22.10.2020 - 12:26 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Einsatz für Überleben des Wildes

Albert Vollath und Victoria Freiin von Lindenfels leiten in Zukunft die Hegegemeinschaft Erbendorf.

Albert Vollath und Victoria Freiin von Lindenfels leiten in Zukunft die Hegegemeinschaft Erbendorf.
von Externer BeitragProfil

26 Gemeinschaftsjagdreviere und Eigenjagden sind in der Hegegemeinschaft Erbendorf organisiert. 20 Jäger waren zur Jahreshauptversammlung ins Gewölbe des Schlosses Thumsenreuth gekommen, um die Leitung neu zu wählen. Die kommissarische Leitung der Hegegemeinschaft nach dem Tod von Baron Axel von Stromberg lag in den vergangenen Monaten in den Händen von Baron Bertold Freiherr von Lindenfels.

Wir Jäger sind die wichtigste Lobby, die unser heimisches Wild hat.

Baron Bertold Freiherr von Lindenfels

In seiner Ansprache würdigte er die langjährige Arbeit seines Vorgängers und machte den anwesenden Jägern Mut, sich auch öffentlich für das Überleben des Wildes einzusetzen. "Wir Jäger sind die wichtigste Lobby, die unser heimisches Wild hat. Es ist besonders, dass so großartige Tiere wie Hirsche, Rehe, Wildschweine, Muffel und auch viele andere in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft vorkommen und sich frei bewegen können", sagte er. Leider wünsche sich seiner Aussage nach so mancher Forstdirektor einen Wald ohne Rehwild und Rotwild. Viele Landwirte wollten auch das letzte Stück Schwarzwild geschossen haben. "Aber wollen wir einen leeren Wald? Wäre das nicht ein riesiger Verlust für alle?", fragte von Lindenfels. "Ist es ethisch vertretbar, dass Rehe wahllos geschossen werden, oder dass bei Maisdrückjagden auch der letzte Wildschweinfrischling von nur drei Kilogramm erlegt wird?"

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Altenparkstein bei Kirchendemenreuth

Er appellierte an die Versammlung: "Wir Jäger dürfen uns nicht zu Handlangern machen von überzogenen und radikalen Abschussforderungen, wir sind keine Schädlingsbekämpfer!" Das Bayerische Jagdgesetz Artikel 1 verpflichte Jäger zur Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes. "Wir Jäger sollen den Wildbestand nach biologischen Kriterien regulieren, dazu gehören natürlich auch Aspekte des Waldbaus, zum Beispiel Schutz der Naturverjüngung." Zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und von Feldschäden könne und müsse das auch eine scharfe Bejagung der Sauen sein. Aber auf die Art und Weise, wie das ausgeführt wird, müssten Jäger Einfluss nehmen, "und auch sagen, was hier für unser Gewissen nicht akzeptabel ist". Die Jäger seien laut von Lindenfels verantwortlich für das Wild und hätten auch die Kompetenz dazu. "Unsere Verpflichtung ist der Erhalt unserer Natur mit Wald und Wild."

Zur neuen Leitung der Hegegemeinschaft Erbendorf wurden anschließend mit großer Mehrheit gewählt: Hegegemeinschaftsleiter Albert Vollath (Pensionist, vormals Geschäftsstellenleiter Raiffeisen Waren GmbH Erbendorf), als Stellvertreterin Victoria Freiin von Lindenfels (Ärztin am Klinikum Weiden). Die beiden betonten, sich weiter für ein waidgerechtes Jagen einzusetzen. Dies müsse auch mit neuen technischen Hilfsmitteln wie Wärmebild- und Nachtsichtgeräten möglich sein, meinte die Stellvertreterin.

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