14.01.2022 - 14:55 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Ausbau der B299 und B22 bei Erbendorf dauert noch

Der Ausbau der B299 zwischen Erbendorf und Hessenreuth befindet sich in der letzten Phase. Baudirektor Gerhard Kederer informiert zum aktuellen Stand, wo auf der Strecke Vorsicht geboten ist und wie der Brückenbau auf der B22 vorangeht.

Das Bild zeigt die beiden Brückenbaustellen entlang der B22 zwischen den Fahrtrichtungen Weiden und Kemnath.
von Lucia Brunner Kontakt Profil

Diesen Winter ist es wieder möglich: Autofahrer kommen wieder über den Hessenreuther Berg nach Erbendorf oder Pressath. Weil oben am Abspann der Bau der Fauna-Brücke läuft, wird der Verkehr provisorisch umgeleitet. "Dort kann es eng werden und etwas kurvig", erklärt Gerhard Kederer, Baudirektor am Staatlichen Straßenbauamt Amberg-Sulzbach. Zudem geht es steil nach oben.

Im Winter bedeutet das für Autofahrer, vorausschauend zu fahren. Denn: Da auch Bäume weggemacht wurden, hat der Frost besonders oben am Berg leichtes Spiel. Feuerwehr-Kommandant Bernhard Schmidt aus Erbendorf erklärt, dass es bisher nicht zu vermehrten Unfällen gekommen ist. "Das wundert mich selbst und freut mich aber auch", erklärt er auf Nachfrage. Die Straße sei in einem gut befahrbaren Zustand. Jedoch erklärt er: "Man sollte vorsichtig sein aufgrund der verengten Stelle. Am Berg merkt man jeden Höhenmeter und es kann glatt werden." Aus diesem Grund ist die Geschwindigkeit hier auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Zudem herrschen oft an der Spitze andere Witterungsverhältnisse als unten an der Straße. "Die provisorische Streckenführung bleibt bis Frühsommer 2023", weiß Gerhard Kederer. Die Umfahrung bleibt bis zur Fertigstellung der Fauna-Brücke bestehen. Im Anschluss soll der Verkehr zwischen Erbendorf und Pressath über einen Tunnel durch die Brücke geleitet werden.

Bohrpfähle eingebracht

"Die Alternative zur provisorischen Streckenführung wäre gewesen, die Straße weiterhin zu sperren. Das will ja auch keiner", sagt Kederer. Die Bauarbeiten an dieser Stelle ruhen weitestgehend. Bis kurz vor Weihnachten wurde dort noch gebaut. "Sobald die Witterung es wieder zulässt, also kein Schnee mehr liegt, können die Arbeiten fortgesetzt werden", so Kederer. So wurden vor der Winterpause noch die Bohrpfähle für die Gründung der Brücke eingebracht. Zum Teil laufen bereits Arbeiten wieder, in den nächsten Monaten beginnen auch die Schal-Arbeiten an den Widerlagern.

"Die Brücke ist 50 Meter lang", sagt Kederer. "Links und rechts werden Wände erstellt, beschalt, betoniert und dann der Überbau gemacht." Der Wildwechsel etwa von Rehen, Füchsen oder Wildkatzen soll nicht über Beton erfolgen. Auf der Brücke soll eine Naturfläche entstehen. "Das Bauwerk wird dann überschüttet, humusiert und angesät", erklärt Kederer. Im Endspurt wird unter der Brücke die Straße fertiggestellt, die dann durch einen Tunnel verläuft. Für den Bau der Fauna-Brücke sind 18 Monate veranschlagt. Das Projekt kostet rund 4,8 Millionen Euro und ist im Landkreis Tirschenreuth ein Novum. "Mit dem Bau der Fauna-Brücke sollen auch die Eingriffe in die Natur minimiert werden, die durch die Baustelle entstehen."

Brücken bis Frühsommer fertig

Eine weitere Baustelle ist noch auf der B22 bei Erbendorf. Wer etwa Richtung Kemnath unterwegs ist, nutzt hier ebenfalls eine Umfahrung, die über die B299 geleitet wird. Auch dort ist der Verkehr auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt. Zwei Brückenbauwerke werden an dieser Stelle saniert. "Sie sollen bis zum Frühsommer 2022 fertiggestellt werden", informiert Kederer. Auch hier sind die Bauarbeiten gerade in der Winterpause. Bis diese fortgesetzt werden können, müsse es erst wieder wärmer und trockener sein. So müssen hier noch die Brückenabdichtung, die Überführung und die Straßen gemacht werden. "Die Kappe muss betoniert werden, damit die Straße darüber gebaut werden kann", erklärt Kederer. "Diese Arbeiten gehen im Winter nicht."

Anfang November 2021 wurde die Baustelle auf der B299 zwischen Erbendorf und Pressath wieder für den Verkehr freigegeben.

Hessenreuth bei Pressath
Hintergrund:

Fauna-Brücke am Hessenreuther Berg

  • Erste Brücke in dieser Art im Landkreis Tirschenreuth
  • Baubeginn: Oktober 2021
  • Veranschlagte Bauzeit: 18 Monate
  • Bauende im Frühsommer 2023
  • Kosten: 4,8 Millionen Euro
  • Länge: circa 50 Meter
  • Stützweite18 Meter, verbaut werden 2700 Kubikmeter Beton und 500.000 Kilogramm Stahl
  • Verkehr wird nach Fertigstellung über einen Tunnel unter der Brücke geleitet

 

 

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