermögenshausalt in Höhe von 625 300 Euro plant Edelsfeld seinen Etat für das laufende Jahr. Der Gemeinderat gab einstimmig seinen Segen dazu.

Erwähnenswert erachtete Bürgermeister Strehl die positive Entwicklung im Kinderbetreuungsbereich, wo aktuell 95 Mädchen und Buben versorgt werden. Das dazu erforderliche qualifizierte Personal habe man erfreulicherweise gefunden.

Die Erschließung des neuen Gewerbegebietes und dessen Anbindung an die Kreisstraße bildeten neben der Anschaffung einer mobilen Klärschlammpresse und Kanalsanierungen größere Ausgabeposten. Der momentan laufende Probebetrieb mit einer Sandwaschanlage in der Kläranlage zeige, dass eine solche wohl nicht gebraucht werde. Damit bliebe im Haushaltsansatz dann noch Geld übrig.

Wichtig und eine Verbesserung für Senioren sei die Verlängerung des Fußgängerweges am Wertstoffhof. Der für heuer geplante Neubau der Trauerhalle am Friedhof werde verschoben und treffe nun aller Wahrscheinlichkeit nach 2022 mit dem Projekt eines Gemeinschaftsfeuerwehrhauses am Kastanienweg zusammen.

Investitionen von gut 3,7 Millionen Euro

Als Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung stellte Andreas Kredler den Haushaltsplan 2021 detailliert vor und ging auf die wichtigsten Positionen näher ein. Bei Investitionen von insgesamt gut 3,7 Millionen Euro ragen der Erwerb von Grundstücken (1 335 000 Euro) und Gewerbegrundstücken (440 000 Euro), die Restzahlung für das neue Feuerwehrauto (370 000 Euro) sowie die Dorferneuerungen in Edelsfeld und Sinnleithen (265 000 Euro) heraus. Eine mobile Klärschlammpresse interkommunal anzuschaffen, mache durchaus Sinn. Förderfähig wäre dies zurzeit mit bis zu 70 Prozent der Anschlusskosten.

Rathaus und Sitzungsdienst werden digital

In neue Fenster für das Rathaus und den Glasfaseranschluss wird ebenso investiert wie in Hardware für den digitalen Sitzungsdienst und Software für das digitale Rathaus (insgesamt 120 000 Euro). Es werde schon über eine sogenannte Cloud gearbeitet, also ohne einen eigenen Server vor Ort. „Das läuft äußerst stabil“, berichtete Kredler.

Für die IT-Ausstattung der Schule ist mit 25 000 Euro auch im kommenden Jahr wieder ein Budget vorhanden. Der Kindergarten soll unter anderem mit einer Bobbycarbahn und einer Erweiterung des Sandkastens noch attraktiver gestaltet werden (33 000 Euro).

Positiv hob der Geschäftsführer die "vorsichtig kalkulierte Zuführung an den Vermögenshaushalt" in Höhe von 625 300 Euro. Die Entnahme von 1,2 Millionen Euro aus den Rücklagen begründete er mit den teils sehr kostenintensiven Maßnahmen. Überraschend gut sehe es heuer bei der Gewerbesteuer aus. Wider Erwarten stehe die Gemeinde Edelsfeld hier schon mehr als 20 Prozent über dem Soll.

Ökologischer Hochwasserschutz

Einig waren sich Geschäftsführer und Bürgermeister auch in einem momentan sehr aktuellen Thema: „Mit reinem Unterhalt wird es künftig nicht mehr getan sein“, meinte Kredler beim Haushaltsposten Wasserläufe, Wasserbau, ökologischer Hochwasserschutz und Rückhaltung.

Neue Fördermöglichkeit für Luftreiniger

Im Juni hat sich der Gemeinderat mit der Frage nach Luftreinigern für die Schule und die Kindertagesstätte in Edelsfeld beschäftigt und einen Test mit einem Gerät beschlossen. Dieses Thema hat eine neue Wendung erhalten: Es gebe dazu ein neues Förderprogramm, informierte der Bürgermeister. Die möglichen Geräte sollen genau in Augenschein genommen werden.

Edelsfeld kommt wohl um Deponiesanierung herum

Edelsfeld
Hintergrund:

Finanzielle Eckdaten der Gemeinde Edelsfeld

  • Einwohnerzahl: 1970 (Stand 31. Dezember 2020)
  • Schuldenstand: 282 000 Euro am 31. Dezember 2020, pro Kopf 143 Euro; voraussichtlich 234 000 Euro am 31. Dezember 2021, pro Kopf Euro, pro Kopf 119 Euro
  • Rücklagen: 3 387 000 Euro am 31. Dezember 2020, voraussichtlich 2 182 000 Euro am 31. Dezember 2021
  • Steuerhebesätze:
    Grundsteuer A und B 330 vom Hundert (unverändert),
    Gewerbesteuer 330 vom Hundert (unverändert).

 

 

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