24.03.2021 - 14:21 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Giftköder in Garten geworfen? Hündin Bella überlebt knapp

Golden-Retriever-Hündin Bella soll mit einem Köder vergiftet worden sein. Der ist scheinbar aber nicht ausgelegt, sondern in den Garten der Familie in Ensdorf geworfen worden. Die Besitzer wollen nun andere vor dem "Hundehasser" warnen.

Die vierjährige Golden-Retriever-Hündin Bella aus Ensdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach) wurde offenbar mit einem Köder, der mit Pflanzendüngemittel versetzt war, im eigenen Garten vergiftet.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Hinter der Hundebesitzerin liegen schwere Stunden. "Die Familie steht wirklich immer noch unter Schock", sagt die 41-jährige Ensdorferin. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen. Auch aus Angst, dass es wieder passieren könnte. Denn am vergangenen Freitagnachmittag beginnt plötzlich der ganze Körper von Golden-Retriever-Hündin Bella zu zittern. Den Kopf kann sie nicht mehr oben halten, sie muss sich übergeben, wird von heftigem Durchfall geplagt. Jetzt weiß die Hundemama aus Ensdorf: "Es waren Vergiftungserscheinungen." Nur weil die Familie schnell reagierte, konnte Bellas Leben gerettet werden.

Der Verdacht, den die Ensdorferin und der Tierarzt hegen, was Bella an jenem Freitagnachmittag im eigenen Garten zugestoßen sein könnte, ist schwerwiegend. "Wir gehen davon aus, dass jemand einen Köder versetzt mit Pflanzendüngemittel über den Zaun geworfen hat." Also kein Giftköder oder ein mit Rasierklingen gespicktes Wienerle beim Spaziergang soll Bella so zugesetzt haben. "Im eigenen Garten", sagt die Ensdorferin immer wieder.

Saftige Tierarztrechnung

Als die vierjährige Hündin die Vergiftungserscheinungen zeigt, reagiert die Familie blitzschnell und bringt Bella zur Intensivbehandlung nach Sulzbach-Rosenberg. Mit Infusionen und Spritzen bekommt der Tierarzt Bellas Ausfälle in den Griff. "Zum Glück ist sie ein fitter Hund. Das hat sie nur knapp überlebt", ist die 41-jährige Halterin heute froh. Einige Tage danach hinkt Bella noch etwas mit dem Bein, wirkt schläfrig von den Medikamenten, sie isst nur langsam. "Der Tierarzt sagt aber, dass das alles wieder wird", ist die Hundehalterin erleichtert. Die Tierarztrechnung von gut 700 Euro war trotzdem saftig. "Obwohl uns Bella jeden Cent wert ist."

Alleine darf Bella jetzt nicht mehr in den Garten. Täglich kriecht die Familie durch Büsche und Sträucher, um nach weiteren giftigen Ködern im Fleisch- oder Wurstmantel Ausschau zu halten. Dass es ein Unbekannter war, der womöglich einfach nur Hunde hasst, davon ist die Ensdorferin überzeugt. "Wir haben keinen Pflanzendünger." Um was es sich aber genau handelte, weiß sie nicht. Blaukorn, flüssiger Pflanzendünger? "Das Gift war zum Glück noch nicht in Bellas Blut." So konnte das der Tierarzt nicht feststellen. Sonst wäre es vielleicht auch schlimmer ausgegangen.

Grundstück liegt außerhalb

Eine Anzeige bei der Polizei will die Ensdorfer Familie auf jeden Fall machen. An die Öffentlichkeit hat sie sich auch deshalb gewagt, um andere Hundebesitzer für die Gefahr zu sensibilisieren, "die Augen offen zu halten". "Von ausgelegten Giftködern in Amberg und im Umland haben wir schon oft gehört", berichtet die 41-Jährige. "Dass es bei uns am Dorf passieren könnte, habe ich nicht erwartet." Aufgrund der Coronabeschränkungen seien aber viele Fremde zuletzt hinaus aufs Land gefahren, um spazieren zu gehen. "Wir bekommen mit, wie viel Verkehr da aktuell ist. An unserem Grundstück etwas außerhalb von Ensdorf kommen ja einige vorbei."

Von gehäuft auftretenden Fällen dieser (neuen) Art kann Michael Kernebeck, Inspektionsleiter der Sulzbach-Rosenberger Polizei, nicht berichten. "Was natürlich nicht heißt, dass es die nicht gegeben hätte. Nur wurden sie dann nicht bei uns angezeigt", sagt er. Wenn sich die Sulzbach-Rosenberger Polizei zuletzt mit Tierquälereien beschäftigt habe, dann mit angeschossenen und misshandelten Katzen. "In einigen Fällen haben wir dazu auch Röntgenbilder veröffentlicht. Damit die Menschen sehen, wie drastisch die Fälle waren." Sein Kollege Achim Kuchenbecker, Polizeisprecher der Inspektion Amberg, erinnert sich indes an einen Fall vom Dezember 2020 in Amberg. Der Halter eines sieben Monate alten Hundes zeigte einen Vorfall an, bei dem er zuvor ein Stück Fleisch im Garten fand. "Die chemisch-toxikologische Untersuchung wies aber kein Gift an dem Stück nach." Bislang liege ihm noch keine Anzeige der Familie aus Ensdorf vor. "Wir gehen dem dann natürlich nach."

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