20.09.2018 - 12:32 Uhr
Eger (Cheb)Oberpfalz

Große Ehre für einen großen Meister

In der Kirche „Mariä Verkündigung“ des Klosters der Franziskaner bleibt kein Platz mehr frei: Josef Hauer aus Parkstein übergibt die Modelle der Dachstühle des Gablerhauses und der Franziskanerkirche der Stadt Cheb/Eger als Geschenk.

Josef Hauer bei seiner Dankesrede.
von Autor GJBProfil

Die Feierstunde wurde mit Musikstücken alter Meister von den Stadtpfeifern aus Trebon festlich eröffnet. Die Vorsitzende des Stiftungsfonds Historisches Cheb, Marcela Brabacová, erinnerte daran, wie der Kontakt zu dem Zimmerermeister Josef Hauer dank freundschaftlicher grenzüberschreitender Verbindungen zustande kam. "Sie haben durch Ihre großartigen Meisterleistungen, die wir heute von Ihnen als Geschenk erhalten, ein wunderbares Beispiel für eine liebenswerte Nachbarschaft mit Deutschland gegeben", so die Sprecherin. Vizebürgermeister Michal Pospisíl erinnerte daran, dass der vor 700 Jahren erstellte Dachstuhl der Franziskanerkirche in ganz Böhmen einzigartig ist und bedankte sich im Namen der Stadt und für das großartige Geschenk. Vor der Übergabe der Dachstuhlmodelle trug Karl Müller in festlicher Zunftkleidung einen Zimmermannsspruch vor: "An dem Modell kann man jetzt sehen, wie einst die Arbeit war geschehen. Ein Meisterwerk! Und sein Erbauer, das ist der liebe Josef Hauer...". Der Bauhistoriker Michal Panácek hob hervor, wie ausgezeichnet seine Planzeichnungen, genau bis ins kleinste Detail, von dem Zimmermann aus Parkstein als Modelle erstellt wurden. Zimmerermeister Josef Hauer gab die Bewunderung für seine Arbeit weiter an die Zimmerleute, die vor 700 Jahren ohne Computerberechnungen und nur mit Muskelkraft diese Meisterwerke der Handwerkskunst geschaffen hatten, so perfekt und stabil, dass sie über Jahrhunderte alle Stürme der Zeit überstehen konnten. Nach dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt wurde die Feier mit Egerländer Liedern, vorgetragen von Richard Sulko, der auch als Übersetzer tätig war, beendet. Bei den deutsch-tschechischen Gesprächen nach der Feier war man sich einig: Die Führungen durch die einzigartigen Dachstühle der Egerer Patrizierhäuser und die Besichtigungen ihrer Modelle, gefertigt von Zimmerermeister Hauer, werden künftig nicht nur Attraktion für Touristen sein, sondern auch Bestandteil von grenzüberschreitenden Fachtagungen von Historikern und Handwerkern.

Vor den Modellen (von links): Günther Juba, Marcela Brabačová, Josef Hauer, Tanja Schiffmann und Michal Pospišíl.
Josef Hauer.
Vor dem Modell des Dachstuhls der Franziskanerkirche (von links): Tanja Schiffmann, Michal Pospišíl, Marcela Brabačová und Josef Hauer.
Besichtigung aller ausgestellten Modelle.
Hintergrund:

Viele Ehrengäste

Bei der Feier dabei waren Tanja Schiffmann (Bürgermeisterin aus Parkstein), Michal Pospisíl (Vizebürgermeister Cheb) mit Vertretern des Stadtrats, Bauhistoriker Michal Panácek (Ersteller der Dachstuhl-Pläne), Konrad Dippel (Stifter des benötigten Bauholzes) und Maria und Günther Juba. Auf deren Initiative geht der Bau der Modelle zurück. Ferner waren dabei Ulrika Hart (Mitglied Stiftungsfonds Historisches Cheb), Karlheinz Hoyer (2. Bürgermeister Waldsassen) sowie der Amberger Berufsschullehrer Karl Müller, Tobias Knauer von der Handwerkskammer Weiden und Rainer Christoph vom Förderverein Goldene Straße. (gjb)

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