06.10.2021 - 11:03 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Erst einpacken, dann anpacken

Ohrenstöpsel, Sonnencreme, Badelatschen kommen einem nicht in den Sinn, wenn man sich auf den Weg in ein Katastrophengebiet macht. Warum die aber sinnvoll sind, erklärte Tim Klein beim BRK Erbendorf.

Tim Klein ist stellvertretender Fachdienstleiter Sanitätsdienst des Kreisverbandes Hof im Bayerischen Roten Kreuz. Er gab den Helfern in Erbendorf eine Packliste für den Katastrophenschutzeinsatz an die Hand.
von fksProfil

Der Hochwassereinsatz in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist auch im Landkreis Tirschenreuth präsent. Einige Ehrenamtliche, auch des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), waren im Ahrtal und der Umgebung bereits eingesetzt. Da stellte sich die Frage bei den Erbendorfer Aktiven, woran denn bereits beim Packen gedacht werden müsse. Tim Klein, stellvertretender Fachdienstleiter Sanitätsdienst des Kreisverbandes Hof, kam nach Erbendorf und gab Antworten. Bevor er aber in der BRK-Oktoberversammlung eine Packliste verteilte, ließ er die Teilnehmer notieren, was sie denn glauben, mitnehmen zu müssen.

Offensichtliche Dinge wurden genannt: Ersatzkleidung, Schutzausrüstung, kleine Hausapotheke, Taschenlampe oder auch eine Powerbank zum Aufladen des Smartphones. Doch Klein wies auf andere wichtige Gegenstände hin: "Um nachts besser schlafen zu können, empfehlen sich Ohrstöpsel", sagte der stellvertretende Fachdienstleiter. Zudem sei bei Außeneinsätzen, die in einem Hochwassergebiet auf der Tagesordnung stehen, Sonnencreme ein wichtiger Schutz für den eigenen Körper. "Und wer an Badelatschen fürs Duschen denkt, ist wirklich gut aufgestellt."

Zeit nutzen

Im Allgemeinen hätten Einsatzkräfte genügend Vorlauf, oft 48 Stunden, bevor sich ein Hilfekontingent auf den Weg macht. Diese Zeit gelte es zu nutzen, um den Einsatz detailliert zu planen. Wie lange wird der Einsatz ungefähr dauern? Wie soll das Wetter werden? Um was für einen Einsatz handelt es sich genau? Diese Fragen sollte jeder bedenken und an ausreichend Kleidung, Hygieneartikel, Arzneimittel, Mückenspray, Bargeld oder Auto-Ladekabel einpacken. "Verpflegung für die ersten 48 Stunden im Einsatzgebiet ist sehr zu empfehlen", erläuterte Klein, denn nicht immer sei bei Einsatzbeginn eine Versorgung bereits sichergestellt. Auch Spiele und Bücher sollten nicht fehlen.

Klein gab auch einen Einblick ins Einsatzgeschehen im Hochwassergebiet und erläuterte die Aufgaben, die auf Hilfeleistungskontingente zugekommen sind. Vieles sei zum ersten Mal im Echteinsatz erledigt worden und habe Helfer immer wieder vor neue spannende Aufgaben gestellt.

Wachdienste bei Festspielen

Nach dem Vortrag bedankte sich der BRK-Bereitschaftsleiter aus Erbendorf, Sven Lehner, beim Referenten. Vom aktuellen Einsatzgeschehen berichtete Lehner unter anderem von den Sanitätswachdiensten an der Luisenburg. Bereitschaft und Jugendrotkreuz Erbendorf haben in diesem Jahr 68 von 260 Diensten bei den Festspielen in Wunsiedel übernommen. Zudem bedankte er sich für die Bereitschaft, die Dienste in der Corona-Schnellteststation jeden Freitag seit Anfang Mai zu besetzen. Diese Woche Freitag werde das Testzentrum vorerst zum letzten Mal öffnen. Zuletzt warb Lehner bei den BRK-Mitgliedern darum, Spendenaufrufe, Flyer und Säcke für die kommende Altkleidersammlung am Samstag, 30. Oktober, zu verteilen.

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Erbendorf

"Um Nachts besser schlafen zu können, empfehlen sich Ohrstöpsel. Und wer an Badelatschen fürs Duschen denkt, ist wirklich gut aufgestellt."

Tim Klein, stellvertretender Fachdienstleiter Sanitätsdienst des Kreisverbandes Hof

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