Erbendorf
09.03.2020 - 15:23 Uhr

Franz Schindler: "Die SPD ist noch nicht gestorben"

Bezirksvorsitzender und Ex-Landtagsabgeordneter spricht über Demokratieverständnis auf kommunaler Ebene - Mitreden und mitbestimmen

SPD-Bezirksvorsitzender und Ex-Landtagsabgeordneter Franz Schindler (stehend) unterstrich in der Sportklause Helgert die Bedeutung demokratischer Strukturen gerade auf kommunaler Ebene. Bild: exb
SPD-Bezirksvorsitzender und Ex-Landtagsabgeordneter Franz Schindler (stehend) unterstrich in der Sportklause Helgert die Bedeutung demokratischer Strukturen gerade auf kommunaler Ebene.

"Roter Endspurt" im Kommunalwahlkampf. Die SPD hatte zum politischen Frühschoppen am internationalen Frauentag eingeladen. SPD-Bezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter a. D. Franz Schindler hielt eine flammende Rede zum Demokratieverständnis auf kommunaler Ebene. Bürgermeisterkandidat Jochen Neumann betonte, dass Erbendorf nur gemeinsam in eine gute Zukunft geführt werden könne. "Deshalb stehe ich für ein neues Miteinander in unserer Stadt und den Ortsteilen." Neumanns Dank galt allen Wahlkampfhelfern.

"Wir haben einen Spirit"

"Die SPD ist noch nicht gestorben", zitiert eine Pressemitteilung den Bezirksvorsitzenden und Ex-Landtagsabgeordneten. Auf kommunaler Ebene seien überall junge und gesetzte Kandidaten vertreten. "Wir haben einen Spirit, wir wollen nicht nur kandidieren, wir wollen auch gewinnen." Nach Schindlers Verständnis zeige gerade die Kommunalwahl, dass Demokratie funktioniere. "Männer und Frauen möchten mitreden und mitbestimmen." Der Meinung, auf Kommunalebene brauche es keine Parteien, erteilte er eine Absage. "Parteien sind auch hier wichtig, damit man eine gewisse Grundlinie hat." "Der Unterschied zwischen uns und der CSU oder den Freien Wähler ist der, dass wir deutlich machen, dass wir Sozialdemokraten sind", so Schindler. Das Augenmerk gelte den Sorgen des kleinen Mannes. "Wir müssen alle Menschen, auch in den Vereinen, vertreten, unterstützen und motivieren. Sie stellen die Zivilgesellschaft dar, und davon leben wir."

AfD ist nicht dabei

Zur politischen Entwicklung auf allen Ebenen stellte der Bezirksvorsitzende fest, dass sich die Stadt Erbendorf und der Landkreis Tirschenreuth glücklich schätzen könne, dass die AfD bei diesen Wahlen nicht mit dabei sei. Schindler verglich das Auftreten der AfD andernorts mit der Zeit der 1920er/30er Jahre, "als die Demokratie kaputtgegangen ist". Seiner Meinung sei Rechtsradikalismus eine schlimme Entwicklung. "Hier sind wir alle gefordert und müssen dagegenhalten." "Vor 100 Jahren ist die junge Demokratie nicht daran kaputtgegangen, weil Sozis und Kommunisten gegeneinander gekämpft haben", stellte Schindler klar. "Sie ist zugrunde gegangen am Extremismus der bürgerlichen Mitte, die es hingenommen hat, dass die Nazis aufmarschiert sind."

Heute sei die halbe Welt in Unordnung. Dabei sprach Schindler Afghanistan, Syrien, die katastrophale Flüchtlingssituation in Griechenland und das Orban-Regime in Ungarn an. "Wir müssen deshalb die Fahnen der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit hochhalten." Dafür seien Sozialdemokraten notwendig. "Denn wer setzt sich denn für Grundrente und Mindestlohn ein? Sozialdemokraten."

Schindler sah die Kommunen als Basis der Demokratie. "Denn wenn es hier nicht funktioniert, funktioniert es auch nicht auf Landes- und Bundesebene." In der Kommunalpolitik brauche man die Allerbesten vor Ort, sagte Schindler. Dies sei beim SPD-Ortsverein mit Jochen Neumann als Bürgermeisterkandidat und den Bewerbern der Stadtratsliste der Fall.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.