13.06.2021 - 18:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

"Gott suchen und Menschen dienen": Bruder Michael wird zum Pater

Seit Samstag heißt es nicht mehr Bruder, sondern Pater Michael: In St. Ottilien erhielt der Benediktinermönch, der aus Erbendorf stammt, seine Priesterweihe. Dabei war er von Geistlichen, engen Verwandten und Freunden umgeben.

von Holger PoppProfil

Zu festlicher Orgelmusik und Trompetenklang zogen am Samstag Bischof Bertram Meier und Erzabt Wolfgang Öxler OSB zusammen mit Bruder Michael Bäumler, der aus Erbendorf stammt, in die Klosterkirche von St. Ottilien ein. Zahlreiche Mitbrüder des Konvents und auch Pfarrer Martin Besold reihten sich in den liturgischen Dienst ein, um dabei zu sein, wenn Bruder Michael zum Priester geweiht wird.

Die Familie, Verwandte und Freunde begleiteten den Weihekandidaten beim Festgottesdienst. Außerdem mit dabei war eine kleine Delegation aus der Heimatstadt, bestehend aus Bürgermeister Johannes Reger, Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer und Pfarrgemeinderatssprecher Holger Popp. Die Teilnehmer erlebten eine beeindruckende Liturgie, geprägt von den lateinischen Gesängen der Benediktiner.

Weihebild mit Primizspruch

Am Anfang des Gottesdienstes wurde der Bischof vom Erzabt gebeten, Bruder Michael zum Priester zu weihen. Bischof Meier forderte Bruder Michael auf, dass er vor ihn tritt, um ihn als geeigneten Kandidaten zu erwählen. Bevor die Weihe erfolgte, ging es zunächst mit dem Wortgottesdienst und der Festpredigt des Bischofs weiter. Am Anfang ging dieser auf das Weihebild ein, das den Primizspruch trägt: "Gott suchen und den Menschen dienen." Bischof Meier erläuterte, dass dies ein Motto ist, dass den Priester und Pater durchs Leben tragen kann. Anschließend lenkte er den Fokus auf die Bildvorderseite, auf der Jesus Christus mit dem Kelch, umgeben von den drei Erzengeln, zu sehen ist. Die Engel Michael, Gabriel und Rafael stellte er in den Mittelpunkt seiner Predigt.

Bischof Meier ermunterte die Festgemeinde, darüber nachzudenken, was die Engel heute den Menschen sagen können. Zunächst warf er den Blick auf Michael, dessen Name eine Frage ist, nämlich: Wer ist wie Gott? Er führt weiter aus, dass Erzengel Michael mit dem Schwert den Drachen, das Böse besiegen kann. Ein Bild, dass laut dem Bischof auch noch heute Gültigkeit habe: "Feuerspeiende Ungeheuer und unüberwindliche Mächte gibt es abgewandelt auch heute. Ich denke an Gewehre und Panzer, an Schlachtschiffe und Atomraketen, an Diktatoren und Terroristen, auch an Katastrophen und Pandemien."

Mensch dürfe nicht alles

Bischof Meier führte aus, dass die Bedeutung des Namens Michael an unser Gewissen appelliert. Der Mensch dürfe nicht alles, so der Bischof. Dem Weihekandidaten wünschte er, dass er die Bedeutung des Namens Michael immer bedenkt. Er merkte an, dass keiner von uns, ob Bischof, Priester oder Gläubiger, wie Gott ist. Am Ende seiner Ansprache widmete er sich den beiden anderen Engeln. Der Engel Gabriel überbringe außergewöhnliche Botschaften, die oft auch ängstigen können, erklärt Bischof Meier. Daher werden ihm die Worte in den Mund gelegt: "Fürchte dich nicht!" Weiter führte er aus, dass Gabriel den Menschen zuspricht, sich nicht zu fürchten, wenn sie sich in der Kirche engagieren oder ihre Talente in einem Kloster einbringen.

Der Engel Rafael wird im Buch Tobit als Begleiter und als Beschützer geschildert. Er gilt als Patron der Kranken und Engel der Reisenden. "Das Anliegen, Menschen in Blindheit, in Krise und Krankheit persönlich zu begleiten, gehört in die Prioritätenliste der Seelsorge ganz nach oben." Am Ende seiner Ausführungen wünschte er dem Weihekandidaten und der Klostergemeinschaft, dass sie sich immer von Engeln gut aufgehoben und beschützt wissen.

Handauflegung und Weihegebet

Nach der Predigt erfolgte das Versprechen des Weihekandidaten gegenüber dem Bischof. Während des Herabrufens des Heiligen Geistes und der Litanei, lag Bruder Michael vor dem Altar auf dem Boden. Danach erfolgten die Handauflegung des Bischofs und das Weihegebet. Nun durfte der Priesterkandidat das Messgewand anlegen. Es folgte die Salbung der Hände und das Überreichen von Brot und Wein durch den Bischof. Gemeinsam mit ihm durfte Pater Michael an den Altar treten und die Eucharistie feiern. Am Ende des feierlichen Gottesdienstes richtete der Neupriester Dankesworte an seine Familie, Verwandte, Freunde und Begleiter auf dem Weg zum Priester.

Pater Michael durfte die Messe mit dem feierlichen Segen beenden. Es schlossen sich die weltlichen Feierlichkeiten im Kloster an. Einen Tag später, am Sonntag, traf der Neupriester in Erbendorf ein und feierte am Abend in seiner Heimatkirche die Vesper. Am kommenden Wochenende folgt die Primiz mit festlichen Gottesdiensten am Samstag und Sonntag.

Im Interview verrät Pater Michael wie er sich auf die Priesterweihe vorbereitet hat

Erbendorf
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