20.08.2020 - 16:06 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Salesianer Don Boscos wirken seit 100 Jahren in Ensdorf

Ein großes Jubiläum steht dem Salesianerkloster ins Haus. Die geplanten Feierlichkeiten zur 100-jährigen Präsenz der Salesianer Don Boscos in Ensdorf sind zwar wegen Corona weitgehend abgesagt worden. Doch die Feier wird 2021 nachgeholt.

Neuer Glanz und alte Klangvielfalt kommen an. In der Hauskapelle des Salesianerklosters war in den vergangenen Monaten die Reiser-Orgel restauriert worden. Das Besondere an ihr: Sie ist ein Stück größer als die Orgel in der benachbarten Pfarrkirche St. Jakobus. Kirchenmusiker Bernhard Müllers gab ein Orgelkonzert.
von Paul BöhmProfil
Über das Jubiläum „100 Jahre Salesianerkloster Ensdorf“ freuen sich Klosterdirektor Pater Ulrich Schrapp SDB, Reinhard Gesing als Provinzial der Ordensgemeinschaft, Chronik-Verfasser Pater Martin Haunolder sowie Birgit Weiß und Johann Weiß vom Freundeskreis Kloster Ensdorf.

Vor 100 Jahren, am 23. August 1920, zogen die Salesianer Don Boscos im Kloster Ensdorf ein. Anlässlich dieses Jubiläums haben die Salesianer jetzt die Chronik "Noviziat, Gymnasium, Jugendbildung" von Pater Martin Haunolder SDB vorgestellt und die Orgel in der Hauskapelle des Klosters eingeweiht, die dank einer Spende von Heio Steffens renoviert worden war. Bei einer Vesper weihte Klosterdirektor Pater Ulrich Schrapp SDB die Orgel neu. Im Anschluss daran gab Regionalkantor und Kirchenmusiker Bernhard Müllers aus Amberg ein Konzert mit festlicher Orgelmusik, um die klanglichen Möglichkeiten des Instruments aufzeigen. Zu hören waren Auszüge aus dem Konzert F-Dur für Orgel und Orchester von Georg Friedrich Händel, aus Nocturno von Arthur Piechler mit "Salve Regina", die Sortie in Es-Dur für Orgel von Louis James Alfred und Auszüge aus der Suite Nr. 1. F-Moll von William Ralph Drifill.

Größer als Orgel in St. Jakobus

Anfang des Jahres wurde die Reiser-Orgel in der Hauskapelle des Klosters von Grund auf saniert. Dies hatte der großzügige Stifter und Gönner Heio Steffens möglich gemacht. Das Besondere an der Orgel in der Hauskapelle: Sie ist größer als die Orgel in der Pfarrkirche St. Jakobus. Jedoch war ihr Zustand desolat. So mussten etwa 900 Ventilklappen und der Balg erneuert, die Pfeifen und der Spieltisch gereinigt, der Motor gewartet werden. Erforderlich war eine neue Schalldämmung. Damit verbunden waren Arbeiten an Pfeifenwerk, Spieltisch und Windanlage. Ein Register wurde ausgetauscht und auf das Original zurückgeführt. Vom Ergebnis war Heio Steffens begeistert. Gegenüber Klosterdirektor Ulrich Schrapp bracht er seinen Wunsch zum Ausdruck, die Orgel möge dazu beitragen, den Gottesdiensten und Gebetszeiten in der Hauskapelle einen würdigen Rahmen zu geben. Wegen der virusbedingten Einschränkungen der vergangenen Monate fand die Übergabe des Instruments erst jetzt statt. Sie ist zugleich Bestandteil der Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr. Dazu hat Pater Martin Haunolder auch die Chronik "100 Jahre Salesianer Don Boscos in Ensdorf" erstellt. Martin Haunolder hat viele Jahre im Kloster Ensdorf als junger Novize in den 40er-Jahren, als Studienleiter im Noviziat in den 50er-Jahren, als Novizenmeister in den 60er-Jahren und als Direktor in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelebt, gearbeitet und das Klosterleben mitgestaltet.

Voller Sympathie und mit Distanz

Die Chronik dokumentiere Haunolders intensive Verbundenheit mit dem Kloster. "Es wird deutlich, dass hier jemand voller Sympathie, aber auch mit der gebotenen kritischen Distanz und Objektivität an die Aufgabe gegangen ist, die Geschichte von über 100 Jahren lebendig werden zu lassen", so der Klosterdirektor. Fakten, aber auch Wissen aus eigenem Erleben, aus Gesprächen mit Zeitzeugen und ein ausgiebiges Studium der Chroniken, Protokolle und Zeitungsartikel hätten dazu beigetragen, "dass ein lebendiges, gut lesbares und vor allem ein sehr informatives Werk entstanden ist". Haunolder sei - wie wohl nur wenige Mitbrüder - heute noch ein wesentlicher Zeit-, Augen- und Ohrenzeuge für die Entwicklungen und Veränderungen im Kloster Ensdorf. Dabei blicke er immer wieder über den eigenen Tellerrand und die Ensdorfer Klostermauern, stelle diese Veränderungen im Gesamtzusammenhang mit den Entwicklungen im gesamtdeutschen Don-Bosco-Werk dar. Die gute Kooperation von Kloster und Gemeinde würdigte Bürgermeister Johann Ram. Aus der Vereinbarung von Kommune, Kloster und Wasserwirtschaftsamt heraus soll die Zukunft weiter gestaltet, das Kloster im Vilstal als sozialer Lernort weiter ausgebaut werden. "Dass uns dies in gemeinsamer Arbeit zum Wohle der Jugend und der Gemeinschaft gelingen möge, ist unser aller Wunsch zu diesem Jubiläum", so Ensdorfs Rathauschef.

Vortrag: 100 Jahre Salesianer in Ensdorf

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