24.05.2020 - 14:36 Uhr
Eger (Cheb)Oberpfalz

Rätselhafter Fund in Eger

Als vor einigen Tagen das alte Gartenhäuschen von Dr. Karel Tyrpekl abgerissen wurde, fand er darin abgesägte Stücke von sehr alten Balken. Geheimnisvoll daran waren aber die eingravierten Markierungen.

Der rätselhafte Fund aus dem Gartenhäuschen.
von Autor GJBProfil

Als vor einigen Tagen das alte Gartenhäuschen von Dr. Karel Tyrpekl abgerissen wurde, fand er darin abgesägte Stücke von sehr alten Balken. Geheimnisvoll daran waren aber die eingravierten Markierungen.

Römische Ziffern, Dreiecke und sonderbare Zeichen trugen die Stücke in dem Häuschen auf einem Grundstück in der tschechischen Nachbarstadt von Waldsassen. Dr. Tyrpekl, der auch Vorstandsmitglied des Stiftungsfonds Historisches Cheb ist, wollte wissen, ob er mit diesem Fund "Geschichte zum Anfassen" entdeckt hat.

Präzise Datierung

Der Bauhistoriker Michal Panáček bestätigte seine Vermutung: Diese Balkenstücke sind mit Zimmermannszeichen gekennzeichnet. Die Art der Markierungen war aber nur bei barocken Bauwerken üblich. Eine dendrochronologische Untersuchung soll eine präzise Datierung ermöglichen, denn die Jahresringe sind wie Fingerabdrücke, an denen sich das genaue Alter der Baumstämme feststellen lässt.

Vor dem Aufrichten der Dächer auf den Häusern mussten die Balken erst auf dem Zimmerplatz probeweise zusammengesetzt werden. Um die hier passgenau zusammengefügten Hölzer später auf der Baustelle wieder richtig einander zuordnen zu können, markierte man sie vorher mit den sogenannten "Abbundzeichen".

Marcela Brabačová, Vorsitzende des Stiftungsfonds Historisches Cheb, ist begeistert: "Diese Teile von Dachsparren eines nicht mehr existierenden barocken Egerer Hauses werden in der künftigen ,Cheb Materiotéka' zu sehen sein - einer Studiensammlung authentischer Teile von Strukturen und Artefakten der historischen Gebäude von Cheb."

Herkunft zunächst ungeklärt

Die von Dr. Tyrpekl entdeckten Balkenstücke müssen schon vor langer Zeit in sein Gartenhäuschen gekommen sein: Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten die neuen Bewohner der Stadt überall nach Baumaterial für ihre Wohnungen. Dieses fanden sie in den zerstörten oder baufällig gewordenen Häusern.

Dass sie dabei auch in historisch bedeutsamen Bauten fündig geworden waren, spielte damals keine Rolle. Rätselhaft bleibt allerdings, von welchem Egerer Barockgebäude diese Balkenstücke stammen.

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