Seit Christi Himmelfahrt 14.35 Uhr halten ihn die bayerischen Trachtler. Im oberbayerischen Antdorf (Landkreis Weilheim-Schongau) plattelten 1312 Burschen und Männer fünf Minuten lang synchron zur Ambosspolka. Im Weltrekord-Team mit dabei zwei Buben aus Ehenfeld – der 12-jährige Manuel Pfab und sein vier Jahre älterer Bruder Maximilian.
Bis zum Himmelfahrtstag hielten die Österreicher den Weltrekord mit immerhin 1296 Plattlern. Der Antdorfer Trachtenverein „D’Waxnstoana“ hatten sich vorgenommen, anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums den Weltrekord nach Bayern zu holen. Aus allen bayerischen Gauverbänden wurden plattelnde Trachtler nach Antdorf eingeladen. Und sie kamen auch aus ganz Bayern. Manuel und Maximilian Pfab sind, wie ihre Mama Marion, Mitglieder beim Volks- und Gebirgstrachtenverein „Hoamatland Amberg“, bei dem auch schon in früheren Jahren ihr Opa Heribert aktiv war. Die Amberger schickten eine vierköpfige Plattler-Delegation nach Antdorf, natürlich in der Vereinstracht, der Miesbacher Gebirgstracht. Die beiden Pfab-Boum wollten bei dem Spektakel unbedingt dabei sein! Sie und Mama Marion, die ihre Buben begleitete, sind noch immer beeindruckt von der Veranstaltung und stolz darauf, mitgeholfen zu haben, den Weltrekord nach Bayern zu holen.
1312 Plattler
In Antdorf wurden die 1312 Plattler in Pulks von 50 Burschen, jeweils in Fünferreihen, auf die abgesperrte Hauptstraße verteilt. Gegen 14 Uhr, nach einem Testlauf zum Warmplatteln, ging es los – fünf Minuten synchron platteln zur Ambosspolka, dies unter den kritischen Augen von 30 Schiedsrichterinnen. Um 14.35 Uhr gab Oberschiedsrichterin Lena Kuhlmann vom Guinness-Buch der Rekorde das Ergebnis bekannt: „Sie können sich jetzt offiziell Weltrekordhalter nennen.“
Ein wenig aufgeregt waren Maximilian und Manuel Pfab schon, geben beide zu. Dabei sind für die beiden Buben öffentliche Auftritte nichts Außergewöhnliches, allerdings nicht als Schuhplattler. Maximilian spielt im Orchester des Hirschauer Musikzugs Posaune. Und der 12-jährige Manuel spielt seit drei Jahren mit seiner Steierischen Harmonika bei allen möglichen Veranstaltungen auf, selbst in großen Bierzelten. 2016, so erzählt er, hat er beim Michael Bäumler in Atzmannsricht mit dem Steierischen-Lernen angefangen. Auf die Idee sei er selber gekommen. Sein Papa habe auch auf der Steierischen gespielt. Im gleichen Jahr schon hatte er seinen ersten Auftritt bei der Siedler-Kirwa in Auerbach.
Kein Lampenfieber
Der damals 10-Jährige erhielt Riesenapplaus, ganz besonders für sein Lieblingsstück „Der Paul und sein Gaul“. „Das könnte er den ganzen Tag spielen“, sagt seine Mama. Dem Manuel wurde auch nicht mulmig, als er in Berlin in einem Riesenbierzelt anlässlich des Jubiläums 140 Jahre „Verein der Bayern“ aufspielte. Vor Selbstbewusstsein und Unbekümmertheit strotzend präsentierte er mit seiner Steierischen auf der Bühne seinen „Paul und sein Gaul“ und das andere große Repertoire an bodenständigen Stücken. An Einladungen und Aufträgen mangelt es ihm nicht. Er spielt bei Festen in Seniorenheimen genauso wie bei Kirwan oder Jubiläen wie zuletzt dem 25-Jährigen der Aschacher Zoiglmusi.















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