16.07.2019 - 11:28 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Eine biblische Nacht im Kloster Ensdorf

Lieblingsbibelstellen für jedermann standen im Mittelpunkt der kreativen Bibelnacht, zu der Pater Alfred Lindner rund 100 Gäste in der Pfarrkirche St. Jakobus begrüßte. Zu hören und sehen gab es Hochinteressantes.

In stundenlanger Arbeit schuf Lama Tendar aus Tibet das Mandala, welches nach buddhistischer Tradition nach der Bibelnacht vollkommen aufgelöst wird.
von Hubert SöllnerProfil
Weihbischof Josef Graf aus Regensburg sprach zur Bibelstelle, in der Jesus die arme Witwe mit ihrem kleinen Almosen direkt als Vorbild hinstellt.
Dass Toleranz und echte Mitmenschlichkeit aufzubringen gerade auch für den politischen Alltag gelten sollte, betonte Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny.

Organist Roland Nitzbon führte mit meditativen Beatles-Songs in den Abend ein, die Chorgruppe Horising aus Amberg umrahmte mit einer Melodie aus Jesus Christ Superstar und "It´s raining again" die Bibelnacht. Zeichen für irdische Vergänglichkeit und für menschliche Endlichkeit war das farbige, einen Quadratmeter große vom tibetanischen Gast Lama Tendar aus Tibet in stundenlanger Arbeit geschaffene Mandala, das nach buddhistischer Tradition nach der Bibelnacht vollkommen aufgelöst wird. Für Lama Tendar, der zu Besuch bei "Licht für Tibet" in Sulzbach-Rosenberg weilt, ist das Wort Jesu "Liebt doch einander, wie ich euch geliebt habe" zentral.

Für Lama Tendar ist das Wort Jesu „Liebt doch einander, wie ich euch geliebt habe“ zentral.
Die Chorgruppe Horising aus Amberg umrahmte mit einer Melodie aus Jesus Christ Superstar und „It´s Raining again“ die Bibelnacht.

Liebe sei einfach ein anderes stimmiges Wort für Friede. "Buddhismus und Christentum sollten ganz praktisch miteinander an diesem wichtigen Ziel auf unserer gemeinsamen Erde arbeiten", so sein Anliegen. Der evangelische Pfarrer Johannes Blohm sah der Stelle "Dein Gott ist auch mein Gott" im Buch Ruth ein allererstes inter-religiöses Bekenntnis in der Bibel - "und deswegen für uns heute eine Einladung zu ähnlich erfrischender Versöhnung im Alltag".

Alexander Klette von der neuapostolischen Gemeinde in Schwandorf war beeindruckt von der wunderbaren Speisung Jesu der 5000: "Jesus ist hier für das Wenige dankbar - und verwandelt es so, dass alle satt geworden sind. Sind wir selber auch Gott unserem Schöpfer dankbar für die vielen Erfahrungen in unserem Leben - oder befällt uns doch immer wieder leider ein Glaubenszweifel?"

Zwei evangelische Christen aus Amberg versuchten sich überzeugend an einer kurzen biblischen Theaterszene.

Oberbürgermeister Michael Cerny verwies auf das Pfingstwunder beim Evangelisten Lukas und meinte: "Für mich ist diese überraschende Geschichte ein Zeichen für wohltuende Gemeinschaft, wo eben keine Trennung wegen Hautfarbe oder Religion gezogen wird, sondern miteinander gelernt wird, Toleranz und echte Mitmenschlichkeit aufzubringen. Und keine Ängste voreinander, was gerade auch für den politischen Alltag gelten sollte."

Weihbischof Josef Graf aus Regensburg sprach zur Bibelstelle, in der Jesus die arme Witwe mit ihrem Almosen direkt als Vorbild hinstellt - im Gegensatz zu den Schriftgelehrten damals, die er offen kritisiert, "weil sie eher auf ihre Opferleistungen stolz sind und sich gerne in der Öffentlichkeit zur Schau stellen". Sebastian Sonntag (Amberg) legte Gedanken zur Emmausgeschichte dar: "Kann denn nicht auch das ehrliche Gespräch mit Jesus uns in unserer modernen Zeit heute genauso aus unserer Lethargie reißen, indem wir eben wirklich zu einem tiefen motivierenden Gott-Vertrauen finden?"

Die Studentin Laura (Regensburg) verstand es hervorragend auf ihre eigene Poetry-Slam-Weise über fünf Minuten in Reimform völlig frei gesprochen die bekannte Geschichte vom verlorenen Sohn nachzuerzählen. Zwei evangelische Christen aus Amberg, Heinrich und Alfons, versuchten sich überzeugend an einer kurzen biblischen Theaterszene.

Pater Alfred Lindner konnte rund 100 Bibel-Interessierte in der Pfarrkirche St. Jakobus willkommen heißen.

Am Ende gab es auf Video-Leinwand einen Ausschnitt vom berühmten Zeffirelli-Jesus-Film vom römisch-heidnischen Hauptmann, der Jesus bittet, seinen Diener zu heilen. Einige Bibel-Interviews wurden von Pater Alfred Lindner ebenfalls auf Video gezeigt, unter anderem von den Kardinälen Reinhard Marx und Karl Lehmann, von Bischof Rudolf Voderholzer und von Fußballerin Sarah Däbritz. Unter dem spirituellen Motto "Wo Milch und Honig fließen" klang der Abend im Kreuzgang aus.

Interviews per Video

Das Pfingstwunder

Wort für Friede

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