23.08.2020 - 17:32 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Grüne gründen neuen Ortsverband Steinwald

In Friedenfels ist die Grüne Lisa Rauh eine feste Größe. Bei der Kommunalwahl in Erbendorf schaffte es die Partei mit Josef Schmidt und Berta Wenning zwei Mandate zu erringen. Jetzt wird ein gemeinsamer Ortverband gegründet.

Höhepunkt der Gründungversammlung war die Bildung eines Vorstandsgremiums. Im Bild (von links) Lisa Rauh, Hans Stocker, David Runschke, Simone Bloemhof, MdL Anna Toman und Kreisvorsitzende Heidrun Schelzke-Deubzer.
von Werner RoblProfil

Bündnis 90/Die Grünen zeigt in der Region Präsenz. Nach Tirschenreuth, Kemnath, Bärnau und Pechbrunn gesellte sich zur bayernweit zweitstärksten Partei ein Ortsverband hinzu. Die Lücke Erbendorf/Friedenfels wurde am Freitag geschlossen.

Bei der Gründungsversammlung, im Erbendorfer Aribo-Hotel einigte man sich auf den regional übergreifenden Ortsverbands-Namen "Steinwald". Geleitet wird er gleichberechtigt von Lisa Rauh aus Friedenfels und Simone Bloemhof aus Pfaben. Einstimmig war auch das Votum für den Integrationsbeauftragten der Stadt Erbendorf, David Runschke aus Wildenreuth, der für den Posten des Schriftführers kandidierte. Als einziger Beisitzer wurde der in Siegritz lebende Hans Stöcker ins Amt berufen.

Wie alles begann

Erbendorf

Offen für weitere Orte

Eingebunden sind derzeit nur Friedenfels und Erbendorf. Der Verband zeigte sich aber offen für weitere Orte, die den Anschluss suchen. "Eine Ausweitung ist jederzeit möglich", untermauerte Kreisvorsitzende Heidrun Schelzke-Deubzer. Nach nicht einmal einer Stunde waren die Gründung und die Bildung eines Vorstands unter Dach und Fach.

"Ich freue mich riesig." Gerade in Erbendorf habe sich viel getan, kommentierte Schelzke-Deubzer die Bildung des neuen Ortsverbands. Sie freute sich über die positive Resonanz aus den Reihen der Wähler: "Die Kommunalwahlen haben gezeigt, dass man in der Bevölkerung Zuspruch findet." Mit der Neugründung habe man ein "grünes Zeichen" gesetzt. Schelzke-Deubzer mahnte zur Zusammenarbeit und forderte dazu auf, die Themen vor Ort gezielt anzupacken und sich mit den Alltagsproblemen auseinander zu setzen. Nicht jeder sei gewillt, Parteiprogramme durchzulesen und im Gedächtnis zu behalten. "Gesichter, denen man regelmäßig begegnet, merkt man sich", unterstrich die motivierte Kemnatherin. Dankbar zeigte sie sich, dass die Arbeit der Grünen jetzt auch im Raum auf "breite Schultern" gelegt werde.

Die Arbeit im Landtag riss MdL Anna Toman an. "Mich freut es wahnsinnig, dass die grünen Pünktchen im Landkreis immer mehr werden", gratulierte die Parlamentarierin aus Bärnau. Toman bot ihre persönliche Unterstützung an. Zudem empfahl sie eine konstruktive Zusammenarbeit, um die "grünen Ideen im Steinwald umzusetzen und am Ball zu bleiben". Dies sei wichtig, betonte Toman, damit der eine oder andere Stein ins Rollen komme.

Jung und weiblich

Zwei Bitten gab sie dem jungen Ortsverband auf den Weg: Noch mehr Weiblichkeit und Jugend in den Reihen der Steinwald-Grünen. Deutlich betonte die Landtagsabgeordnete, die Kernthemen Soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren. "Corona hat leider vieles in den Hintergrund gedrängt", bedauerte der Gast. Zu ihrer Nominierung äußerten sich danach die neu gewählten Vorstandsdamen. Man müsse mit den Menschen permanent in Kontakt bleiben, forderte Lisa Rauh, die in ihrer Heimatgemeinde Friedenfels das Amt der Dritten Bürgermeisterin inne hat. In ihren Augen sei es sinnvoll, dass die Sprecherinnen aus verschiedenen Orten, Erbendorf und Friedenfels, kämen. "Ich werde die Geschicke von Friedenfels aus gerne leiten", versprach die eine Hälfte der Doppelspitze. Als "kommunalpolitisch noch unerfahren" bezeichnete sich die weitere Vertreterin an der Spitze, Simone Bloemhof aus dem Erbendorfer Stadtteil Pfaben. "Ich möchte erfragen, was sich die Erbendorfer wünschen, um die Anregungen aktiv umzusetzen."

Das Schlusswort sprach der Erbendorfer Stadtrat Josef Schmidt. "Ich freue mich, dass sich ein Ortsverband um mich herum gebildet hat", gratulierte der Bio-Landwirt von der Grenzmühle. "Mich bewegt es, 'Grün' zu sein. Wir brauchen junge Menschen, die ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen, um Probleme in den Griff zu bekommen."

Das Tischbanner soll den künftigen Grünen-Stammtisch schmücken. Damit, zudem mit „Bio-Einkaufstaschen“ beschenkte die Kreisvorsitzende Heidrun Schelzke-Deubzer das weibliche Vorstands-Duo Lisa Rau aus Friedenfels (links) und Simone Bloemhof aus Pfaben (rechts). Als weitere Überraschung wurde nach der Versammlung auch eine "Grünen-Torte" angeschnitten, die die Siegritzerin Ursula Stocker gebacken hatte.
Zur Neugründung des Ortsverbandes „Steinwald“ gratulierte auch der Ebendorfer Grünen Stadtrat Josef Schmidt aus Grenzmühle.
Hintergrund:

Mehr Transparenz für den Steinwald

Der Ortsverband Steinwald der Grünen soll in erster Linie eine regionale Anlaufstelle für alle sein, die sich für die grüne Themen und deren Umsetzung in der Kommunalpolitik interessieren. Aus der Presserklärung, die anlässlich der Neugründung herausgeben wurde, ist zu entnehmen, dass man auch eine Struktur schaffen möchte, um weitere Mitglieder zu gewinnen. Versprochen wird auch ein vielseitiger Dialog mit den Gemeinderatsmitgliedern, um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Gerade in Erbendorf sei der Aufholbedarf deutlich zu spüren, so der Wortlaut der Erklärung. Nach jahrzehntelanger CSU-Alleinherrschaft sei es dem Ortsverband ein deutliches Anliegen, für mehr Transparenz zu sorgen. Als - nur einige - Beispiele werden die Vergabe von Aufträgen und mehr Offenheit, was die Steinwald Bau- und Betriebs GmbH anbelangt, in aller Deutlichkeit gefordert. Ebenso verlangt man auch mehr Bürgernähe, Antworten auf Fragen der Ökologie, zudem regionale Identität und die Förderung des Tourismus.

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