26.08.2019 - 13:26 Uhr
Eger (Cheb)Oberpfalz

Glanzvolle Darstellung einer schweren Zeit

In Eger gehen am Freitag und Samstag, 30. und 31. August, die Wallenstein-Festspiele über die Bühne. Dass die Besuche des Feldherrn einst in schweren Zeiten erfolgten, wird bei der glanzvollen Darstellung der Ereignisse nicht deutlich.

Herzog von Wallenstein mit seiner Gemahlin bei einem der bisherigen Auftritte auf dem Egerer Marktplatz.
von Autor GJBProfil

Die fünf Aufenthalte des Herzogs Albrecht von Wallenstein in Eger brachten stets eine erhebliche Belastung für die Einwohner der Stadt: Einquartierungen auf Kosten der Bürger, Ärger mit den Soldaten, Rekrutierungen und dazu auch noch die hohen „Kontributionen“. Schon beim ersten Aufenthalt des Feldherrn im August 1625 sollte die Stadt 45 000 Gulden an die Kriegskasse bezahlen. Die Bürger klagten, dass sie bereits 40 000 Gulden bezahlt hätten und dass die Frauen dafür ihren Schmuck hätten verkaufen müssen. Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf 7000 Gulden. Als Wallenstein mit 24 000 Soldaten am 3. September 1625 endlich die Stadt verließ, fühlte man sich erlöst.

Diese ungebetenen Besuche des berühmtesten Feldherrn des 30-Jährigen Krieges werden bei den Wallenstein-Festspielen allerdings glorifiziert: Der Schauspieler Miroslav Knebort stellt Albrecht von Wallenstein als gnädigen Herrscher dar, der von den Egerer Bürgern begeistert empfangen wird. Knebort wurde am gleichen Tag und angeblich sogar zur gleichen Stunde wie sein berühmtes Vorbild – allerdings 380 Jahre später – geboren. Er ist seit seiner Kindheit von dem Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee begeistert: „Albrecht von Wallenstein war ein großer Staatsmann und Stratege, die Städte blühten unter seiner Regierung auf. Die Baudenkmäler, die er in Prag oder Jicín hinterließ, sind ein Beweis eines großen Geistes.“

Die großen militärischen Erfolge des Feldherrn waren nach Meinung von Miroslav Knebort nur mit einer sehr sorgfältig geplanten Strategie aller Feldzüge möglich, denn das Risiko sollte möglichst gering sein. Über Wallensteins späteren französischen „Feldherrn-Kollegen“ kann er sich nur wundern: „Eine Blamage, wie sie Napoleon auf seinem Russlandfeldzug einstecken musste, wäre Wallenstein nie passiert.“

Information:

Programm der Wallenstein-Festspiele

Buntes Treiben auf einem mittelalterlichen Jahrmarkt herrscht am Freitag, 30. August, von 14 bis 20 Uhr auf dem Marktplatz. Um 17 Uhr trifft Albrecht von Wallenstein und seiner Begleitung ein, es folgt ein Programm für den Herzog. Um 19.15 Uhr beginnt ein Ritterturnier zu Pferd, ab 20 Uhr Programm für kleine und große Zuschauer, den Abschluss bildet eine Feuershow.

Der mittelalterliche Jahrmarkt findet auch am Samstag, 31. August, von 10 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz statt. Dabei sind kunstgewerbliche Vorführungen zu sehen, bis 16 Uhr gibt es Musik, Tanz, Gaukler-, Fecht- und Theatervorführungen. In der Burg ist von 10 bis 18Uhr ein Heerlager eingerichtet, um 10, 12 und 15 Uhr wird das Ende der letzten Gefährten Wallensteins dargestellt.

Um 13.30 Uhr trifft sich Herzog Albrecht von Wallenstein mit dem Egerer Chronisten Jindrich Josef Turek in der Burgkapelle (Eintritt 50 Kronen). Im Landesgarten wird der Herzog um 18.30 Uhr verabschiedet, dargestellt wird eine Schlacht mit Eroberung der Burgmauer. Um 19 Uhr folgt ein Umzug durch die Stadt. Im Landesgarten steigt um 20.45 Uhr das Konzert „Queen Revival Princess“ mit abschließendem Feuerwerk (Eintritt: 100 Kronen für Erwachsene, 60 Kronen für Kinder).

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