27.08.2019 - 18:12 Uhr
Oberpfalz

Entschleunigung beim Essen

Zeit zum Genießen ihrer Speisen nehmen sich die meisten von uns viel zu selten. Lassen wir doch endlich wieder das Essen zu etwas Besonderem werden, meint die OWZ-Glücksexpertin.

Eine Pause mit einem selbst gemachten Brot, ist genussvoller als der Hamburger vom Straßenkiosk.
von Autor EWAProfil

Morgens auf dem Weg zur Arbeit noch schnell einen Coffee to go, mittags im Imbiss einen Burger, später am Schreibtisch einen Schokoriegel, nach Feierabend ein Eis aus dem Pappbecher, abends eine Pizza vom Lieferservice. Eine britische Studie zeigt: Immer öfter essen wir unterwegs und zwischendurch. Sei es, weil es wieder mal schnell gehen muss, weil es eben bequem ist - oder einfach, weil es alle tun. Zeit zum echten Genießen nehmen sich die meisten von uns viel zu selten. Das ist nicht nur alles andere als gesund, sondern macht auch keineswegs glücklich.

Längst ist wissenschaftlich erwiesen: Es wirkt sich erheblich auf unsere Psyche und unser Wohlgefühl aus, was und wie wir essen. Eine Ernährung mit vielen verarbeiteten Lebensmitteln erhöht sogar das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Das ist sicherlich schon lange nichts mehr Neues. Doch wieso greifen wir dann immer noch zu fettigem Fast-Food, machen uns am Abend mal schnell ein ungesundes Tiefkühlgericht warm, schaufeln permanent nebenbei irgendetwas Einwegverpacktes in uns hinein, Hauptsache schnell und billig? Dabei heißt es doch nicht umsonst so schön: "Du bist, was du isst."

Lassen wir doch endlich wieder das Essen zu etwas Besonderem werden, zu etwas, das uns nicht nur gut tut, sondern das uns außerdem noch glücklich macht. Lassen Sie uns wieder mehr Kochbücher kaufen, neue Rezepte ausprobieren, entspannt nach Feierabend in großen Töpfen rühren, Teig kneten, den Tisch schön decken, uns mit den Zutaten der Gerichte beschäftigen. Es gibt doch nun wirklich nichts Schöneres, als mit Freunden oder der Familie gemeinsam zu kochen, Kerzen anzuzünden und das gemeinsame Essen zu zelebrieren. Da kann doch nun wirklich keine schnelle Currywurst an einem unsauberen Plastiktisch mithalten.

Und mit weniger Hektik und mehr Entschleunigung beim Essen, mit besserer Planung und einem bewussteren Einkaufen unserer Lebensmittel tun wir nicht nur uns selbst und unseren Liebsten einen großen Gefallen, sondern auch unserer Umwelt. Laut Statistik türmen sich hierzulande Einweggeschirr und To-go-Verpackungen jährlich zu einem Müllberg von fast 350 000 Tonnen. Unfassbar und absolut sinnlos. Denn auch wenn Sie viel unterwegs sind, klappt es mit der Muße beim Essen. Sie müssen sich nur zuhause etwas einpacken und mitnehmen. Das können Sie dann sogar überall genießen, wo Sie wollen. Am besten auf einer Bank im Grünen.

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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