10.10.2020 - 19:06 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Bischof weiht Martin Schraml aus Erbendorf zum Ständigen Diakon

Durch Handauflegung und Gebet weihte Bischof Rudolf Voderholzer am Samstag im Regensburger Dom St. Peter zwei neue Ständige Diakone. Dabei war auch der Erbendorfer Martin Schraml.

Bischof Rudolf weiht Martin Schraml durch Gebet und Handauflegung
von Externer BeitragProfil

Ab sofort darf Martin Schraml Pfarrer Martin Besold in der Erbendorfer Pfarrei Mariä Himmelfahrt bei der Seelsorge unterstützen. Wie Willibald Poiger aus Windberg (Landkreis Straubing-Bogen) weihte ihn Bischof Rudolf Voderholzer am Samstag zum Ständigen Diakon. Schramls Ehefrau Anette und die drei Kinder Christoph, Johanna und Jakob verfolgten die Weihe von der ersten Bank aus mit. Auch seine Mutter und Geschwister sowie eine Abordnung der Pfarrei mit Pfarrer Martin Besold und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Holger Popp sowie Bürgermeister Johannes Reger nahmen an dem Pontifikalgottesdienst teil. Als Kerzenträger durften vier Erbendorfer Ministranten an der feierlichen Liturgie mitwirken.

Vor dem Empfang der Weihe wurden die Weihekandidaten im Hohen Dom zu Regensburg nach ihrer Bereitschaft gefragt, sich in den Dienst der Kirche nehmen zu lassen, das Diakonenamt zur Unterstützung des Bischofs und der Priester auszuüben. Weiter versprachen sie, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden und den Armen und Notleidenden zu helfen. Auch die Ehefrauen der beiden Kandidaten bekundeten, dass sie ihre Männer in ihrem Dienst unterstützen werden. Nach dem Weiheakt wurden die neuen Diakone mit der Stola und Dalmatik bekleidet. Bischof Rudolf überreichte beiden das Evangeliar.

Sorge um Bedürftige und Dienst des Glaubenszeugnisses

Auch in seiner Predigt ging der Bischof auf die Aufgaben der Diakone, die Geschichte des Diakonats ein und warf zudem einen Blick auf die Weihesprüche, die sich die beiden Männer ausgesucht hatten. Caritas-Dienst, die Sorge um die Bedürftigen, die Armen, die Kranken, die Trauernden auf der einen Seite und die Verkündigung des Evangeliums, Predigt und Katechese auf der anderen Seite schlössen sich nicht aus, sondern hätten bereits bei den ersten Diakonen eine Einheit dargestellt, erklärte der Bischof laut Pressemitteilung des Bistums. „Am Besten wird es immer sein, wenn das Wort der Verkündigung vom Caritas-Dienst gedeckt ist und wenn umgekehrt das sozial-caritative Tun getragen ist, begleitet wird vom Wort der Verkündigung, von der Erschließung des Glaubens“, stellte Bischof Rudolf fest und ging sogar noch einen Schritt weiter: „Vielleicht ist der größte Dienst, der wichtigste Dienst, den wir heute einer Gesellschaft, ja selbst in der Kirche zu leisten aufgefordert sind, der Dienst des Glaubenszeugnisses.

"Gott allein genügt"

Als Weihespruch hat Martin Schraml einen Satz der heiligen Teresa von Avila gewählt, welcher auf den Kern des Christseins verweist: "Gott allein genügt". Schraml, geboren 1968 in Erbendorf, lebt dort mit seiner Ehefrau Annette und den drei Kindern Christoph, Johanna und Jakob.  Geprägt durch ein katholisches Elternhaus, engagierte er sich in seiner Heimatpfarrei bereits als Jugendlicher. Er arbeitet in der Buchhaltung eines mittelständischen Betriebes der nachhaltigen Energiewirtschaft. Im Staunen über Gott sieht er seine tiefste Motivation für seine Mitarbeit als Diakon mit Zivilberuf in der Pfarrei Erbendorf, Mariä Himmelfahrt.

Willibald Poiger wurde 1965 in Straubing geboren. Seit 1988 ist er mit seiner Frau Sonja verheiratet. Beide haben 2 erwachsene Kinder. Seit seiner Meisterprüfung an der Bundesfachschule des Glaserhandwerks in Hadamar/Hessen ist er Geschäftsführer der Glaserei in Windberg. Ein Erlebnis bei einer Wallfahrt hat ihn tief angerührt und ihn als "Gottsucher" auf den Weg geschickt. Als Weihespruch hat er sich den Satz "Mein Herr und Mein Gott!" (Joh 20,28) aus der Begegnung des Apostels Thomas mit dem auferstandenen Herrn gewählt.

Martin Schraml gibt Einblicke in sein Leben

Erbendorf
Bischof Rudolf (Mitte) mit den neuen Ständigen Diakonen Martin Schraml (rechts) und Willi Poiger (links), deren Ehefrauen und Kindern sowie Dompropst Dr. Franz Frühmorgen und Diakon Sebastian Aichner.
Während der Litanei liegen die Weihekandidaten ausgestreckt auf dem Boden.
Hintergrund:

Stichwort Ständiger Diakonat

Der Ständige Diakonat wurde vom "Zweiten Vatikanischen Konzil" wieder belebt und ist im Bistum Regensburg seit 1973 eingeführt. Er wird haupt- oder nebenberuflich ausgeübt und steht auch verheirateten Männern offen. Unverheiratete Kandidaten legen vor der Weihe das Zölibatsversprechen ab. In der Diözese Regensburg gibt es derzeit 118 Ständige Diakone. Mit der Weihe gehören sie zum Stand der Kleriker.

Im Zentrum der Aufgaben der Ständigen Diakone, deren Bezeichnung "Diakon" auf das griechische Wort "Dienen" zurückgeht, steht der caritative Dienst. Ihre Arbeit in der Kirche soll den Dienst Christi an den Menschen in besonderer Weise zum Ausdruck bringen. Die konkreten Aufgabenfelder der Ständigen Diakone liegen sowohl in der konkreten Hilfe für notleidende Menschen als auch in der Feier der Liturgie und der Verkündigung des Evangeliums.

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