Es ist Dienstagmorgen, 21. März. Stefan Zeltner will an diesem Tag von zu Hause aus arbeiten, seine Frau den Sohn in die Schule bringen. Sie ist es auch, die merkt, dass das Auto nicht im Carport steht. "Ich habe zuerst nicht an Diebstahl gedacht, sondern mir überlegt, ob ich das Auto irgendwo hab stehen lassen", erzählt der Erbendorfer.
Er ist die Nacht zuvor spät ins Bett gegangen, erinnert er sich. "Ich wollte die Katze noch reinlassen, da war es 1.15 Uhr. Ich war auch vermutlich noch wach, als die Diebe da waren", vermutet er. Die haben das Auto um 1.24 Uhr aus dem Carport gefahren. Woher er das so genau weiß? "Ich habe das elektronische Fahrtenbuch abgerufen", erklärt er. Sobald der Motor des Autos läuft, zeichnet das Fahrtenbuch alles auf - den Standort, Fahrtpausen und so weiter.
Dank der Aufzeichnungen kann der 39-Jährige die Route seines gestohlenen 5er BMW genau nachverfolgen. "Die Diebe haben relativ oft angehalten."
Das bestätigt auch Dietmar Winterberg von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Regensburg. "Die Diebe sind einmal quer durch Tschechien gefahren", berichtet er. Dass das Auto so schnell gefunden wurde, liegt auch an der guten internationalen Zusammenarbeit: Die deutsche und die tschechische Polizei haben ein gemeinsames Zentrum in Schwandorf, die tschechischen Kollegen wiederum arbeiten eng mit der polnischen Polizei zusammen. Weil die deutschen Beamten an die Kollegen im Nachbarland eine Meldung rausgaben, konnten daraufhin die polnischen Polizisten relativ zügig das Auto ausfindig machen.
Die polnische Polizei fand den weißen 5er BMW um 12.30 Uhr des gleichen Tages in einem Waldstück in der Nähe der polnischen Kleinstadt Dzierzoniów. Bisher haben sich noch keine Hinweise auf die Diebe ergeben, wie Winterberg mitteilt. Unbekannte Personen seien beim Eintreffen der polnischen Polizei in einen Wald geflüchtet.
Derzeit ist Geschädigte mit einem Ersatzwagen unterwegs - auch wenn er seinen Wagen selbst wieder aus Polen zurück nach Deutschland geholt hat. "Seit einer Woche ist das Auto in der Werkstatt", sagt er. Den Schaden, den er auf etwa 10 000 Euro beziffert, übernimmt die Vollkaskoversicherung. Weil die Diebe Schleich- und Waldwege benutzt haben, seien laut Zeltner unter anderem der Unterboden und der Lack stark beschädigt. In einer Pressemitteilung der Firma Vimcar, über die Zeltner sein Fahrtenbuch auslesen konnte, ist außerdem die Rede davon, dass die Autodiebe den Dachhimmel aufgeschnitten haben, um das GPS-System außer Gefecht zu setzen. Den unauffälligen Fahrtenbuchstecker im Fußraum des Fahrzeugs hätten sie aber nicht entdeckt.
Den Wagen selbst musste der Erbendorfer auf eigene Kosten holen. "Die Polizei führt das Auto nicht zurück und die Versicherung sagt, dass das Auto nicht mehr als gestohlen gilt, weil es ja aufgefunden wurde." Zeltner hat sich dann mit dem Flix-Bus auf den Weg nach Polen gemacht. "Ich habe das Auto dort von der Polizeidienststelle abgeholt." Achteinhalb Stunden sei er in dem Bus gesessen, wie er erzählt.
Der Außendienstmitarbeiter ist viel unterwegs und auf das Auto angewiesen. Er hofft, dass die Diebe schnell gefunden werden und er sein Auto bald wieder aus der Werkstatt holen kann.














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