07.09.2020 - 10:49 Uhr
Emhof bei SchmidmühlenOberpfalz

Nach Unfall vorbildlich geholfen: Familie aus Leipzig meldet sich in Emhof

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Als plötzlich eine Familie aus Sachsen vor der Haustür steht, herrscht helle Aufregung. Sohn Frederik hatte sich beim Radfahren schwer verletzt. Die Kollers helfen beherzt. Mittlerweile ist der Schock vorbei und die Freude groß.

Albin Koller (links) mit der Familie aus Leipzig, deren Fahrradtour wegen eines Unfalls in Emhof endete.
von Autor POPProfil

Es gibt Tage, da liegen Freude und Frust eng beieinander. Gerade bei Letzterem ist es wichtig, wenn einem Jemand beiseite steht, vor allem dann, wenn man quasi "auf weiter Flur allein" ist. So erging es einer fünfköpfigen Familie aus Leipzig, die vor einigen Wochen zu einer großen Radtour aufbrach, die auch in das Vilstal führte. Die Tour im Landkreis Amberg-Sulzbach fiel jedoch unerwartet kurz aus. Dies hatte einen dramatischen Grund: einen Unfall. Hört und liest man immer wieder von mangelnder Hilfsbereitschaft und respektlosen Gaffern, so trifft das bei diesem Unfall nicht zu – ganz im Gegenteil.

Von vorne: Eine junge Familie aus Sachsen steuerte bei ihrer großen Fahrradtour zunächst die sächsische Landeshauptstadt Dresden an, von dort aus führte die Fahrt in die Tschechische Republik und die Slowakei, durch Österreich und weiter in den Freistaat Bayern.

Von Regensburg kommend fuhren die Eltern mit ihren drei Kindern am Fünf-Flüsse-Radweg weiter Richtung Amberg. Bei Pettenhof erreichten die Radler den Landkreis Amberg-Sulzbach. Dann nahm die Tour ein unerwartetes, unerfreuliches Ende. Kurz vor Emhof stürzte der achtjährige Frederik und verletzte sich. Die Diagnose: Armbruch und Schürfungen.

Begeistert von First Respondern

Doch jetzt wohin? Dringend gebraucht wurde ein Rettungswagen. Trotz der widrigen Umstände schaffte es die Familie nach Emhof und läutete am ersten Haus. Und das war wirklich "die erste Adresse": Sophie und Albin Koller halfen sofort. Nach dem Notruf dauerte es nur wenige Minuten, bis die First Responder der Feuerwehr Schmidmühlen mit Monika Ehrnsberger und Julian Decker eintrafen und vorbildlich handelten. Das System der First Responder war Frederiks Vater, selbst Arzt, bisher nicht bekannt. "Auf diese Einrichtung und diese ehrenamtlichen Helfer kann der Markt Schmidmühlen wirklich stolz sein", lobte er.

Dann ging alles recht schnell: Der Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes aus Burglengenfeld traf ein – und fuhr mit Sohn und Vater in die Asklepios-Klinik nach Burglengenfeld.

Emhofer leisten nicht nur erste Hilfe

Mit der ersten Hilfe war die Unterstützung durch Albin und Sophie Koller aber noch nicht vorbei. Die Leipziger konnten in Emhof übernachten, wurden verpflegt und schließlich fuhr Albin Koller die Familie samt Fahrrädern zum Schwandorfer Bahnhof, von wo aus die Fahrt zurück in die sächsische Heimat ging.

Mittlerweile haben sich Frederik und seine Familie von dem Unfall und dem Schock gut erholt. Und ihr Dank ging nochmal nach Emhof, zu den First Respondern, der Feuerwehr Schmidmühlen und an die Klinik. Vielleicht findet auch die Radtour durch den Landkreis seine Fortführung. Rentieren würde es sich allemal. Nicht nur wegen der Hilfsbereitschaft der Oberpfälzer.

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