03.11.2021 - 16:48 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Kampf gegen das Algenwachstum im Eixendorfer Stausee

Es ist eine vielschichtige Aufgabe, der sich die Initiative "boden:ständig" stellt. Mit etlichen Mosaiksteinen möchte sie im Kampf gegen das Algenwachstum den Phosphateintrag in den Eixendorfer Stausee eindämmen.

Mit dem Entnahmeturm alleine ist es nicht getan. Auch der Phosphateintrag im Umfeld des Eixendorfer Stausees muss reduziert werden.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Soll der Entnahmeturm, der nach den Plänen des Wasserwirtschaftsamtes Weiden im Frühjahr 2023 in Betrieb gehen soll, über den Abfluss erwärmten Wassers das Algenwachstum vermindern, so geht es bei den Vorhaben von „boden:ständig“ darum, den Eintrag von Phosphat in den See zu verringern – ein auf viele Jahre angelegtes Unterfangen. Die Strategie dazu wurde in der Stadtratssitzung präsentiert.

Die Initiative "boden:ständig" wurde vom Bayerischen Land- und Forstwirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Stefan Haupt vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und Landschaftsarchitekt Wolfgang Fetsch stellten in der Stadtratssitzung in Neunburg Maßnahmen für den Eixendorfer Stausee vor. Das ALE plant federführend Projekte für die Stadt Neunburg und die ebenfalls beteiligten Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in den Landkreisen Schwandorf und Cham.

Haupt und Fetsch präsentierten neun Vorschläge, die sich um zwei Schwerpunkte rankten: Dem Bodenabtrag auf den Feldern entgegen wirken und Wasserrückhaltemöglichkeiten in der Landwirtschaft forcieren. Die Fachleute regten an, Gräben neben Feldwegen und bei Drainagesammlern zu schaffen. Bei starken Regenfällen könnte so das Wasser in Waldstücke geleitet werden und hier versickern, statt in den Eixendorfer Stausee zu laufen. Auch Röhricht-Anpflanzungen an Dämmen könnte phosphathaltige Bodenabschwemmungen bremsen und binden. Die Prognose: Es wären bis zu zehn Tonnen Erdreich, mit denen der See dann weniger belastet würde. Auch der Grenzbach spüle jede Menge Phosphat in den See, ebenso ein Bachlauf bei Gütenland.

Landwirte können mithelfen

Es sei zwar erwiesen, dass die Ursachen für übermäßigen Phosphateintrag nicht an der landwirtschaftlichen Nutzung im unmittelbaren Seeumfeld liege, heißt es in einer zusammenfassenden Darstellung der Verwaltung, aber generell könne durch gezielte Maßnahmen in der Landwirtschaft der Boden- und dadurch der Phosphateintrag in den See weiter vermindert werden. Landwirte sollten, so die "boden.ständig"-Experten, ihre Felder parallel zum Seeufer pflügen. Außerdem könnten ausgeschwemmte Wege neu befestigt werden.

All das seien Mosaiksteine, der Algenplage entgegenzuwirken. Doch um grundsätzlich eine Änderung herbeizuführen, müsse am Oberlauf der Schwarzach angesetzt und die Stadt Rötz mit ins Boot geholt werden, so Fetsch und Haupt. Denn von hier komme die Hauptfracht.

717 000 Euro Kosten

Die Kosten der präsentierten Maßnahmen für Neunburg, auf deren Gemeindegrund der Stausee liegt, belaufen sich auf 717 000 Euro. Die Zuwendungen betragen 75 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Der Eigenanteil der Stadt Neunburg beliefe sich folglich auf 25 Prozent ohne Baunebenkosten. Die Berechnung stammt aus dem Vorjahr, die steigenden Baupreise sind noch nicht berücksichtigt.

Stadtrat Walter Drexler zog aus der Präsentation den Schluss, dass jede der Einzelmaßnahmen genau hinterfragt werden müsse. Bürgermeister Martin Birner dankte dem Amt für Ländliche Entwicklung für die Darstellung möglicher Maßnahmen. Nun werden Umsetzung/Finanzierung und – falls ja – in welcher Form, in den Fraktionen beraten. Eine Entscheidung soll in einer der nächsten Stadtratssitzungen fallen.

Am Eixendorfer Stausee wird ein Entnahmeturm gebaut

Neunburg vorm Wald

 

 

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