Startschuss für Bauarbeiten am Eixendorfer Stausee

Nun rollen die Bagger an: Der Bau eines sogenannten Entnahmeturms soll die Algenplage im Eixendorfer Stausee eindämmen.

Am Staudamm der Talsperre des Eixendorfer Stausee wird nun mit den Bauarbeiten begonnen.
von Externer BeitragProfil

Ende vergangener Woche wurde damit begonnen, die Baustelle am Staudamm der Talsperre des Eixendorfer Stausees zwischen Neunburg und Rötz einzurichten. Unter Federführung des Wasserwirtschaftsamt wird hier ein Entnahmeturm hochgezogen. Die dadurch erreichten Veränderungen im Wasser soll die Algenblüte eindämmen und so für eine bessere Wasserqualität des Sees im Sommer sorgen. Das ist keine Sache von heute auf morgen, doch der erste Schritt wird nun gemacht.

Ein kurzer Blick zurück: Bereits Mitte Oktober wurde am Eixendorfer See das Absenkziel von 425 Meter über Normal Null erreicht. "Der Seepegel ist damit so niedrig, wie seit dem Ersteinstau des Sees nicht mehr", heißt es aus dem Wasserwirtschaftsamt. Hier koordiniert Abteilungsleiter Manuel Schlegel das Projekt. Er betreut bei der Behörde die Gewässer im Landkreis Schwandorf. Der nahezu reibungslose Ablauf der Absenkung wurde durch die Unterstützung von vielerlei Seiten erreicht. Das Team der Koordinationsstelle für Muschelschutz leistete teils Schwerstarbeit bei der Muschelbergung. Der Fischereiverein Neunburg vorm Wald unterstützte sie in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden.

Wie geht es nun aber weiter? Bei der Ausschreibung des ersten Loses der Baumaßnahmen – Spezialtiefbau- und Baumeisterarbeiten – haben auf Basis des umfangreichen Leistungsverzeichnisses von über 120 Seiten insgesamt drei ostbayerische Baufirmen ihre Angebote abgegeben. Der Zuschlag wurde der Firma Josef Pfaffinger Bauunternehmung GmbH aus Passau erteilt. Es fanden bereits mehrere Ortsermine an der zukünftigen Baustelle statt. Schürfproben gaben Aufschluss über das Dammschüttmaterial im Bereich des Entnahmebauwerks. Auch eine Kampfmittelsondierung wurde durchgeführt.

Die eigentlichen Bauarbeiten durch die Firma Pfaffinger beziehungsweise deren beauftragtem Nachunternehmer, die Firma Josef Hartinger Tiefbau GmbH aus Tännesberg, haben nun mit der Baustelleneinrichtung und den Arbeiten zur Herstellung der Baustraße begonnen.

Während der Arbeiten sind der Dammkronenweg und der Bereich zwischen Krafthaus und der Seemeisterstelle für den Fuß- und Radverkehr gesperrt. Dies gilt bis voraussichtlich Ende Juni. Außerdem wird die Geschwindigkeit der Gemeindeverbindungsstraße auf 30 km/h begrenzt.

Von 100 auf 52 Hektar: Absenkung des Eixendorfer Stausees

Neunburg vorm Wald

Phospateintrag in den See verhindern

Neunburg vorm Wald
Hintergrund:

Was gebaut wird

  • Es entsteht ein Entnahmeturm, um aus höheren Seeschichten Wasser abzuleiten. Physikalisch soll eine Temperaturschichtung wie in einem natürlichen See erreicht werden. Folglich bleiben die Nährstoffe am Boden. Gänzlich wird dadurch das Algenwachstum – bedingt durch Licht und Wärme an der Oberfläche –zwar nicht verschwinden, doch man hofft, durch das Einkapseln der Nährstoffe am Seegrund eine Reduzierung zu erreichen.
  • Der Einlaufstollen im Absperrdamm des Sees soll um sechs Meter nach oben verlängert werden. Ziel ist es, künftig die Revisionsverschlüsse, die am Einlaufbauwerk gelagert sind, auch ohne ein Absenken des Wasserspiegels setzen zu können.
  • Rund fünf Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern in das Pilotprojekt, das Ende 2018 angelaufen ist.
  • Die Entscheidungen fielen im Juli letzten Jahres, jetzt starten die vorbereitenden Baumaßnahmen. Dann geht es Mitte Februar weiter. Im Frühjahr 2023 will man fertig sein. Das Ende der Maßnahme ist im Frühjahr 2023 angepeilt.
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