25.10.2020 - 12:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Eine besondere "Zwischenstation"

Urnenbestattungen nehmen immer mehr zu. Diese Erfahrung macht auch die Stadt Erbendorf und erweitert ihre Anlage um 33 Nischen. In einer Feierstunde mit kirchlicher Segnung werden sie übergeben.

Stadtpfarrer Martin Besold und sein evangelischer Amtsbruder Pfarrer Christoph Zeh (von rechts) segnen die neuen Urnennischen.
von Jochen NeumannProfil

Musikalisch eröffnete der evangelische Posaunenchor die Feierstunde zur Segnung der neuen Urnenwand auf dem Friedhof. Aufgrund der Corona-Pandemie nur im engeren Kreis mit den Stadträten, Vertretern der Verwaltung sowie dem Landschaftsarchitekten Albrecht Strohn und den Pfarrern Martin Besold und Christoph Zeh.

Weitere Baumaßnahmen aus dem Erbendorfer Stadtrat

Erbendorf

„Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“ Mit diesem Zitat von Joachim Ringelnatz eröffnete Bürgermeister Johannes Reger die Feierstunde. „Eine Ausnahme bildet der Tod, das Ende des Lebens. Es ist die Gerechtigkeit, die für jeden gilt und genau diese Sicherheit bedeutet auch, dass wir einen Sinn im Leben haben.“ Reger stellte fest, dass die Geladenen dieser Feierstunde bezeugen, als Vertreter von Stadt und Kirche nicht nur am diesseitigen Leben interessiert seien, sondern auch am Sinn, der dahintersteckt.

„Für die Erstellung der Urnenwand haben sehr viele Hände ineinandergegriffen“, hob der Bürgermeister hervor. Namentlich nannte er Bauamtsleiter Dieter Döppl, den technischen Angestellten Markus Meyer und Landschaftsarchitekt Albrecht Strohn. Auch die Verwaltungsmitarbeiterinnen Ilona Bauernschmidt und Anja Dietrich. „Auch sie haben mit dem Tod zu tun, wenn das Bürokratische bei einem Sterbefall abgewickelt werden muss.“

„Unter den vielen Projekten, die die Stadt abzuwickeln hat, ist auch ein Bürgermeister einmal froh, wenn eins fertiggestellt ist“, hob Reger hervor. Die Erweiterung der Urnengrabanlage um 33 Plätze ist ein Projekt, dass alle Kriterien der Planung, der Zeit und der Kosten erfüllt habe. Entstanden seien drei Urnenblöcke aus Granit mit jeweils elf Urnennischen. Dem Landschaftsarchitekten Strohn sprach der Bürgermeister ebenso seinen Dank aus, wie der ausführenden Baufirma.

Die kirchliche Segnung der Urnenwand übernahmen die Pfarrer Martin Besold und Christoph Zeh. „Wir wollen die Seele berühren, wenn hier Menschen beerdigt werden“, stellte Besold fest. Er deutete an, dass die Angehörigen beim Verlust eines Menschen auch Zuspruch brauchen. „Sie brauchen wieder eine Hoffnung ins Leben hinein, damit sie weiterleben können.“

Pfarrer Christoph Zeh ging darauf ein, dass die Urnen mehr und mehr Zuspruch erhielten. „Man darf aber nicht vergessen, dass dies hier nur ein vorübergehender Ort ist.“ Denn das Ziel unser aller Leben liege woanders, nämlich bei Gott. „Gut, dass wir als Zwischenstation diese Urnenwände haben.“

Nach der kirchlichen Segnung führte Bürgermeister Johannes Reger aus, dass zum Ende dieses offiziellen Aktes die Sitte, ein Band durchzuschneiden, wie bei einer neuen Straße, auf dem Friedhof nicht notwendig sei. „Wir schneiden heute kein Band durch, sondern knüpfen ein Band zwischen den Lebenden und denen, die uns bereits vorausgegangen sind.“ Regers Dank am Ende galt dem Posaunenchor und Mitarbeiterin Carolin Böckl, die den Festakt organisierte.

Bürgermeister Johannes Reger (am Rednerpult) bei der Einweihung der Urnenwand.
Bürgermeister Johannes Reger (am Rednerpult) bei der Einweihung der Urnenwand.
Pfarrer Martin Besold und Pfarrer Christoph Zeh erteilen der neuen Urnenwand den kirchlichen Segen.
Einweihung der Urnenwand auf dem Friedhof.
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