01.02.2021 - 09:10 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Droste oder Schmidt: Wer wird Bundestagsdirektkandidat der Grünen?

Wen schicken die Grünen im Wahlkreis der Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN und der Stadt Weiden ins Rennen ums Bundestagsmandat? Zur Auswahl stehen Anne Droste und Josef Schmidt.

Die Grünen im Wahlkreis der Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN und der Stadt Weiden stimmen momentan in einer Briefwahl ab, wer ihr Bundestagskandidat werden soll.
von Armin Eger Kontakt Profil

"Ich möchte in den Bundestag", sagt Josef Schmidt. Aber im ersten Schritt muss der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis der Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN und der Stadt Weiden eine Mitbewerberin "ausschalten." Denn die Windischeschenbacherin Anne Droste will sich ebenfalls den Platz für eine Direktkandidatur sichern.

Die Abstimmung dazu läuft. Momentan sind die Mitglieder gefordert. Sie sollen entscheiden, ob der 38-jährige Josef Schmidt aus Siegritz bei Erbendorf oder die 53-jährige Anne Droste aus Windischeschenbach Bundestagsdirektkandidat wird. Die Abstimmung erfolgt per Briefwahl und das Ergebnis soll am 7. Februar vorliegen. "Das sollte terminlich so klappen", sagt Droste, denn es seien nur 100 Wahlberechtigte. Und die Frage sei zudem, ob auch wirklich alle wählen würden.

"Das Bundeswahlgesetz schreibt eine Präsenzwahl vor", erklärt Schmidt. "Das geht momentan während Corona nicht. Aber wir brauchen Gewissheit, also probieren wir es per Briefwahl." Sollte diese nicht anerkannt werden, dann wollen Bündnis 90/Die Grünen im Mai die Kandidaten bei einer Versammlung bestätigten. "Wir haben uns darauf aber geeinigt, dass es bei den bisherigen Kandidaten bleibt."

Anne Droste, Windischeschenbach

Krankenschwester und Ergotherapeutin Anne Droste aus Windischeschenbach hat viele ehrgeizige Ziele.

"Politisch bin ich schon immer aktiv", sagt die 53-jährige Droste. Vor 25 Jahren kam ihre Familie von Nürnberg in die Oberpfalz. "Wir haben die Region lieben gelernt", gesteht die verheiratete Mutter von vier Kindern. Vor der Pandemie war sie ausschließlich als freiberufliche Ergotherapeutin tätig. Aber während der Coronakrise ist sie zusätzlich wieder in ihren gelernten Beruf als Krankenschwester für Intensivmedizin zurückgekehrt. Sie arbeitet am Klinikum in Weiden. Neben den beiden Berufen engagiert sich Droste stark in der Politik. "Ich habe den Ortsverband in Windischeschenbach gegründet, bin dort Sprecherin, bin im Stadtrat und auch im Kreisrat", sagt sie.

Und jetzt soll der nächste Schritt folgen. "Ich bin engagiert und ehrgeizig. Mein Ziel ist der Bundestag. Ich bin niemand, der sich wegduckt und bin mir definitiv sicher, dass ich die Oberpfalz in Berlin besser vertreten könnte als unsere bisherigen Abgeordneten das getan haben." Viele Politiker im Bundestag seien zu weit weg von der Basis.

Die Aufgabenbereiche, die sie anpacken wolle, seien vielfältig. "Ich habe viel zu sagen. Niemand ist näher dran an der Basis als ich. Ich kenne mich als Elternbeiratsvorsitzende in der Bildungspolitik aus und weiß als Krankenschwester, wie es in der Gesundheitspolitik läuft." Klimaschutz, ein weiters großes Anliegen der 53-Jährigen, praktiziere sie in ihrer Familie schon lange. "Wir haben ein Blockheizkraftwerk und setzen seit drei Jahren auf E-Mobilität." Zudem möchte sie einen Bewusstseinswandel bei den Leuten erreichen, wenn es um die Umwelt geht. "Es geht so nicht weiter."

Josef Schmidt, Erbendorf

Biolandwirt Josef Schmidt aus Erbendorf ist „ein politischer Neuling“, wie er selbst sagt, hat aber schon viel erreicht.

Schmidt bezeichnet sich selbst als politischen Neuling. "Als bei den Landtagswahlen 2018 die ersten Hochrechnungen für die AfD mit 17 Prozent kamen, holte ich meinen Aufnahmeantrag für die Grünen, der schon lange im Schrank lag, raus", sagt der Biolandwirt. Zuvor sei er in der "politischen Deckung verschwunden gewesen", habe aber beim Bioland Landesverband viel Erfahrung sammeln können. Seit sieben Jahre ist er dort im Vorstand und seit kurzem stellvertretender Landesvorsitzender.

Nach seiner Mitgliederschaft bei Bündnis 90/Die Grünen zog der Erbendorfer schnell in der Kreisvorstand ein, gründete in Erbendorf einen Ortsverband und vertritt die Partei mit einer weiteren Kollegin im Stadtrat. "Wir haben in der Opposition mit den Freien Wählern und der SPD die Mehrheit und können mitgestalten", freut sich der Biolandwirt. Zudem ist Schmidt Kreisrat.

Die hohe Anzahl an Stimmen, die er bei den Wahlen 2018 bekommen habe, seien ein Grund dafür, sich jetzt als Bundestagsdirektkandidat zu bewerben. Wenn er die Stichwahl gegen Anne Droste gewinne, will er auf der Landesliste noch einen guten Platz bekommen, der auf jeden Fall für Berlin reichen sollte.

Gründe, warum man ihn wählen sollte, hat Schmidt einige parat: "Weil ich ein sehr großes Netzwerk in der Region habe und in jungen Jahren schon viel erreicht habe. Weil ich mich gerne in den Dienst der Region stelle und es besser machen kann als unsere bisherigen Bundestagsabgeordneten. Weil ich die Region gut kenne und ein Sprachrohr für die nördliche Oberpfalz sein kann."

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