23.01.2020 - 14:30 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Bürgerversammlung Ensdorf: Tempo 30 für Hauptstraße gefordert

Gut besucht waren die Bürgerversammlungen in Wolfsbach, Ensdorf und Thanheim. Bürgermeister Markus Dollacker gab einen detaillierten Rückblick und hatte zur Pro-Kopf-Verschuldung Positives parat. Aber es gibt auch Sorgen von Bürgern.

Die ungenügende Situation in der Hauptstraße in Ensdorf war vielen Bürgern ein Anliegen.
von Autor TRAProfil

In der 2152 Menschen zählenden Kommune wurden im zurückliegenden Jahr lediglich elf Geburten verzeichnet, bei 33 Sterbefällen. Erfreulich dagegen die Entwicklung des Schuldenstands von 850 938 Euro: Damit liegt man mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 395 Euro unter dem Schnitt vergleichbarer Gemeinden in Bayern. Äußerst positiv wirkten sich die hohen Gewerbesteuereinnahmen aus. Deshalb konnte 2019 viel investiert werden. Größere Projekte waren die zwei Mannschaftslöschfahrzeuge (MLF) für die Feuerwehren Wolfsbach und Ensdorf, die Arbeiten (Pflaster, Zaun, Wasserstellen) am Friedhof in Ensdorf, die Fertigstellung der Kinderkrippe, Anschaffungen für den Bauhof, die Renovierung des Sportheims und die Breitbanderschließung.

Wie Bürgermeister Dollacker ausführte, stehen an neuen Projekten das Baugebiet Strohberg-Nord in Wolfsbach, die Planung für das Baugebiet Asamhöhe in Ensdorf sowie die Planungen zum Neubau des gemeindlichen Bauhofgebäudes sowie der Bildungspakt und Bayern Digital II an der Mittelschule an.

Ausführlich ging er auf das Dienstleistungszentrum Don Bosco mit dem geplanten Edeka-Markt ein, wofür die Gemeinde bisher 285 000 Euro ausgegeben hat. Hierin enthalten ist der Hochwasserschutzdamm. Planungsbeginn war im August 2014. Da das Areal im Hochwasser- und Landschaftsschutzgebiet lag, ergaben sich größere Probleme, die mit dem Hochwasserausgleich hinter dem Friedhof und dem naturschutzrechtlichen Ausgleich am Uschlberg gelöst wurden. Doch auch danach tauchten neue Schwierigkeiten auf wie Entwässerungsregelung, Denkmalschutz-Sichtachse zu Stephansturm und Kloster, Verkaufsflächenregelung, Straßenschutz für Kreis- und Staatsstraße, Artenschutzprüfung, Vitalitätscheck und besondere Lärmschutzgutachten. Seit Ende 2018 ist Edeka Eigentümerin des Grundstücks, und nicht nur deshalb ist Dollacker "guter Dinge, dass es mit dem Einkaufsmarkt etwas wird". Ein Zeitpunkt für die Fertigstellung sei noch nicht absehbar.

Schriftliche Anträge zu den Bürgerversammlungen gab es nicht. Stefan Reinwald regte an, dass die Bäume an der Vilstalstraße südlich von Wolfsbach zurückgeschnitten werden sollten. Verena Patzelt sprach die Verlegung des beliebten Spielplatzes in Wolfsbach an, der so schnell wie möglich fertiggestellt werden sollte. Carola Grünwald verwies auf die neue Bushaltestelle am Kindergarten, deren Dach in der Früh für die vielen Schüler zu klein sei. Mehrere Bürger bemängelten die Situation in der Hauptstraße, die nicht nur für Eltern mit Kinderwägen und Senioren mit Rollator äußerst problematisch sei. Gefordert wurde zumindest Tempo 30.

Ebenso unbefriedigend sei die Situation für Fußgänger auf der Thanheimer Straße bis zum Sportheim, bemängelten Thomas Göldner und Gerd Krause. Alfred Fröhlich forderte, um eine Zersiedelung zu verhindern, neue Baugebiete nur da auszuweisen, wo sie zwingend notwendig sind und mit Bauzwang, um sich vor Grundstücksspekulanten zu schützen. Letzteres wird beim Baugebiet Strohberg Nord so gehandhabt, betonte Dollacker.

Auf die Gefahren des als Downhill-Strecke genutzten Verbindungsweges zwischen der Steinäcker und Wittelsbacher Straße machte Thorsten Woletz aufmerksam. Hauptthemen in Thanheim waren die geplante PV-Freianlage, die Wasserleitungen und die Gefährdungen durch Schnellfahrer.

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